Die tägliche Ausstellungszeit ist unbegrenzt

Was die Krippenfreunde beim Krippenweg in der Innenstadt zeigen

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 3 Minuten
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21. November 2020

Fast versteckt zwischen weihnachtlichen Kinderbüchern findet sich eine Krippe im Schaufenster der Buchhandlung Roth in der Hauptstraße. ©Sandra Biegert

In insgesamt 27 Schaufenstern von Geschäften in der Offenburger Innenstadt stellen die Krippenfreunde Offenburg bis zum Dreikönigstag ihre Krippen aus. Die Erbauer selbst haben vorab erläutert, was es bei diesem besonderen „Offenburger Krippenweg“ zu sehen gibt.

Der „Offenburger Krippenweg“ verläuft mitten durch die Innenstadt. Zu Fuß können in genau 27 Schaufenstern große und kleine Schätze der Krippenbaukunst erkundet werden. Dafür haben der Verein der Krippenfreunde Offenburg und das Stadtmarketing unter Leitung von Stefan Schürlein gesorgt. Sie haben damit an eine lange Offenburger Tradition angeknüpft. 

Weihnachtskrippen waren bereits ab 1918 in Offenburg zu sehen, Karl Otto Schimpf, Hotelier, war der erste Krippenaussteller. In den 90er-Jahren nahmen Günter Deuß und Rudi Rothenberger diesen Brauch wieder auf. Die Offenburger Krippenfreunde gründeten sich im Jahr 2000. 

Es hat auch Vorteile

Nun hat die Krippenausstellung noch ein ganz besonderes Merkmal dazu bekommen. Ein ungewolltes, denn in Zeiten von Corona müssen Museen und Ausstellungsorte passen. Dafür sind die Schaufenster der Innenstadt zum Präsentierteller der Krippenkünstler geworden. Das hat aber auch gewisse Vorteile. Die tägliche Ausstellungszeit ist unbegrenzt. Von Anbruch der Helligkeit bis in die Nacht läuft sie, merkten Edgar Kienzle und Günther Wöllner von den Offenburger Krippenfreunden bei der Vorstellung der gemeinsamen Aktion am Donnerstag schmunzelnd an. 

Können und Fantasie

Die Teilnehmerliste der Krippenfreunde ist fast schon legendär. Handwerkliches Können, Fantasie und liebevolle Details machen die Krippenausstellung spannend. Ob rustikale Alpenherbergen oder elegante Engel-Szenerien, Höhlenkrippe oder orientalische Prachtkrippe, die Vielfalt ist verblüffend, der Fantasie der Krippenbauer sind wohl kaum Grenzen gesetzt. Natürlich muss das „Personal“ stimmen, die Heilige Familie, die Drei heiligen Könige, sowie Ochs’ und Esel gehören dazu. 

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Ein bisschen kramt Krippenbauer Günther Wöllner in der Geschichte des alpenländischen Krippenbaus. Der letzte Kaiser von Österreich Franz Josef habe im Jahr 1782 das Nachstellen der Weihnachtsgeschichte in Form von Krippen verboten. Dann haben die Menschen eben ihre Krippen in einem Schrank, im Dialekt „Kasten“, versteckt, erklärt er die Herkunft der Bezeichnung  „Kasten-Krippe“. 

Jeder der etwa 30 Krippenbauer, die an der Ausstellung teilnehmen, hat jedoch seinen eigenen Stil, entwirft und baut in vielen Stunden das kunstvolle Ensemble. Die Figuren allerdings werden nicht selbst hergestellt. Dafür unternehmen die Krippenfreunde auch mal eine Reise in die Zentren der Krippenbauer. 

Landschaft, Stall oder Sternenhimmel, das allerdings schaffen die talentierten Krippenbauer mit sichtlicher Freude am Gestalten. „Nur im August wird nicht geschafft“, verriet Edgar Kienzle. 

Kein Händler sagte Nein

Stefan Schürlein vom Stadtmarketing hat die Geschäftsleute in der Innenstadt angesprochen. Es gab kein Nein, für die meist inhabergeführten Häuser seien die originellen Krippen eine Bereicherung ihrer Auslagefenster, wurde versichert. Dass eventuelle Besucher-Ströme entzerrt würden, sei bei einer freien Tages- oder auch Abendzeit gut machbar. Wann und wo man beginnt, wie lange und wie viele Krippen besichtigt werden, kann jeder selbst bestimmen. 

Zur Krippenausstellung in der Offenburger Innenstadt gibt es einen eigenen Flyer mit Standorterklärung. Von Warenhäusern bis zu Boutiquen, von Sportartikelgeschäften, Apotheken, Hörgerätegeschäft zur Versicherungsagentur oder Frisör, bis zum Optiker hin zum Schuhgeschäft zeigt sich die die Palette der Aussteller genauso vielfältig, wie die liebevoll ausgestalteten Krippen der Krippenfreude Offenburg.

HINWEIS: Der Offenburger Krippenweg in der Innenstadt ist von Dienstag, 24. November, bis zum 6. Januar zu sehen. Einen Flyer dazu gibt es im Bürgerbüro am Fischmarkt oder auf der Homepage der Stadt Offenburg unter www.offenburg.de

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