Der Kinzigtäler

Wozu eigentlich auf den Advent warten?

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10. Oktober 2018

Eine Kolumne von Thomas Reizel. ©Iris Rothe

Der Lebensmittelhandel ist manchmal fragwürdig. Der Goldene Oktober sorgt nach dem Ausnahmesommer für eine Verlängerung des Ferien-gefühls und gibt so eine letzte Schonfrist vor der trüben Jahreszeit. An Weihnachten denkt wohl kaum jemand. Nur die Lebensmittelgeschäfte drängen sich geradezu ins Kleinhirn der Kunden. In Reih’ und Glied stehen sie, die Weihnachtsmänner, Pfeffernüsse, Spekulatius, Lebkuchen und Co. Griffbereit, schnapp und weg.

Für den Autor dieser Zeilen ist der Startschuss für die Weihnachtszeit und diese Leckereien immer der 1. Advent. Vorher gab es zu Hause einfach nichts. Als Kind hieß es bis dahin immer warten, warten, warten.  Klar, diese Zeit war oft unerträglich, aber sie war da, die Vorfreude auf diese Süßigkeiten. Vor allem dann, wenn in der Küche beim Backen geholfen wurde. Sehr hart war ja auch das Warten, bis die Brödle mürbe waren.

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Mutter wie Großmutter fanden jedes Jahr ein neues Versteck. Doch wir Kinder haben sie alle gefunden! Und das Stibitzen war wie ein Krimi. Nur ganz leise sein und die Einbruchsspuren vertuschen. Und als dann am 1. Advent die ersten Brödle sozusagen mit einem familiären Zeremoniell auf den Tisch kamen, da war die Freude richtig groß. Die Vorfreude auf die Brödle wurde ab dem 1. Advent mit der auf die Geschenke an Heiligabend verlängert. Quälend lange erschien es, bis das letzte Fenster des Adventskalenders geöffnet war. Aber schön.

Und heute? Kaum sind die Ferien beendet, die Erntedank-Altäre abgeschmückt, der Reigen der Oktoberfeste auf dem Höhepunkt, da winkt sie einem schon entgegen, die Glitzerparade der weihnachtlichen Genüsse. Da kommt bei vielen keine Vorfreude mehr auf. Im Gegenteil: Worauf soll man sich noch freuen, wenn alles da und zu jeder Zeit überall verfügbar ist? Womöglich im Dutzend auch noch billiger?

Dem Handel ist kein Vorwurf zu machen. Würde niemand diese Dinge so früh kaufen, wären sie nicht schon Ende der Sommerferien in den Regalen. Wie passend, dass es gleich nach Dreikönig Osterhasen gibt! Das ist dann quasi das Fondant-Zuckerei-Vorfreude-Feuerwerk zum Jahreswechsel! Nein, der Autor dieser Zeilen bleibt in diesem Punkt altmodisch. Alles zu seiner Zeit. 

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