Gengenbach: Reparaturarbeiten

Wasserkraftwerk an der Kinzig außer Betrieb

Autor: 
Thomas Reizel
Lesezeit 3 Minuten
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28. Juni 2017
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Der Kranwagen am Gengenbacher Wasserkraftwerk wirft Fragen in der Bevölkerung auf. Was ist da los? Das E-Werk Mittelbaden erklärt auf Anfrage, dass ein Hydraulik-Zylinder defekt ist und erneuert werden muss. ©Thomas Reizel

Das E-Werk Mittelbaden produziert derzeit keinen Stom im Gengenbacher Wasserkraftwerk an der Kinzig, und das seit Ende Dezember. Grund sind ein technischer Defekt und Verzögerungen bei der Ersatzteillieferung.

»Ja, genau. Das wollen die Leute wissen«, sagte gestern Apotheker Markus Schilli, als er zufällig sah, dass das Offenburger Tageblatt das 2010 in Betrieb genommene Wasserkraftwerk des E-Werks Mittelbaden fotografiert. Zuvor hatte Ende vergangener Woche ein Gengenbacher in der Redaktion gefragt, warum dort seit Monaten nichts mehr geht.

Anthea Götz, Pressesprecherin des E-Werks Mittelbaden, erklärte dazu auf Anfrage: »Die Anlage ist seit Dezember trockengelegt.« Sie sei außer Betrieb genommen worden, weil ein mechanisches Teil ausgetauscht werden müsse. Dieses sei etwa 100 Kilo schwer und sorge dafür, dass ein Hydraulik-Zylinder funktionert.

»Mussten es abschotten«

Um überhaupt an das defekte Teil zu kommen, musste die Anlage vom Wasser abgeschottet werden. Doch dass sich seit rund sechs Monaten nichts getan hat, liegt vor allem an Lieferschwierigkeiten.

»Das Ersatzteil hätte eigentlich in acht Wochen da sein sollen, aber die Lieferzeit wurde überschritten«, erklärte Anthea Götz. Derzeit aber laufen die Arbeiten an, ein Kranwagen und Servicefahrzeuge stehen auf dem Gelände. Das E-Werk hofft, die Anlage Ende Juli wieder im Normalbetrieb fahren zu können. Doch davor müssten noch einige Tests absolviert werden. Der Reparatur der Anlage kostet das E-Werk 150 000 Euro. Ausgefallen zudem sind Einnahmen aus dem Stromverkauf.

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»Die Anlage produziert pro Jahr durchschnittlich 1,85 Millionen Kilowattstunden. Nicht erzeugt wurde rund eine Million«, erklärte Anthea Götz. Dem E-Werk entstehe dadurch aber kein Schaden, weil es gegen Ertragsaufälle wie in Gengenbach versichert ist.

Zwischen 2010 und 2012 nahm das E-Werk Mittelbaden drei neue Wasserkraftwerke an der Kinzig in Betrieb. Außer dem in Gengenbach gibt es noch eines in Hausach und am Großen Deich in Offenburg. Vor allem letzteres bereitet wegen Verkiesung Kopfzerbrechen. Es verfügt über ein bewegliches und dauernd überströmtes Krafthaus, das so konzipiert ist, dass mitgeführter Kies durch die Anlage geleitet wird.

»Seit Inbetriebnahme der Kraftwerke lagern sich die Steine jedoch so stark ab, dass sich die Fallhöhe des Wassers verringert. »Das führt zu einem beträchtlichen Verlust an gewonnener Energie«, sagte im Februar Ulrich Kleine, Vorstandsvorsitzender des E-Werks Mittelbaden, dem Offenburger Tageblatt.

Ausbaggern umstritten

Der Lahrer Energieversorger will deshalb einmal im Jahr den Kies am Großen Deich ausbaggern und den Kies an anderer Stelle in der Kinzig wieder einbringen. Dem entgegen steht aber, dass der Kies von Fischen als Laichgrund genutzt wird und ihnen Mikroorganismen als Nahrung diene. Deshalb steht das Freiburger Regierungspräsidium dem Ausbaggern skeptisch gegenüber.

Wie Pressesprecher Markus Adler bestätigte, habe es zwar Gespräche gegeben, doch noch kein Ergebnis, ergänzte das E-Werk Mittelbaden.

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