Offenburg - Griesheim

Wie kann ich den umbringen?

Autor: 
Klaus Krüger
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
27. Februar 2014

Kirsten Slottke hat einen neuen Krimi veröffentlicht – »Rücksichtslos«. ©Klaus Krüger

Wie lebt eine Krimiautorin? In verruchtem Ambiente, mit blutrünstigen Bildern an den Wänden? Das mag’s geben, doch Kirsten Slottke lebt anders: stilvoll und gediegen, in einem ganz normalen, wenn auch geräumigen Haus in Hesselhurst. In ihrem Hauptberuf als Ärztin arbeitet sie in Griesheim

Willstätt-Hesselhurst/Offenburg-Griesheim. Ich klingle. Kirsten Slottke öffnet. »Entschuldigen Sie das Durcheinander hier«, sagt sie, nachdem wir uns die Hand gegeben haben und deutet auf das Erdgeschoss hinter sich. Viel sehe ich nicht, das meiste liegt hinter einer massiven Tür verborgen. »Aber mein Mann verlagert seine Firma hierher. Wir bauen um.«
Im Wohnzimmer im ersten Stock erwarte ich eigentlich mindestens einen großen, gemütlichen weißfelligen Hund – aber den gibt es hier nicht. Dafür einen ihrer beiden Söhne, der sich über die Kekse für den Gast hermacht, was seiner Mutter ein kehliges Lachen entlockt; außerdem ihre Schwester Rebekka und ihr Bruder Tobias. Kirsten Slottke hat eine erstaunliche Karriere hinter sich. Sie schreibt erst seit 2010 so richtig – hat aber schon ihr viertes Buch im zweiten Verlag herausgebracht. Ganz nebenbei arbeitet sie als Ärztin in Griesheim, ist dreifache Mutter und auch sonst engagiert – etwa beim Judo. Beim Deutschen Roten Kreuz ist sie ehrenamtlich Bereitschaftsleiterin und Bereitschaftsärztin. Wann schreibt sie da? Nunja, wenn die Kinder in der Schule sind, abends und im Urlaub. Als Ärztin arbeitet sie nicht den ganzen Tag. Ihr aktuelles Buch ist gerade erschienen und heißt »Rücksichtslos«.
Wieder ein Krimi mit Kommissarin Katharina Bergen aus Frankfurt. »Krimi liegt mir«, sagt sie. Frau Bergen wohl auch. Die Krimis haben zudem etwas mit ihrer Schwester Rebekka zu tun – denn die war beim Landeskriminalamt in Wiesbaden beschäftigt und hat von daher tiefe Einblicke in den Polizeiapparat genommen. »Sie hat mich schon gefragt: Wie kann ich den umbringen?« lacht Rebekka.
In ihren Büchern lebt sie offensichtlich eine gewisse literarische Mordlust aus – im ersten meuchelte die Ärztin den Direktor des Senckenbergmuseums in Frankfurt. Im aktuellen Frauen nach der Niederkunft. Und in Zukunft soll es einen Krimi geben, der in der Nähe von Offenburg spielt. Wir sind gespannt.
Aber Kirsten Slottke ist nicht auf Krimis beschränkt. Angefangen hat sie als Elfjährige mit einer Fantasygeschichte. Nach 40 Seiten
Schreiben hörte sie auf – da hatte sie eine Sehnenscheidenentzündung. Jetzt plant sie ein Kinderbuch. Richtig los ging es mit dem Schreiben 2010. Am Ende ihrer Elternzeit hatte sie die Idee für ein Buch – und das schrieb sie dann auch.
Wenn sie schreibt, dann von Anfang bis Ende ohne lange Unterbrechungen. »Den Plot arbeite ich genau aus«, sagt sie. Vom Rest, von manchem Winkelzug der Geschichte, lässt sie sich gerne überraschen. Sie gestattet der Geschichte, mal nach links und rechts abzubiegen, solange der rote Faden erhalten bleibt.
Mancher Winkelzug
Vorbilder hat sie auch – die Autoren Strobel und Fitzek. Und weil es ihr wichtig ist, dass ihre Bücher dem Leser gefallen, lässt sie ihre Manuskripte im Bekanntenkreis testlesen. Ehe sie zum Verlag gehen. Und da sollen noch viele landen – geschrieben in ihrem gediegenen Haus in Hesselhurst.

- Anzeige -

Biografisches
Kirsten Slottke erblickte 1972 das Licht der Welt. Schon seit ihrer Kindheit fasziniert sie das Schreiben. Jetzt, als Mutter von drei Kindern und Ärztin in allgemeinmedizinischer Praxis, nimmt es seit 2010 einen festen Punkt in ihrem Leben ein. Beim Erfinden und Niederschreiben neuer Geschichten taucht sie vollkommen in die fiktive Welt ein. Schreiben ist ein Kontrapunkt zu ihrem meist lebhaften Alltag.
2012 erschienen im Nepa-Verlag ihr erster Katharina-Bergen-Krimi »Mörderische Pläne«.
Mehr auf www.kirstenslottke.de:

