Waldmobil vor Ort

Weingartenschüler erkunden den Wald

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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15. Oktober 2019

Auf der Kreuzebene erzählte Erich Ketterer vom Waldmobil den Zell-Weierbacher Schülern viel Wissenswertes rund um den Wald. ©Thorsten Mühl

Erstmals erhielten die beiden vierten Klassen der Weingartenschule Zell-Weierbach die Möglichkeit, mit dem Waldmobil Baden-Württemberg zu arbeiten. Im Mittelpunkt stand dabei die Erkundung von Leben im Wald, speziell im Bodenbereich.

Der Heim- und Sachunterricht der vierten Klassen der Weingartenschule verlagerte sich am Mittwochvormittag für jeweils zwei Stunden in den Wald. Auf der Kreuz­ebene konnten 41 Viertklässler, begleitet von Lehrerin Sonja Kalt, mit den Möglichkeiten des Waldmobils das Leben im Wald näher kennenlernen und untersuchen. 

Der erstmalige Besuch des Waldmobils in Zell-Weierbach war neben einer überzeugenden Bewerbung auch deshalb möglich, weil die Sparkasse die Kosten trug. Das Waldmobil ist ein pädagogischer Baustein der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Baden-Württemberg. Zwei Waldmobile sind landesweit im Einsatz – eines in Baden, eines in Württemberg. Alleine in Baden fanden 2018 mit dem Waldmobil 124 Veranstaltungen statt, an denen 2264 Kinder teilnahmen. Erich Ketterer ist einer von aktuell 14 Mitarbeitern, die die Veranstaltungen begleiten und betreuen. Der pensionierte Lehrer und zertifizierte Waldpädagoge engagiert sich seit fünfeinhalb Jahren beim Waldmobil, wie er erzählt. Seine Leidenschaft für den Wald und das Leben darin versuchte er, an seine jungen Zuhörer weiterzugeben.
 

Keine Angst vorm Wolf

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Nach einer kurzen Einführungsrunde stellte er den Viertklässlern zunächst verschiedene Tiere anhand von Rätseln vor. Flexibilität bewies er, als aus den Schülerreihen nach dem Wolf gefragt wurde. Anhand einer Silhouetten-Darstellung zeigte Ketterer den wieder zurückgekehrten Isegrim, um dazu aber klar Position zu beziehen. „Angst müsst ihr vor dem Wolf keine haben. Er ist ein Fluchttier, hier im näheren Umkreis ist er nicht verbreitet“, zeigte Ketterer. Als im Wald verbreitete Tiere nannten die Viertklässler beispielsweise Hirsche, Hasen, Vögel, Eichhörnchen oder auch Schwarzwild. Im nächsten Schritt ging es darum, verschiedene Waldtiere anhand ihrer Stimmen zu identifizieren. Eine knifflige Aufgabe, denn die wenigsten Schüler hatten schon einmal einen sich artikulierenden Fuchs, Dachs oder Igel in freier Wildbahn gehört. Ketterer erzählte bei dieser Gelegenheit Verschiedenes zu den einzelnen Tieren. Beispielsweise zum Eichelhäher, dem „Polizisten des Waldes“, der mit seinem markanten Ruf kleinere Tiere bei Gefahr warnt.

Warum im Wald das gefallene Laub nicht meterhoch liegt, lernten die Viertklässler ebenfalls. Wie Ketterer erläuterte, enthielten zwei Handvoll humusreicher Boden „mehr Kleinstlebewesen, als Menschen auf der Erde leben“ – also zwischen siebeneinhalb und acht Milliarden. Um diese Lebewesen zu untersuchen, gab Ketterer den in Gruppen aufgeteilten Schülern vielseitig besetzte Instrumentenkoffer an die Hand. Mit Schaufel oder Exhaustor (einer Art „Boden­staubsauger“) konnte der Boden untersucht, dabei verschiedene Lebewesen studiert werden. 

Dass sich die Viertklässler für die Untersuchungen und Schlussfolgerungen begeistern ließen, zeigte nicht nur der Einsatz im Umgang mit dem Ins­trumentenkoffer. Auch Sonja Kalt und Erich Ketterer zeigten sich am Rande des Geschehens zufrieden. „Beide Klassen haben sehr gut mitgemacht und sich auf das Thema Leben im Wald eingelassen“, befand Ketterer.

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