Offenburg

Warum das Freizeitbad auf Prävention und Schulungen setzt

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red/flo
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15. September 2020
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Dennis Primas und Monika Wagner, als Meister für Bäderbetriebe im Freizeitbad beschäftigt, demonstrieren an „Little Anne“ Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Dennis Primas und Monika Wagner, als Meister für Bäderbetriebe im Freizeitbad beschäftigt, demonstrieren an „Little Anne“ Erste-Hilfe-Maßnahmen. ©Stadt Offenburg

Im Freizeitbad Offenburg wurden kürzlich die Rettungsschwimmer geprüft. Vor dem Hintergrund des Badeunfalls Ende Juli informiert die Stadt über die Inhalte – und sagt auch, wie es aktuell mit Corona läuft.

Auch der kalendarische Sommer neigt sich langsam dem Ende entgegen, dennoch hoffen Monika Wagner und Dennis Primas auf einen noch „badetauglichen Altweibersommer“ im Freizeitbad Stegermatt. „Der Badebetrieb unter Corona-Bedingungen erfordert mehr Schichten sowie mehr Personal und damit einen größeren Organisationsaufwand“, sind sie sich einig, wie in einer Pressemitteilung der Stadt Offenburg zu lesen ist. Erst kürzlich leiteten die beiden Meister für Bäderbetriebe die betriebsinterne Prüfung für Rettungsschwimmer, die einmal jährlich vom Team der Beckenaufsicht absolviert werden muss.

Nicht nur Erste Hilfe

Vier Meter tief tauchen, Abschleppen in Kleider gepackt, anschwimmen, abholen und versorgen, das bedeute vorrangig die Herz-Lungen-Wiederbelebung und die stabile Seitenlage: „Nach den Erste-Hilfe-Maßnahmen wird der Notarzt gerufen, der innerhalb von fünf bis zehn Minuten bei uns ist“, informiert Wagner. Geprüft würden die sieben Fachangestellten für Bäderbetriebe und neun Rettungsschwimmer, die am Becken Aufsicht führen, sowie die Auszubildenden, derzeit sechs an der Zahl. Daneben verrichteten sie Desinfektionsarbeiten, betreuten die Kunden und führten das umfangreiche Angebot an Aqua-Kursen durch.

Außerdem nehmen sie laut der Mitteilung Schwimmabzeichen wie das Seepferdchen, Jugendschwimmer oder Bronze-, Silber- und Goldabzeichen ab. Auch Schwimmnachweise für Polizisten und Soldaten fielen in ihren Aufgabenbereich ebenso wie das Ein- und Auswintern des Freibades. 

Hauptaufgabe sei die Beckenaufsicht, die viermal täglich im Schichtwechsel erfolgt. Dazu gehöre, auf die Einhaltung der Anzahl der Schwimmenden zu achten, die in Einbahnregelung das Becken betreten und verlassen, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Alle zwei Stunden werde desinfiziert: Handläufe vom Becken und der Wellenrutsche. „Nur zwei Personen dürfen die Wellenrutsche zeitgleich benutzen. Die Reifenrutsche ist derzeit geschlossen, da der Desinfektionsaufwand zu hoch wäre“, erklärt Primas. Das Reinigen der Umkleidekabinen und Toiletten, von denen nur jede zweite benutzt werden darf, der Böden sowie das Leeren der Mülleimer übernehmen die TBO-Reinigungskräfte.

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Wiederbelebungslehrgang

Die Reservierung läuft im Fünffach-Schichtbetrieb online. Hier kann der Badegast seine Zeitfenster angeben. Während einer Schicht dürfen maximal 250 Badegäste in den Innen- und maximal 700 in den Außenbereich. Beide Bereiche sind voneinander getrennt.

Einmal jährlich nimmt das gesamte Freizeitbad-Team an einem zweitägigen Herz-Lunge-Wiederbelebungslehrgang vom Bundesverband Deutscher Schwimmmeister teil. „Diese beiden Tage nutzen wir auch intensiv, um uns mit Kollegen aus ganz Baden-Württemberg auszutauschen“, berichten Wagner und Primas.

„Vor Kurzem haben wir alle Vereine eingeladen, die unser Bad zu Trainingszwecken nach 19 Uhr nutzen, und ausführlich darüber gesprochen, was in einem Notfall Schritt für Schritt zu tun ist“, erklärt Wagner. „Dazu haben wir auch eine entsprechende Handreichung vorbereitet und eine genaue Beschilderung im Bad ausgehängt“, ergänzt Primas. 

Beide hoffen, dass sich ein Badeunfall wie Ende Juli, als eine 65-Jährige bei der Abnahme des Sportabzeichens bewusstlos wurde, nicht mehr wiederholt. Deshalb sei es umso wichtiger, im Team auf Prävention und Schulung zu setzen.

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