Abstands-Regeln für die Wallfahrer

Zells Wallfahrtskirche feiert Patrozinium

Autor: 
Hans-Peter Wagner
Lesezeit 3 Minuten
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09. August 2020

Der prächtige Altar der Wallfahrtskirche in Zell. Im Mittelpunkt des Altaraufbaues befindet sich das Gnadenbild, das Maria sitzend mit Jesus auf dem Schoß zeigt. ©Hans-Peter Wagner

Zells Wallfahrtskirche „Maria zu den Ketten“ feiert am 15. August („Mariä Himmelfahrt“) ihr Patrozinium. Corona setzt der Zahl der Gottesdienstbesucher allerdings Grenzen.

Am Freitag, 14. August, und Samstag, 15. August, feiert die größte Marienkirche Badens, „Maria zu den Ketten“ in Zell am Harmersbach, ihr Patrozinium und damit ihren höchsten Feiertag im Jahr. Seit Jahrhunderten kommen an diesem Tag Wallfahrer und Pilger nach Zell, um diesen Festtag mit zu feiern. Im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert waren die Menschen von überall her Tage und Wochen zu Fuß als Wallfahrer nach Zell unterwegs, um in der Wallfahrtskirche zu beten und dieses Marienfest mitzufeiern.  

Die Kirche war damals bei den Gottesdiensten und Prozessionen stets überfüllt. Auf Bänken rund um die Kirche oder stehend feierten die Gläubigen diesen hohen Festtag mit. Im Klosterhof waren Beichtstühle aufgestellt und viele Kirchenbesucher ließen nach altem Brauch sorgsam gebundene Kräuterbüschel weihen. Mit dem geweihten Kräuterbüscheln aus Heil- und Gewürzkräutern zum  Schutz der ganzen Familie sowie von Haus und Feld machten sie sich wieder auf den Heimweg.

Die Kapuziner freuen sich auf diesen ganz besonderen Tag, den sie wie früher auch an diesem Tag mit den Wallfahrern und Pilgern feiern wollen. Allerdings wird dieses Jahr manches anders sein. Vorsichtsmaßnahmen und Sorge wegen des Corona-Virus bestimmen den Ablauf des Festtages mit. So werden durch ein Hygienekonzept der Abstand zwischen den Gottesdienstteilnehmern, der Ablauf der Liturgie ebenso wie die Ausgangs- und Eingangswege (Einbahnprinzip) in und um die Kirche festgelegt. Ordner werden beim Zurechtfinden den Wallfahrern zur Seite stehen. 

Bruder Berthold Oehler, Leiter der Wallfahrtskirche: „Wir müssen auf strikte Einhaltung aller Corona-Vorschriften achten. Das ist unerlässlich zum Schutz aller Kirchenbesucher. Wir appellieren an alle Mitfeiernden, sich daran zu halten.“ 

Plätze begrenzt

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Aufgrund der Abstandsregeln können an den Gottesdiensten in der Wallfahrtskirche nur 80 Besucher teilnehmen. Es werden keine Reservierungen vorgenommen. Wenn die 80 Plätze in der Kirche besetzt sind, müssen die Gottesdienstbesucher auf den Bänken rund um die Kirche ebenfalls mit einem Abstand von 1,50 m zum Nachbar Platz nehmen. In der Wallfahrtskirche selbst besteht Maskenpflicht. Beim Kommunionsempfang darf die Maske kurz abgenommen werden, für die Hostie soll die offene Hand hingehalten werden.

Die traditionelle Lichterprozession fällt in diesem Jahr aus, weil die Abstandsregeln dabei nicht eingehalten werden können. Alle Gottesdienste werden nach draußen übertragen. Die Abendandacht ist in diesem Jahr um 19 Uhr unter der Leitung von Pater Burkhard. Eine Abteilung der Musik- und Trachtenkapelle Unterharmersbach, Leitung Stefan Polap, wird von der Empore aus musikalisch die Andacht umrahmen.

Das festliche Hochamt am Patrozinium, 15. August, um 9.30 Uhr wird der Kirchenchor Zell a. H. mit einigen Liedern umrahmen. Die Sängerinnen und Sänger werden getrennte Auf- und Abgänge benutzen und ebenfalls die Abstände einhalten. Die Festpredigt hält Bruder Harald Weber, Ausbilder und Guardian des Kapuzinerklosters Stühlingen. Am Ende der Gottesdienste werden in der Wallfahrtskirche wie auch vor der Wallfahrtskirche die Kräuterbüschel gesegnet. Zwischen den Gottesdiensten besteht Gelegenheit zur Beichte.

Um 14.30 Uhr wird nach alter Tradition der Rosenkranz gebetet. Wallfahrtsseelsorger Bruder Berthold wird die feierliche Schlussandacht, um 15 Uhr halten. 

Diesmal ohne Treffen

Das bisher übliche Zusammentreffen der Wallfahrer mit den Kapuzinerbrüdern nach den Hauptgottesdienst kann wegen der Einschränkungen und Abstandsregeln in diesem Jahr nicht stattfinden.

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