Festgottesdienst am Donnerstag

Wie im Offenburger Kloster Mariä Himmelfahrt gefeiert wird

Autor: 
Barbara Puppe
Lesezeit 3 Minuten
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14. August 2019

Das Hochaltarbild zeigt die Mutter Jesu, wie sie in einer Wolke in den Himmel emporgehoben wird. ©Barbara Puppe

Der katholische Feiertag Mariä Himmelfahrt hat seit Jahrhunderten Tradition. Gefeiert wird er am 15. August. An diesem Tag begeht die Klosterkirche Unserer Lieben Frau ihr Patrozinium mit Festgottesdienst und Kräuterweihe.

Das Kloster mit der Klosterkirche Unserer Lieben Frau ist ein markantes Gebäude in Offenburg mit einer langen Geschichte. Beim Stadtbrand 1689 wurde es weitgehend zerstört. 1696 begannen erste Arbeiten zum Wiederaufbau,  1843 wird die Klosteranlage  im »Universal-Lexikon vom Großherzogthum Baden« unter den »schönsten Gebäuden« aufgezählt. Als die Augustiner Chorfrauen nach der Säkularisation des ehemaligen Franziskanerklosters 1823 nach Offenburg kamen, fanden sie  ein leer stehendes Kloster vor.  

»Uns war es wichtig, dass Mariä als Schutzpatronin des Ordens und der Kirche hier einen besonderen Platz bekam«, so Mutter Martina Merkle, die Oberin des Klosters. Fortan trugen Kloster und Kirche den Namen »Unserer Lieben Frau«.  Das Patrozinium wird an Mariä Himmelfahrt, dem ältesten und bekanntesten der vielen Marienfeste, die die Kirche über das Jahr feiert,  mit  einem Festgottesdienst mit Kräuterweihe begangen.

Wer die Klosterkirche betritt, entdeckt im Chor das Hochaltarbild. Es zeigt die Mutter Jesu, wie sie in einer Wolke in den Himmel emporgehoben wird. »Das Werk eines unbekannten Künstlers will ein Geschehen ausdrücken, das gläubige Christen auch für sich selbst erhoffen«, erklärt die Oberin, nämlich, dass der Mensch für den Himmel geschaffen sei und nach etwas verlange, was über den Tod hinausreiche. Mit dieser Zukunftshoffnung könne er der Versuchung widerstehen, sich nur im Diesseits einzurichten. 

Fürsprecherin bei Gott

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In der kleinen gotischen Kapelle am Kreuzgang, die laut Klosterurkunde den Brand von 1689 überdauert hat, gibt es weitere Muttergottes-Darstellungen: Eine wertvolle Plastik aus Holz, die auf 1460 datiert ist, und neun Wandgemälde aus dem Marienleben des  Stuttgarter Malers Fidelis Bentele, die unter anderem auch die Himmelfahrt Mariens zeigen.

Maria habe ungeteilt den Willen Gottes erfüllt, schon früh haben Menschen deshalb geglaubt, dass Maria nach ihrem irdischen Leben mit Leib und Seele ganz nahe bei Gott ist, so Mutter Martina. Die Mutter des Erlösers gilt deshalb den Gläubigen als Fürsprecherin der Menschen bei Gott. In vielen Kirchen, beispielsweise in Notre Dame de Paris oder im bekannten Marienwallfahrtsort Lourdes, aber auch in der Offenburger Klosterkirche, wird sie um Hilfe angerufen.

Nach dem Gebet entzünden die Gläubigen eine Kerze und stecken sie als sichtbares  Zeichen auf einen Leuchter. »Das müssen nicht unbedingt die aktuellen Kirchgänger sein, sondern Menschen mit ihren Sorgen, die sie der Mutter Gottes anvertrauen«, erklärt die Oberin. Symbolisch steige so der Rauch der Kerze in Stellvertretung für die Gebete zum Himmel empor. 

Auch wenn das katholische Hochfest »Mariä Aufnahme in den Himmel«, wie es kirchenoffiziell heißt, in den meisten Bundesländern kein Feiertag ist, wird es dennoch im Volk hochgehalten. Traditionell bringen die Gläubigen zum Gottesdienst Kräuterbüschel mit, vielerorts werden sie kunstvoll, manchmal zu wagenradgroßen Sträußen gebunden, mindestens sieben Heilkräuter müssen dabei verwendet werden. Die Verbindung von Kräuterweihe und Muttergottes-Fest geht wahrscheinlich auf die alte Legende zurück, nach der die Jünger Jesu nach dem Tod Mariens das Grab geöffnet und statt des Leichnams duftende Kräuter und Blumen vorgefunden haben.

Für die Gläubigen erhalten die Kräuter durch die Weihe im Gottesdienst eine besondere Kraft. Sie werden in Haus und Hof aufbewahrt und sollen vor Unheil, wie Krankheit oder Unwetter schützen. Zum Festgottesdienst mit Kräuterweihe und Instrumentalmusik laden die Seelsorgeeinheit Sankt Ursula und die Schwestern vom Kloster Unserer Lieben Frau herzlich in die Klosterkirche ein. Er beginnt heute, Donnerstag, um 18.30 Uhr, anschließend trifft man sich zur Begegnung im Kreuzgang. 

Hintergrund

Historie

Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel geht auf ein Marienfest zurück, das Cyrill von Alexandrien im 5. Jahrhundert eingeführt hat. Im 7. Jahrhundert feierte man das Fest in Gallien, in Rom wurde es ab dem 8. Jahrhundert am 15. August gefeiert. Im Jahre 813 wurde das Marienfest in Deutschland eingeführt. 1950 erklärte Papst Pius XII. die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel für die römisch-katholische Kirche zum Dogma.

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