Schutterwald

Weitere Paten für Asylbewerber sind willkommen

Autor: 
Michael Haß
Lesezeit 3 Minuten
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23. Februar 2016

Engagieren sich (von links): Jutta Spinner, Beate Heuberger, Simone Mennle. Es fehlt auf dem Bild: Manfred Lang. ©Michael Haß

Sie helfen bei der Erstausstattung von Flüchtlingen, überwinden mit ihnen bürokratische Hürden und helfen bei der Integration im Ort: Zwölf Paten engagieren sich für 45 Flüchtlinge in Schutterwald – ehrenamtlich. Das »Netzwerk Gastfreundschaft« koordiniert in Zusammenarbeit mit der Gemeinde die Hilfsaktionen. Und das erfolgreich.

Helfer statten den Hausrat aus und geben den Neuankömmlingen Orientierung im bürokratischen Dschungel. Das ist die gute Nachricht. Doch die Zahl der Flüchtlinge wird im Laufe des Jahres auch in Schutterwald steigen. Gesucht werden weitere Paten, die den Neuankömmlingen die Integration erleichtern.

Seit einem Jahr gibt es das »Netzwerk Gastfreundschaft« im Ort. Etwa 30 Schutterwälder treffen sich regelmäßig, um Hilfe zu koordinieren. Das hat bis vor einem Jahr Rosel Stelzer alles alleine erledigt. Jahrzehntelang war die Schutterwälderin für Generationen von Flüchtlingen schlicht die »Mama«. Aber jetzt sollten Jüngere ran. Zudem steigt die Zahl der Neuankömmlinge im Ort von Jahr zu Jahr. Mit Domenic Preukschas hat das Netzwerk einen Sprecher, der selbst als Pate für zwei Familien fungiert und mit viel Engagement den Ehrenamtlichen eine feste Struktur gibt. 

Für Arbeitsgruppen und Paten gilt: Ideen sind ein Rohstoff, der mehr wird, wenn man ihn teilt. Das ist das Geheimnis auch dieser Aktion. »Je mehr die Menschen, die sich engagieren, wiederum darüber erfahren, wie andere Menschen sich engagieren, entsteht daraus neue Inspiration für weiteres Engagement«, verdeutlicht Jutta Spinner, die seit einem Jahr Patin für eine Familie aus Eritrea ist. Ein humanitäres Perpetuum mobile also, im Idealfall.

Zusammen mit Beate Heuberger und weiteren Helfern organisiert sie das Hausrat-Depot. Paten können dort notwendige Haushaltsgegenstände für Flüchtlinge erhalten, wenn wieder eine Wohnung eingerichtet wird. »Was es im Depot nicht gibt, müssen die Flüchtlinge aus eigener Tasche finanzieren«, verdeutlicht Beate Heuberger. Die Gegenstände aus dem Depot stammen aus Spenden der Bevölkerung.

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Die Flüchtlinge, die in Schutterwald wohnen, haben teilweise eine Duldung, die Anerkennung als Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge und damit eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre. Sie kommen aus Eritrea, Syrien, Afghanistan, dem Irak, Pakistan und dem Libanon.

Die Verständigung ist nicht immer leicht. »Die Flüchtlinge, die nach Schutterwald kommen, erhalten eine Anschlussunterbringung, sind dadurch schon ein paar Monate in Deutschland, und so manche verstehen ein paar Worte Deutsch«, so Simone Mennle und erzählt, dass nur wenige Englisch sprechen. »Wenn gar nichts hilft, benutzen wir Gestik und Mimik, und die Flüchtlinge übersetzen untereinander.« Schwierigkeiten haben die Flüchtlinge im Umgang mit Ämtern. Ob Familienkasse, Job-Center, Sozialamt, Migrationsamt oder Krankenkasse.

Die Paten stehen den Betroffenen zur Seite. »Unser Ziel ist, dass die Neuankömmlinge selbstständig werden«, betont Manfred Lang.Viele von ihnen arbeiten in Schnellimbissen, Restaurants oder Baumärkten.

Die Gemeinde Schutterwald hat für die Unterbringung Häuser gekauft oder angemietet. Teilweise bis zu neun Personen sind in einer Wohnung untergebracht. Zwei bis drei teilen sich ein Zimmer. Es gibt auch eine reine Frauenwohngemeinschaft. Rücksicht auf Religionszugehörigkeit oder Herkunft wird nicht genommen. Ganz bewusst. »Wenn wir im Kleinen kein friedliches Miteinander schaffen, wie soll es dann in der Weltpolitik funktionieren?«, fragt sich Beate Heuberger.

Hariolf Stolzer ist Ansprechpartner von der Gemeinde Schutterwald in praktischen Fragen, Andreas Friedmann von Verwaltungsseite. Beide sind sofort zur Stelle, wenn Paten Hilfe benötigen. Die Arbeit als Paten empfinden die Ehrenamtlichen als bereichernd. Überlastet fühlt sich keiner. Die Neuankömmlinge stehen auch nicht vor der Tür der Paten oder rufen an. Manfred Lang: »Wir entscheiden, wie viel wir uns einbringen.« Die Dankbarkeit, die ihnen entgegengebracht wird, ist groß. Für Simone Mennle ist auch die Erkenntnis wichtig, »dass nicht alles heute erledigt werden muss«.

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