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • vor 6 Stunden
    Eröffnung am 30. März
    Beim Grillen wird es jetzt richtig heiß: Der Obi Markt in Offenburg eröffnet am Samstag, 30. März, seine neue 500 Quadratmeter große »BBQ & Grillwelt« – und macht sich zur Top-Adresse für Grill-Fans. Kunden erwartet ein konkurrenzlos großes Angebot an Grills und Zubehör von Top-Marken. Zur...
  • 19.03.2019
    Kehl
    Zum 29. Mal können Gäste am Wochenende des 30. und 31. März in der Kehler Innenstadt den Kehler Autopark besuchen. Eingerahmt ist er in ein Frühlingsfest, der Sonntag ist außerdem verkaufsoffen.
  • 28.02.2019
    Kehl-Kork
    Traumhafte Bäder in den verschiedensten Varianten, zugeschnitten auf die individuellen Wünsche des Kunden - dafür stehen die Experten von Badtraum in Kehl-Kork seit 11 Jahren. Das Besondere dabei: Badtraum liefert alle Leistungen aus einer Hand und steht den Kunden von der Planung bis zum Einbau...
  • 15.02.2019
    Bars, Musik, Kostümprämierung
    Schon siebenmal fand der Gammlerball in Kehl bislang am Schmutzigen Donnerstag statt. In diesem Jahr ist das anders. Erstmals wird in der Stadthalle am Fasnachtssamstag gefeiert. Neben DJ Vuko sorgen verschiedene Narrenzünfte und die Gammlerbänd Willstätt für die Musik. Mit der Terminänderung aufs...

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 6 Stunden
Das Jubiläum steht im Fokus
Der Tennisclub Weier konzentriert seine Aktivitäten für 2019 neben dem Sportbetrieb auf das Jubiläum seiner Gründung vor 40 Jahren.
vor 7 Stunden
Handwerkerstammtisch festelte
Als Papst Pius IX. 1870 den heiligen Josef zum Patron der Kirche erklärte, gab es den Handwerkerstammtisch »Alpenkräutler« noch nicht. Kein Grund für die Offenburg Handwerker, den Namenstag ihres Schutzpatrons nicht zu einem ihrer Festtage zu erheben und am Dienstag entsprechend zu feiern.  
vor 7 Stunden
Offenburg
Seit vergangenen Freitag müssen Nutzer des Obi-Parkplatzes in Offenburg eine Parkscheibe im Auto hinterlegen, um zwei Stunden kostenfrei zu parken. Hat sich die Situation mit Dauerparkern vor Ort bereits geändert? Wir haben beim Marktleiter nachgefragt.
vor 7 Stunden
Antrag der Fraktionen
Nach ihrem Vor-Ort-Termin fordern Stadträte in einem Antrag die Überprüfung der Situation auf dem Parkplatz der Nordwest-Schulen – und schlagen fünf Punkte vor.
vor 9 Stunden
Land schüttet Fördergelder aus
Finanzhilfen in Höhe von 5,4 Millionen Euro fließen durch das städtebauliche Förderprogramm 2019 in den Landtagswahlkreis Offenburg. Dies teilten gestern die Landtagsabgeordneten Volker Schebesta (CDU) und Thomas Marwein (Grüne) mit.  
vor 10 Stunden
Ausgebildet in Moskau
Im Chorwerk Ohlsbach stehen die Zeichen nach sehr erfolgreichen Jahren mit dem Ausscheiden von Dirigentin Swetlana Sessler auf Wechsel und Weiterentwicklung. Aus der Reihe der Bewerber entschieden sich die Chormitglieder mit großer Mehrheit für Uliana Nesterova, die angetreten ist, die...
vor 11 Stunden
Erster Termin am 5. April in Bohlsbach
Die Stadt Offenburg hat am Mittwoch den Fahrplan für die Bürgerinfos zur Standortsuche für den Klinik-Neubau vorgestellt. Fünf Termine sind Anfang April geplant.
vor 13 Stunden
"German Doctors"
Kinderärztin Sandra Haghir war für ein Projekt der Organisation »German Doctors« sechs Wochen im afrikanischen Sierra Leone. Neue Krankheitsbilder, eine hohe Kinder- und Müttersterblichkeit sowie das Thema Ernährung,beschäftigten sie vor Ort.
vor 16 Stunden
Jahresversammlung der Ortenberger Wehr
Auch 2019 ist die Tagesbereitschaft der Feuerwehr in Ortenberg gewährleistet. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr haben Bilanz gezogen. 20 Einsätze gab es im vergangenen Jahr. Die Wehrleute engagierten sich insgesamt 1673 Stunden in Einsätzen und Proben. 
vor 16 Stunden
Diskussion zur Einkaufsstadt
Die FDP-Gemeinderatsfraktion erarbeitete bei einem Infoabend mit Bürgern Vorschläge, um die Attraktivität der Innen- und Oststadt zu erhalten und auszubauen. Zwei Erkenntnisse: Uniformität ist kontraproduktiv, und es braucht mehr Grün.  
vor 17 Stunden
Hunde sollen bei Wildschweinjagd helfen
Die Gemeinde Nordrach kommt den Inhabern eines Jagdscheines steuerlich entgegen: Für bis zu zwei Jagdhunde müssen diese künftig keine Hundesteuer bezahlen. Dies beschloss der Gemeinderat am Montag.
vor 19 Stunden
Krisen-Abteilung Baurecht
In einem mündlichen Sachstandsbericht hat Daniel Brugger, Leiter der Abteilung Baurecht im Technischen Rathaus, über den Fortschritt in Sachen Beschleunigung der Baugenehmigungsverfahren informiert.