150 Euro

Warum Offenburger höhere Grabmalgenehmigungsgebühren zahlen müssen

Autor: 
Ines Schwendemann
Lesezeit 4 Minuten
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08. April 2021
Wer Angehörige auf dem Griesheimer Friedhof bestattet, muss neben den Kosten für den Grabstein und das Grab auch Grabmal­genehmigungsgebühren in Höhe von 150 Euro bezahlen. Das hat OT-Leserin Elisabeth Bohner überrascht.

Wer Angehörige auf dem Griesheimer Friedhof bestattet, muss neben den Kosten für den Grabstein und das Grab auch Grabmal­genehmigungsgebühren in Höhe von 150 Euro bezahlen. Das hat OT-Leserin Elisabeth Bohner überrascht. ©Thorsten Mühl

150 Euro müssen Angehörige in Offenburg zahlen, wenn sie einen Grabstein aufstellen lassen wollen. Das ist deutlich mehr als die Summe, die in den umliegenden Gemeinden anfällt. Das ärgert eine Leserin.

Einen geliebten Menschen zu verlieren, reißt eine große Lücke ins Leben von Angehörigen. Doch nicht nur der Abschied fällt ins Gewicht, sondern auch zahlreiche Rechnungen, die nach der Beerdigung zu begleichen sind. Dazu zählen auch die Grabmalgenehmigungsgebühren, wie Elisabeth Bohner aus Offenburg-Griesheim erfahren musste. Sie sei über die Höhe der Rechnung regelrecht verwundert gewesen, schreibt sie in einem Leserbrief ans Offenburger Tageblatt.

So müsse man in Offenburg „schlappe 150 Euro für die Genehmigung zahlen. Unglaublich!“, berichtet sie. Elisabeth Bohner fragt sich: „Mit welcher Berechtigung begründet die Stadt Offenburg diese außergewöhnlich hohen Gebühren? Rechtfertigt der Name Oberzentrum diese hohen Gebühren? Das ist einfach nur eine Frechheit“, empört sie sich. In der Rechnung sind weder die Kosten für den Grabstein noch die Kosten für das Grab auf dem Friedhof für die kommenden 20 Jahre enthalten. Gegen­über dem OT erzählt Bohner, vom Steinmetz habe sie erfahren, dass in den Gemeinden Hohberg, Neuried und Schutterwald erheblich weniger Geld für das Aufstellen des Grabsteins erhoben werde.

25 Euro in Neuried

Stimmt das? Drei kurze Anrufe genügen: In Schutterwald fallen 55 Euro an, berichtet Mareike Henning von der Gemeinde. Die Gebühr setze sich aus der Genehmigung für die Steinmetze fürs Aufstellen des Grabsteins sowie einer Einzelfallzulassungsgebühr zusammen. Die Kosten beziehen sich auf den Verwaltungsaufwand, erläutert Henning.

In Neuried müssen Angehörige 25 Euro Grabmalgenehmigungsgebühren zahlen. Das sei so in der Friedhofssatzung festgelegt worden, berichtet Birgit Wurth vom Standesamt Neuried. In Hohberg kostet das Aufstellen des Grabsteins 20 Euro für die Hinterbliebenen. Dazu komme jedoch noch die gewerbsmäßige Gebühr für den Steinmetz von 30 Euro. Wer eine dauerhafte Zulassung will, muss einmal 120 Euro zahlen, erklärt Klaus Seger von der Gemeinde Hohberg.

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Rund 50 Euro fallen also in den Gemeinden um Offenburg an – etwa dreimal weniger als Elisabeth Bohner bezahlen muss. Woher kommen die hohen Kosten? Aus der Rechnung, die der Redaktion vorliegt, geht hervor, dass sich die Kosten auf die Verwaltungsgebühr, das heißt die Zustimmung zur Errichtung oder Änderung von Grabmalen und die Verwaltungsgebühr für die Standsicherheitsprüfung pro Jahr aufteilen.

Auf Anfrage erklärt Marie-Christine Gabriel von der Pressestelle der Stadt Offenburg: „Die Gebühren werden nicht über den Daumen erhoben.“ Sie werden nach den Vorgaben des Kommunalabgabengesetzes (KAG) ermittelt und kalkuliert. Dabei werde der Zeitaufwand nach dem Stundensatz zugrunde gelegt.

Die Grabmalgenehmigungsgebühr umfasse zwei Verwaltungsvorgänge. 96 Euro fallen für die Beratung der Grabinhaber, die Aufgabe von Antragsformularen, die Erstellung des Gebührenbescheids, Dokumentation in der Grabakte und Weiteres an. Drei Euro müssen Angehörige jährlich für die Standsicherheitsprüfung zahlen.

„Im Grunde wäre es eine Aufgabe der Angehörigen, uns jährlich einen Nachweis zu erbringen. Das ist praktisch jedoch nicht durchführbar.“ Die Friedhofsverwaltung prüfe daher jedes Jahr nach der Frostperiode alle Grabsteine auf den Friedhöfen. Gabriel rechnet vor: „Im vorliegenden Fall war offensichtlich die Restlaufzeit des Grabes 18 volle Jahre, für eine bestehende Grabanlage sind somit 54 Euro zu erheben.

Aus Steuern bezahlt

Doch wieso sind die Gebühren so viel höher als im Umland? „Wir können uns vorstellen, dass andere Gemeinden eventuell Leistungen nicht erbringen oder Kosten gar nicht umlegen, nicht nach KAG kalkulieren“, heißt es von der Stadt. Denkbar sei auch, dass ein deutlich geringerer Kostendeckungsgrad erreicht werde und der Friedhof somit mit allgemeinen Steuermitteln finanziert werde. Die Gebühren in Offenburg würden für die Finanzierung des Friedhofsbetriebs erhoben, erklärt sie.

Info

Neue Friedhofssatzung

Als einziger Ortsteil hatte Griesheim im Dezember die vorgeschlagene Neukalkulation der Friedhofsgebühren abgelehnt. Der Ortschaftsrat wollte im Namen der Bürger ein „Zeichen setzen“, erklärte Ortschaftsrat Peter Karcher. Wesentlicher Grund für die Gebührenerhöhung waren laut Friedhofs-Chef Hans-Jürgen Jäger Hinweise der Gemeinde-Prüfanstalt. Die neuen Gebühren gelten seit dem 1. Januar 2021. Karcher kritisierte, dass vor drei Jahren mehrere Sanierungsmaßnahmen angekündigt wurden und bisher nichts geschehen sei.

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