Landfrauen feiern Jubiläum

"Wir haben die gleichen Themen"

Von Inka Kleinke-Bialy
Lesezeit 3 Minuten
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22. Juni 2024
Julia Vollmer mit Lia (3) auf dem Arm und den Zwillingen Marie (von links.) und Annika. 

(Bild 1/2) Julia Vollmer mit Lia (3) auf dem Arm und den Zwillingen Marie (von links.) und Annika.  ©Inka Kleinke-Bialy

OT-Serie zu "50 Jahre Landfrauen im Kinzigtal" (3): Julia Vollmer ist Mitglied der Landfrauen Nordrach und hat großen Respekt vor allem, was Frauen schon erreicht haben und erreichen können..

Am 5. Juli werden die Landfrauen des Ortsvereins Entersbach Gastgeber im Dorfgemeinschaftshaus Unterentersbach sein, wenn der Landfrauen-Bezirk Haslach „50 Jahre Landfrauen im Kinzigtal“ feiert. Stellvertretend für alle Landfrauen stellen wir vier Vertreterinnen der dazugehörigen Ortsvereine vor. Heute: Julia Vollmer vom Ortsverein Nordrach.

„Die Landfrauen kannte ich schon immer“, erzählt Julia Vollmer, „meine Mama ist auch Landfrau mit Leib und Seele“. In einem 300-Einwohner-Dorf „hinter Stuttgart“ ist die Zweiundvierzigjährige aufgewachsen und 2002 nach Nordrach gekommen. „Davor war ich in noch keinem Verein“, sagt sie, „aber wenn ich einem Verein beitreten würde, dann wären es die Landfrauen. Das war für mich so klar, dass ich das hier in Nordrach dann auch gemacht habe.“ Im Jahr 2012 war das.

Ihr Beruf als Diätassistentin hat sie hierher verschlagen. Geblieben ist sie ob der vielen Freunde, die sie hier gefunden hat, weil sie das Landleben von Kind auf kennt und liebt und hier auch ihren Mann kennengelernt hat. So kam sie vor zehn Jahren auf den Vollmer’schen Hof auf dem Hutmacherdobel.

Im Ortsverein Nordrach war Julia Vollmer von Anfang an auch gleich im Vorstand tätig, als Beisitzerin. Bei der jüngsten Vorstandswahl im vergangenen März nahm sie das Amt der zweiten Vorsitzenden an. „Mir ist es einfach wichtig, dass der Verein weitergeht und dafür Zeit zu investieren“, betont sie, trotz dreier Kinder im Alter von acht bis drei Jahren, Berufstätigkeit und Nebenerwerbslandwirtschaft. Hinzu kommt ein Ferienhaus. Fünf Hektar umfasst die Liegenschaft teils in Steilhanglage: Streuobstwiese und Weide, dazu ein Nutzgarten.

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Letztes Jahr ging der Hof auf die junge Familie über. „Meine Schwiegereltern wohnen mit im Haus, und die sind natürlich eine große Stütze, ohne die beiden wäre das für uns schwierig.“ Früher half Vollmer den Schwiegereltern bei den Ferienwohnungen, denn zu deren Betreiben „gehört viel mehr dazu als jeweils An- und Abreise“, ihr Mann half bei der Arbeit auf dem Hof. Jetzt geht das alles umgekehrt: „Das ist schön so, ein ständig wechselndes Geben und Nehmen“, sagt die Landfrau.

Ernährung und Gesundheit sind Julia Vollmer wichtig, und beides gehört auch zu den Betätigungsfeldern der Landfrauen. Hinzu kommt der regionale Aspekt, „also das zu bewerben, was wir hier in der Region anbauen, und das weiterzutragen, das kann ich natürlich auch in meinem Beruf machen“, freut sich die Ernährungsbewusste. Der weitläufige Nutzgarten auf dem Hof dient daher, so weit es geht, der Selbstversorgung – ein typischer Bauerngarten, in dem die Kinder helfen, „sie kennen auch die Kräuter, die wissen Bescheid.“

„Kein Gezicke“

An den Landfrauen gefällt Vollmer, dass es ein reiner Frauenverein ist – also von Frauen für Frauen. Weil die Themen, für die man sich interessiere, die gleichen seien, „dadurch ist das Untereinander so schön – das geht jetzt überhaupt nicht gegen Männer! Die Gemeinschaft ist toll, es ist immer schön unter Frauen, und bei uns gibt es kein Gezicke!“ Auch schätzt sie es, dass alle Altersklassen vertreten sind, „und auch berufsmäßig sind wir gut durchgemischt“. Zudem erhalte man viele Ideen und Tipps, auch dank der Erfahrungen der Älteren.

„Außerdem finde ich es toll, wenn Frauen etwas erreichen. Ich habe allen Respekt vor dem, was Frauen schon auf die Beine gestellt haben, und finde es toll, was man alles erreichen kann, wenn man zusammenhält“, betont Julia Vollmer.

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