Weltfrauentag

Zeller Frauen spürten in der Kirche: „We are Vanuatu!“

Autor: 
Gisela Albrecht
Lesezeit 3 Minuten
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08. März 2021

Auf der ganzen Welt wurde für die Frauen auf der Südseeinsel Vanuatu gebetet. ©Gisela Albrecht

Der Weltgebetstag wurde in der evangelischen Kirche in einem stimmungsvollen Gottesdienst gefeiert. Die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden organisieren und gestalten die Feier gemeinsam. Stellvertretend für alle kommt ein Bericht aus Zell.

Der Weltgebetstag wird jedes Jahr von christlichen Frauen aus einem anderen Land vorbereitet, in diesem Jahr von Frauen aus Vanuatu. Das ist ein Inselstaat im Pazifik. Die Idylle des Südseeparadieses ist durch den Klimawandel und die damit verbundenen Naturkatastrophen gefährdet, auch durch sieben aktive Vulkane und regelmäßige Erdbeben.

Ein großes Problem ist darüber hinaus die Gewalt gegen Frauen auch in Partnerschaften.
Für den Gottesdienst gibt es ein Begleitheft mit Texten, Liedern und Informationen über Vanuatu. Vorgetragen wurden die Texte von Bärbel Beck, Christina Fleischer und Christel Ruminsky (evangelischen Kirchengemeinde) sowie Julitta Giessler, Silvia Glatz und Birgitta Schwendenmann (katholische Kirchengemeinde). 

Christiane Bergsträsser sang mit ihrer schönen Sopranstimme die Lieder und begleitete sich selbst am Klavier. In einem Dankgebet brachten die Frauen ihre Wertschätzung für die Gaben der Schöpfung zum Ausdruck, wie sie auf Vanuatu zu finden sind.

Probleme der Insulanerinnen

Von ihren Alltagsproblemen berichten stellvertretend für die Frauen der Südseeinsel die Sprecherinnen der Kirchengemeinden. Rhetoh, Mothy und Jacklynda heißen diese Frauen aus Vanuatu. Rhetoh musste die Schule nach der 6. KIasse verlassen, weil sie ein Mädchen war und die Familie nur die Ausbildung für ihren Bruder bezahlen konnte.

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Heute ist sie erwachsen und verdient etwas Geld durch Handarbeiten. Mothy wuchs in schwierigen Familienverhältnissen und in Armut auf, musste früh ausziehen und auf der Straße leben. Sie fand Halt im christlichen Glauben.

Jacklynda ist arbeitslos und lebt ohne Unterkunft in einer großen Stadt. Sie teilt das Schicksal mit vielen anderen Frauen, die im ländlichen Raum keine Beschäftigung finden und in die Städte abwandern. Dort finden sie ber auch keine Perspektive.

„Vater unser“ für alle Frauen

Im gemeinsamen Gebet aller Christen, dem „Vater unser“, wurde auch an diese Frauen aus Vanuatu gedacht. In den Fürbitten beteten die Frauen für Einheit und Frieden im Zusammenleben von Menschen mit ethnischer und kultureller Vielfalt, wie das auf Vanuatu der Fall ist.

Der Weltgebetstag ist die größte und älteste weltweite ökumenische Frauenbewegung. Jedes Jahr lassen sich die beteiligten Frauen begeistern von der Stärke der Frauen, nehmen Anteil an ihren Sorgen und finden Ermutigung im Glauben.

Ihre Vision ist eine Welt, in der alle Frauen selbstbestimmt leben können. Dabei hilft die Kollekte des Gottesdienstes, die weltweit Projekte unterstützt, die Frauen und Kinder stärken. Mit dem schönen Lied mit dem Titel „Vanuatu im neuen Glanz“ ging der Gottesdienst zu Ende. Darin heißt es: „Wir sind Gottes bunte Welt, we are Vanuatu.“ Das haben die Frauen am Freitag in der evangelischen Kirche Zell gespürt.

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