Ortschaftsratssitzung

Weier stimmt einem gemeinsamen Bauhof unter zwei Bedingungen zu

Autor: 
Thorsten Mühl
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28. Mai 2020
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Werden diese Seecontainer aus Waltersweier in Weier künftig überhaupt benötigt? ©Archivfoto: Herbert Gabriel

Am Ende stimmte der Weierer Ortschaftsrat einem gemeinsamen Bauhof der Gottswaldgemeinden zu – nach einer hitzigen Diskussion und nur mit Änderungen in der Beschlussvorlage.

Heiß diskutiert wurde im Ortschaftsrat Weier die Einführung eines gemeinsamen Bauhofs für die Gottswaldgemeinden (wir berichteten). Am Ende befürwortete der Rat das Thema, allerdings mit veränderter Beschlussvorlage. 

Ortsvorsteher Stefan Sauer-Bahr (BL, CD) und sein Waltersweierer Kollege Konrad Gaß fassten die wesentlichen Kernpunkte einführend zusammen. Die folgende Diskussion stieß Kurt Vetter (BL, CD) an. Er stand einem gemeinsamen Bauhof generell positiv gegenüber, sah unter den vorgestellten Gegebenheiten „noch erheblichen Klärungsbedarf“.

Für zwei Ortschaften wäre der Schritt zu gehen, bei vier hege er allerdings Zweifel. Erhoffte Synergieeffekte lasse er gelten, „allerdings sehe ich Probleme bei Urlaubsvertretung und Winterdienst. Das wird nicht machbar sein, wenn auch noch vier Kitas und vier Rathäuser mitgemacht werden sollen“. Und auch beim Thema Container stelle sich die Frage, ob sie überhaupt gebraucht würden. 

Hier bestätigte Sauer-Bahr, dass derzeit tatsächlich eher kein Bedarf für die Container bestehe. Zur Unterbringung Waltersweierer Gerätschaften, zum Beispiel den Traktor, werde sich aber auf jeden Fall eine Lösung finden lassen.

Insgesamt, so Kurt Vetter, scheine die Konstellation Weier zahlreiche Nachteile zu bringen. Er brachte eine Reihe kritischer Fragen ein, von denen einige die Situation überspitzten, andere wiederum punktgenau die Grundlage der Diskussion legten. 

„Ein Mammutprojekt“

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Gabriele Gaß (BL, Grün) sah auch zu viel, was zunächst in Waltersweier entfernt und in Weier unterkommen solle. Die Fülle an Punkten „sind mir suspekt“, räumte Gaß ein. Matthias Zanger (BL, CD) begrüßte den gemeinsamen Bauhof, sah allerdings „ein Mammutprojekt“ auf die Gemeinden zukommen. Die Vorlage sei ihm „bereits zu konkret gefasst“, er sehe wie Vetter noch Einzelheiten zu klären. Johannes Witt (BL, Grün) bezeichnete die Idee eines gemeinsamen Bauhofs als „genial“ und richtigen Weg. Allerdings merkte er an: „Einzelne Details erscheinen mir noch nicht völlig durchdacht.“ 

Christian Broß (BL, Grün) konnte die geäußerte Kritik ebenfalls nachvollziehen. Aus seiner Sicht wäre es wichtig, „regelmäßig in den Ortschaftsräten zum Thema zu informieren. Das macht die gesamte Situation besser nachvollziehbar“, so Broß. Konrad Gaß begegnete der Vetter-Kritik punktuell. Er betonte, Offenburgs Verwaltungsspitze stehe hinter der Maßnahme. Dass das in der Vorlage genannte Datum 1. Januar 2021 nicht zu halten sei, liege auf der Hand. „Das muss wachsen. Es wird ein, zwei Jahre dauern, bis alles läuft“, so Gaß. 

Wichtig sei erst einmal, einen Grundsatzbeschluss für die Einführung eines gemeinsamen Bauhofs zu fassen. Stefan Sauer-Bahr ergänzte, da sich die Baumaßnahme Feuerwehrhaus Waltersweier zeitlich nach hinten verlagere, bestehe zunächst kein größerer Druck. 

Keiner verliert Räume

Den Sorgen einiger örtlicher Vereine, Räume in der Halle zu verlieren, begegnete Sauer-Bahr beruhigend. „Nichts liegt uns ferner, als euch Räume wegzunehmen. Man muss erst einmal abwarten, wie sich das Thema neuer Bauhof entwickelt“, so der Ortsvorsteher.

Auf Antrag Vetters wurde die Beschlussvorlage abgeändert. Demnach soll in Weier zum 1. Januar 2021 der neue Bauhof kommen, allerdings seien zuvor alle offenen Fragen in den anderen Gottswaldgemeinden zu klären. 
Zudem seien die Ortschaftsräte fortwährend über die Entwicklungen zu informieren. Mit den Änderungen stimmte der Ortschaftsrat Weier einhellig zu.

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