Pfundstein: Sanierung beginnt 2018 / Zeller Keramik wird wohl andocken

Zells Bürgermeister zeigt Zuversicht beim Rundofen-Projekt

Autor: 
Dietmar Ruh
Jetzt Artikel teilen:
03. Januar 2018

Die beiden traditionellen Silvester-Veranstaltungen der Stadt Zell zeichneten sich am Sonntag durch eine sehr große Resonanz aus. Bereits den Aufmarsch der Bürgerwehr vor dem Rathaus verfolgten rund 1000 Zuschauer, rund 300 Gäste versammelten sich anschließend im Kulturzentrum, wo Bürgermeister Günter Pfundstein zu den Gästen sprach und verdiente Vereinsmitglieder oder Sportler Zells geehrt wurden (wir berichten noch).

Drei große Projekte hat die Stadt vor der Brust, wobei die Sanierung der Ortsdurchfahrt Unterharmersbach bereits mitten in der Umsetzung ist. Günter Pfundstein nannte neben dieser millionenschweren Straßenbaumaßnahme mit dem historischen Rundofen und der anstehenden Rathaussanierung noch zwei weitere große Aufgaben, die 2018 ihren Anfang nehmen werden.

Beim zunächst ins Stocken geratene Rundofenprojekt, das einen Ausbau des Industriedenkmals zum Museum und einen angegliederten Neubau der Zeller Keramik vorsieht, seien im vergangenen Jahr gute Gespräche geführt und die richtigen Weichen gestellt worden, erklärte Pfundstein. Der Bürgermeister betonte, dass vor­aussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2018 die Sanierung des Rundofens starten wird. »Sehr zuversichtlich dürfen wir sein, dass die Zeller Keramik am Standort Zell ebenfalls investiert. Vertragliche Details müssen noch geklärt werden«, so Pfundstein. 

Pfundstein hatte bereits in der Ansprache vor dem Rathaus bekanntgegeben, dass der zu sanierende Baukörper mit Ralf Müller, Geschäftsführer der Zeller Keramik, abgestimmt sei. »Zeitgleich oder auch danach kann die Keramik mit anbauen«, betonte Pfundstein. Wie berichtet, soll das neue Ensemble eine Attraktion Zells werden.

Rathaussanierung ab 2019

Auch in Sachen Rathaussanierung nannte Zells Bürgermeister konkrete Daten. So soll bis Mitte 2018 das Planungsbüro in einem Wettbewerb ermittelt werden. »Nach Detailplanung und Ausschreibung wollen wir im Frühjahr 2019 mit der Sanierung des Rathauses beginnen«, sagte Pfundstein.

2018 wird sich noch mehr in Zell a. H. tun. Bereits im Januar soll das alte Musikschulgebäude auf dem Untertor-Areal abgerissen werden. Hier und im sanierten Untertorgebäude möchte die Firma Orbau Wohnungen und Einrichtungen für Senioren schaffen.

In der Liste Pfundsteins durfte auch der neue »dm«-Markt nicht fehlen. Dieser soll bereits im Herbst 2018 seine Pforten am Stadteingang öffnen. Für Oberentersbach kündigte Zells Bürgermeister eine lang ersehnte Straßensanierung an.
Die Diskussionen um die neue Verkehrsregelung in der Kirchstraße und um die Sanierungsarbeiten an der L 94 veranlassten Günter Pfundstein noch zu einigen persönlichen Anmerkungen. 

- Anzeige -

»Seien Sie kritisch«

Er sei angesichts der beiden vieldiskutierten Maßnahmen oft gefragt worden, wie es ihm denn gehe. 
»Ich habe diese Frage stets mit ›gut‹ beantwortet«, so Pfundstein. »Stellen Sie sich vor, ich würde mich auch noch in das vorhandene Wehklagen einreihen«, rief er den Gästen im Kulturzentrum zu.

Pfundstein betonte, dass er mit sachlicher und wertschätzender Kritik gut umgehen könne. Was den Bürgermeister aber stört, sind Halbwahrheiten: »Das Stille-Post-Prinzip führt leider auch zu vielen Falschmeldungen«. So könne etwa die Aussage des Bürgermeister »es ist nicht einfach« über mehrere Stationen bis hin zu »es ist katastrophal« führen. »Glauben Sie nicht alles und seien Sie kritisch mit irgendwelchen Informationen«, appellierte Pfundstein. Und der Bürgermeister mahnte, auf keinen Fall das Feld nur den Kritikern und Nörglern zu überlassen. »Sonst entsteht regelmäßig ein falsches Bild über die Meinungsführerschaft im Ort!« 

Die Feierstunde wurde von vier Musikern der Stadtkapelle unter Leitung von Stefan Polap umrahmt. Unter den Gästen des Silvesterempfangs waren neben vielen anderen auch Ehrenbürger Hans-Martin Moll, Polizeipräsident Reinhard Renter, ehemalige und aktive Bürgermeister und Ortsvorsteher, Gemeinderäte, Zells Ehrenringträger und Inhaber der Bürgermedaille, sowie Vertreter von Wirtschaft, Schulen und Kirche.