200 geladene Gäste

Zell a. H.: SBBZ-Rektor Horst Koller herzlich verabschiedet

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19. Juli 2019

(Bild 1/3) Abschied als Schulleiter: Die Schüler des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums Lernen (SBBZ) Zell überreichten Horst Koller symbolische Geschenke. Das Hemd mit den chinesischen Schriftzeichen bedeutet Chef, die gelbe Krone steht für den König im Zahlenland, das Plakat ist für den besten Ski-Langlauflehrer, der QR-Code dafür, dass in den Unterricht die neuen Medien Einzug hielten, und der Zylinder für den besten Zirkusdirektor der Welt. Zudem erhielt Horst Koller, angelehnt an die Tour de France, ein gelbes Trikot als bester Radfahrer. ©Thomas Reizel

Horst Koller wurde nach 16 Jahren als Rektor des Sonderpädagogischen Bildungszentrums Lernen in Zell in den Ruhestand verabschiedet. Nach vielen Lobreden sang er zum Abschluss das Lied »Kinder« unter tobendem Applaus der rund 200 geladenen Gäste.

»Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei. Darf man niemals quälen, gehn kaputt dabei.« Diese Strophe aus dem Lied »Kinder« von Bettina Wegener trifft Horst Kollers Art ziemlich genau. Er selbst sang dieses Lied zum Abschluss seiner rund zweistündigen Verabschiedung am Donnerstagabend im Zeller Kultur- und Vereinszentrum. Dafür erhielt er von den rund 200 geladenen Gästen stehende Ovationen.

Seit 2003 war Horst Koller Rektor des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums Lernen (SBBZ), wie die frühere Förderschule heute heißt. Den Redebeiträgen zufolge war Horst Koller nicht nur fachlich hoch anerkannt, sondern mindestens ebenso für seine menschliche Art, Schüler wie Kollegium zu stärken, zu motivieren und zu begeistern.

Gabriele Weinrich, Leiterin des Staatlichen Schulamts Offenburg, bezeichnete es aufgrund Kollers Vita und fachlicher Qualifikation »als fast unabdingbare Konsequenz«, dass er im August 2003 Leiter des SBBZ Zell wurde. Zells Bürgermeister Günter Pfundstein hatte flotte Sprüche für Koller auf Lager. »Sie gelten als Inventar der Schule, aber ab heute sind Sie abgeschrieben«, sagte er.

Koller bedeute ja Ausbruch von Wut und Ärger. Wer aber Horst Koller erlebt hat, wisse, dass das bei ihm nicht zutrifft. Der Politik schrieb er ins Stammbuch, dass Inklusion nicht funktioniere, wie viele meinen: »Es reicht nicht, einfach nur ein paar Lehrer mehr in Schulen zu schicken.«

Kaum einer als die Schüler selbst könne besser beurteilen, wie Kollers Arbeit im Schulalltag aussah. Und von deren Seite kam nur Lob, Anerkennung, vor allem aber Dankbarkeit. Sie lernten außerhalb des Unterrichts Skilanglaufen, Skaten, Radfahren, Jonglieren, ja sogar wie Fakire über ein Nagelbrett zu gehen und auf Scherben zu liegen. 

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Entsprechend rührend zeigten sich die Schüler mit Geschenken und Beiträgen, etwa der musikalischen »Orff Allstars« und dem Zirkus »Karambolage« mit Jongleuren, Tellerakrobaten, ja sogar Feuerschluckern.

Immer persönliches Interesse

Doch auch die Lehrer standen den Kindern in nichts nach. »Du hast bei allen Problemen immer persönliches Interesse für alle am Schulleben Beteiligten gezeigt«, lautete eine Aussage. Eine andere, dass Koller – wenn es nicht anders ging – deutliche Worte fand –, ein Organisationstalent war (»Freitag ist der Schreibtisch leer«), vor allem aber Schülern wie Lehrern mit Herzblut begegnete. Kam das Kollegium in einer Frage nicht mehr weiter, war eine von Kollers Antworten: »Dann müssen wir die Frage anders stellen und denken«.

Ihren Dank übermittelten auch Hanni Schaeffer (Personalrat Schulamt Offenburg) sowie Vertreter des Fördervereins und der Elternbeirat. Für die Schulleitungen des Harmersbachtals dankte Anne-Catrin Medel (Bildungszentrum Ritter von Buß) Horst Koller und beschrieb ihn anhand sprichwörtlich gewordener Fußball-Zitate, etwa des Sportreporters Béla Réthy über den Spanier David Villa: »Der Typ ist so quirlig, der geht nach dir in die Drehtüre und kommt vor dir wieder raus.«

Gegen »VfB Langeweile«

Koller möge als Mittelfeld­regisseur sein Team für den Ruhestand so gut aufstellen, dass Teams wie der »VfB Langeweile« keine Chance hätten. 
Apropos Ruhestand: Günter Pfundstein sieht schon eine neue Aufgabe für Horst Koller: »Am Montag beraten wir im Gemeinderat über die Einrichtung einer Naturschule. Falls wir uns dafür entscheiden, brauchen wir einen Experten von außen. Vielleicht können wir Sie ja dafür gewinnen.«

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