»So ein Zirkus« war Motto der Dreifaltigkeits-Fasnacht

Wenn die Pfarrei zum Zirkuszelt wird

Autor: 
Gottfried Wiedemer
Lesezeit 3 Minuten
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14. Februar 2019
Die närrische Mini-Gruppe hatte viel Spaß bei der Fasnachtsveranstaltung der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit.

Die närrische Mini-Gruppe hatte viel Spaß bei der Fasnachtsveranstaltung der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit. ©Stefan Luchner

Seiltänzerinnen, Clowns, Kirchenmäuse und viele andere Figuren kamen zur Fasnachtsveranstaltung der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit. 

»So ein Zirkus« – ein mehrdeutiges Motto für die Fasnacht der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit, das aber von den meisten eindeutig wörtlich genommen wurde. Es kamen Löwen, Tiger, Bären, Clowns, Seiltänzer und eine tanzende Wunderstute. Auf die Tische hatten Ingrid Fuchs und ihre Getreuen kleine Zirkus-Zelte und Raubtiere gezaubert und Schlosser Andreas Breineder hatte aus veritablen Bauzäunen einen Raubtierkäfig um die Bar gebastelt. 

Drinnen gab es »Tigerzahn«, »Feuerspucker« und »Doppelte Saltos« als Cocktails. Unglaublich die Kreativität der Narren: Statt Floh-Zirkus sah man den Klo-Zirkus, und Heike und Ulrike, die Hebammen der Pfarrei-Fasent, erschienen als Zuckerwatte-Pyramiden; und die Schleckermäuler wussten nicht recht, wo sie anfassen sollten.

Als es mit dem Programm losgehen sollte, hatte Marita keine Stimme mehr, sie krächzte sich aber heldenhaft durch den Abend. Die Eröffnungsrede mit »Narri, Narro« und »Schelle, schelle« wurde ihr von Gottfried abgenommen, und der Alte versprach: »Die Fasent wird gewaltig heit‘ – im Zirkuszelt Dreifaltigkeit«. 

Die traditionellen Auftritte der althistorischen Spättle – Polonaise zum Aufmischen der Narrenschar – und die 14 Bloser von Mozig (Musiker ohne Zukunft in Griesheim) brachten Schwung in die Bude. Die Programm-Nummern waren zirzensisch oder pfarrensisch. Claudia Schimmer erzählte Merkwürdigkeiten aus der Kirche Gottes vor Ort, zum Beispiel den Ausverkauf von Kirchen, Gemeinde- und Ferienhäusern, von Dienstwohnungen für geistliche Gefäße und vom Springer-Dienst der Mesner, was stets auf den Refrain »So ein Zirkus« hinauslief. 

Überall tropft es herein

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Die Oststadt-Kirchenmäuse tratschten über die Orgel, den Kirchenchor und über das 45 Jahre alte Gemeindehaus. Da tropft es überall herein, sodass es sich wohl bald in eine Tropfsteinhöhle verwandeln wird. Man hört, dass der Europa-Park es in seine neuen »Wasserwelten« integrieren wolle. Auf dem Josefsaltar solle ein Getränke-Automat installiert werden, und die Kleinkinder sollen statt der Bilderbücher Tablets bekommen. Das sind bisher alles Gerüchte, und die fünf Mäuse fragten: »Was wisse Sie?« und stellten fest: »Mir wisse nix.«

Höhepunkte waren die echten Zirkus-Nummern. So traten zu Tschaikowskys »Nussknacker«-Musik  die Tütü-Seiltänzerinnen aus Weingarten auf. Aber auf dem Seil wurde nicht balanciert, sondern Wäsche aufgehängt. Die stummen Clowns Charly und Peppino zauberten aus ihren Köfferchen Luftballons, schütteten Wasser in eine Zeitung und brachten die Flüssigkeit wieder unversickert ins Glas. 

Am Erstaunlichsten tanzte die Wunderstute Hippola nicht nur ihre klassische Dressur, sondern auch Polka, Cha-Cha-Cha, Charleston und Walzer. Unter ihrer Pferde-Decke steckten gemeinsam Adelheid und Gottfried und machten das brave Tier 148 Jahre alt: es hatte schon Kaiser Franz-Josef und Sissi entzückt, wie die Direktorin Johanna (9) verriet.

Prämiert wurden eine abgestürzte Seiltänzerin, die Socken-Zauberer und die Klo-ste(he)r-Schwestern und viele, viele andere. 

Anneliese Schneider (101) und Vikar Lukas Biermayer wurden als Geburtstagskinder gefeiert. Dem DJ von den »Crazy Pees« gefiel dies alles  so gut, dass er für die Unermüdlichen weiterspielte bis halb vier in der Früh.
 

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