Präsentation am Sonntag

Zell: Viel Applaus für die Pläne des evangelischen Gemeindehauses

Autor: 
Gisela Albrecht
Lesezeit 4 Minuten
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22. Juli 2021
Diese Grafik vermittelt einen ersten Eindruck des neuen evangelischen Gemeindehauses in Zell. Über einen Platz und Treppen ist die Kirche (rechts) erreichbar.

Diese Grafik vermittelt einen ersten Eindruck des neuen evangelischen Gemeindehauses in Zell. Über einen Platz und Treppen ist die Kirche (rechts) erreichbar. ©Architekt Michael Welle

Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Zell a. H. haben die Pläne für den Neubau unterhalb der Kirche einstimmig verabschiedet. Baubeginn ist im Frühjahr 2022. Damit wird auch ein sehnlicher Wunsch erfüllt, ein Platz zwischen diesem Gebäude und der Kirche.

Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Zell votierten am Sonntag einstimmig für den Entwurf des neuen Gemeindehauses und bedachten die Pläne mit Applaus. Damit ist ein weiterer Schritt getan.

Architekt Michael Welle stellte die Baupläne vor. Das Grundstück unterhalb der Kirche ist 1200 Quadratmeter groß. Der Neubau besteht aus zwei Doppelhaushälften: In einer sind Gemeindesaal mit Funktionsräumen, barrierefreiem WC sowie Pfarrbüro und Amtszimmer vorgesehen. In der zweiten Hälfte ist die Pfarrwohnung auf zwei Etagen untergebracht.

Die Kosten betragen knapp zwei Millionen Euro. 900 000 Euro übernimmt der Evangelische Oberkirchenrat, Karlsruhe. Abzüglich der Einnahmen aus dem Verkauf des alten Gemeindehauses und einem Grundstücksverkauf trägt die Kirchengemeinde rund 450 000 Euro, die über einen langfristigen Kredit finanziert werden.

Unten Beton, oben Holz

Das Erdgeschoss wird in Betonbauweise errichtet, das erste Obergeschoss in Holzbauweise. Energiestandard ist kfw 55, Photovoltaik kommt auf das Dach. Zwischen Kirche und Neubau entsteht über einer Treppe ein lange gewünschter Platz, der als Treffpunkt genutzt werden kann. Von dem Platz gibt es einen barrierefreien Zugang zum Neubau.

Dieser ist 100 Quadratmeter groß und kann für kleinere Veranstaltungen genutzt werden. Wichtig war der Kirchengemeinde das barrierefreie WC, wodurch auf den Einbau eines Aufzugs verzichtet werden kann. Im Erdgeschoss ist das Pfarrbüro und ein Amtszimmer geplant sowie weitere WCs und Betriebsräume. Das Pfarrbüro ist ebenerdig von der Kirchstraße erreichbar.

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In der zweiten Haushälfte ist die Pfarrwohnung mit insgesamt 114 Quadratmetern untergebracht. „Die Größe ist vorgeschrieben“, erklärte Pfarrer Reinhard Monninger. Die Ausrichtung nach Süden in Richtung Park mache die Wohnung hell und attraktiv, erklärte er. Damit könne man einem neuen Pfarrer auch einen Anreiz bieten, nach Zell zu kommen. Zur Zeit gebe es rund 100 freie Pfarrerstellen. Bewerber könnten sich den schönsten Ort aussuchen, sagte Monninger.

Die Frage aus dem Publikum, warum kein Niedrigenergiehaus geplant wurde, erklärte Architekt Welle mit erheblich höheren Kosten. Die Heizung mit zwei Wärmepumpen und Standard kfw 55 sei für dieses funktionale Gebäude genau richtig – ein höherer Energiestandard hätte deutlich mehr Wandstärke erfordert. Kirchenratsmitglied Michael Horst ergänzte, dass ein Teil des Gemeindehauses oft leerstehen werde, deshalb sei es sinnvoll, möglichst schlicht zu bauen.

Gemeindemitglied Rolf Metzler fragte, ob es eine finanzielle Obergrenze gibt, wenn die Baukosten steigen. Pfarrer Monninger sagte sehr bestimmt: „Die Obergrenze sind zwei Millionen, daran ist auch die Förderung gebunden. Es ist ein Festpreisprojekt“, erklärte Monninger, welches mit 250 anstatt bisher 350 Quadratmetern kleiner, aber effizienter werde.

„Es gibt Spielräume

Architekt Michael Welle betonte, dass die Baupläne in vielen Schritten in Abstimmung mit dem Bauamt, den kirchlichen Vertretern und der Gemeinde entstanden seien. „Es gibt Spielraum, die Dinge einfacher zu gestalten. Aber es soll nicht billig aussehen“, betonte er. Er sei optimistisch, den finanziellen Rahmen halten zu können. Baubeginn ist im Frühjahr 2022. Im Sommer 2023 soll es fertig sein.

Gemeindemitglied Thomas Hinze fragte danach, wie das Bauprojekt ohne Pfarrer Monninger realisiert werden kann, der am 31. Oktober in den Ruhestand geht. Joachim Groß antwortete, dass es einen Einbruch geben werde, das sei unabwendbar. „Auf mich als Vorsitzender kommt mehr Arbeit zu, der Kirchengemeinderat ist gefordert und wir haben eine Vakanzvertretung “, sagte er.

Pfarrer Monninger griff das Thema auf: „Ich bin 65 Jahre geworden und seit 11 Jahren hier. Ich war sehr gerne hier Pfarrer und habe mich mit meiner Familie hier sehr wohl gefühlt.“ Aber nach der kräftezehrenden Corona-Zeit sei für ihn die Zeit des Abschieds gekommen. Pfarrer Michael Wurtz beendete die Gemeindeversammlung mit dem prägnanten Satz: „Die evangelische Kirche in Zell hat Zukunft!“

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