Der Warentauschtag findet am Samstag das 50. Mal statt

Waren tauschen spart eine Menge Müll

Autor: 
Manfred Vetter
Lesezeit 3 Minuten
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12. Oktober 2018

Alfons Stoll organisierte von Anfang an den Warentauschtag mit. ©Manfred Vetter

Wenn Samstag, 13. Oktober, die Festhalle für den Warentauschtag öffnet, wird das zum 50. Mal stattfinden, denn die Bürgergemeinschaft Umwelt Kienberg/Hohhölzle feiert mit dieser Veranstaltung ein Jubiläum.

Gebrauchte Waren können Samstag, 13. Oktober, ab 13 Uhr in die Festhalle gebracht werden. Sie müssen noch gebrauchsfertig und sauber sein. Die Waren werden gesichtet und auf die Tische so verteilt, dass überall ein ähnliches Angebot liegt. Textilien und Bücher werden separat gestapelt. 
Elektrogeräte werden von Thomas Stark und Alfons Stoll geprüft, allerdings wurde das Prüfgerät beim letzten Mal von jemandem »ausgeliehen«. »Er darf es am Samstag gerne wieder vorbeibringen, das würde uns sehr helfen«, behält der Vorsitzende der Bürgergemeinschaft, Alfons Stoll, seinen Humor. 

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In 25 Jahren

Den Warentauschtag gibt es zweimal im Jahr. In den 25 Jahren hat sich das Angebot stark verändert. Waren es anfangs Computer, Bildschirme, Fernseher oder Displays, sind es heute gewöhnliche alte Haushaltsgeräte wie Radio, Föhn oder Brotbackgeräte, aber auch Blumenvasen und viele Deko-Sachen. Für die Kinder gibt es auf der Tribüne ein eigenes Angebot. Fand man früher dort Skier und andere Sportgeräte, gibt es heute viel klassische Spielsachen, Kinder- und Malbücher. 
Der Warentauschtag findet seit 1993 statt, gleich im Jahr der Vereinsgründung hat man ihn zusammen mit dem Landratsamt ins Leben gerufen. Mit dabei waren von Beginn an auch Veranstaltungen in Mösbach und Haslach.
»Wir hatten gleich einen Stamm von damals Älteren, die Waren mitbrachten, aber auch Sachen mit nach Hause nahmen. Die meisten Kunden nutzen die Sachen selbst. Viele holen Bücher und bringen sie wieder nach dem Lesen«, so Stoll. Die Bürgergemeinschaft entstand im Kampf gegen die Restmülldeponie, die südlich von Zunsweier entstehen sollte. 
Aber man wollte nicht nur gegen eine Sache kämpfen, sondern aktiv zur Müllvermeidung beitragen. So entstand die Idee der Warentauschtage. Es sollte ein zweiter Warenkreislauf entstehen. Wer etwas nicht mehr brauchte, konnte es jemand anderem überlassen, der so eine Neuanschaffung sparte. 
Jeder, der etwas mitnimmt, soll zwei Euro bezahlen. Das Geld braucht man, um die Vereinsversicherung zu bezahlen, auch die Teilnahme am Ferienprogramm wird so finanziert. Organisator ist Rupert Krumhard. Eine Gruppe von Frauen bringt Kuchen mit und bietet Kaffee an. Das Geld geht an ein Hilfsprojekt in Indien. 
Die Tische sind bis zum Start mit einem Seil abgesperrt. Das liegt zuerst auf den Tischen, kurz vor Beginn wird es auf den Boden gelegt, wegen der Unfallgefahr. Toll für Alfons Stoll ist, dass die Leute die Absperrung respektieren. Jeder sucht sich etwas mit den Augen und positioniert sich so, dass er möglichst schnell beim Objekt seiner Begierde ist. 
Um 15 Uhr geht es los, der Schallpegel schwillt an, wenn alle losrennen. »Gott sei Dank hat sich noch niemand ernstlich verletzt«, sagt Alfons Stoll. Für ihn ist das schönste, wenn sich die Kinder ihre Sachen aussuchen. »Das geschieht ohne Hektik und oft spielen sie gleich mit den Sachen.« Und wenn die Leute ihre Sachen gefunden haben, kommen sie oft beim Bezahlen des Kostenbeitrags mit leuchtenden Augen und erkundigen sich, wann der nächste Warentauschtag stattfindet. Um 16 Uhr ist alles fertig. Dann wird der Rest sortiert und entsorgt.
◼ Der Warentauschtag findet Samstag, 13. Oktober, in der Festhalle Zunsweier statt. Waren können ab 13 Uhr angeliefert werden. Die Kinder können um 14.45 Uhr ihre Sachen aussuchen, für die Erwachsenen beginnt es um 15 Uhr. 

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