In Offenburg und Köln wird sie verehrt

Zum Namenstag: Eine Würdigung der Offenburger Stadtpatronin Ursula

Autor: 
Ursula Haß
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21. Oktober 2021
Die einprägsame Statue der Offenburger Stadtheiligen, 1961 gestiftet von Senator Franz Burda, grüßt am Stadteingang. Am Donnerstag wird der Gedenktag der heiligen Ursula mit einem Gebet um 18 Uhr an der Ursulasäule gefeiert, anschließend findet ein Gottesdienst in der Kreuzkirche statt.

Die einprägsame Statue der Offenburger Stadtheiligen, 1961 gestiftet von Senator Franz Burda, grüßt am Stadteingang. Am Donnerstag wird der Gedenktag der heiligen Ursula mit einem Gebet um 18 Uhr an der Ursulasäule gefeiert, anschließend findet ein Gottesdienst in der Kreuzkirche statt. ©Ulrich Marx

Die heilige Ursula wird in Offenburg und in Köln verehrt. Sie soll im Dreißigjährigen Krieg durch Erscheinen auf der Stadtmauer einen feindlichen Angriff verhindert haben.

Am heutigen 21. Oktober ist der Namenstag der heiligen Ursula. Im Jahr 1961 erhielt die Ursulasäule, gestiftet vom Ehrenbürger Senator Franz Burda, ihren Platz vor dem Offenburger Rathaus – seit 60 Jahren schmückt die Statue, die von Emil Sutor erschaffen wurde, die Innenstadt.

Es gibt Bauernregeln zu St. Ursula, Ursula-Prozessionen und sogar Ursula-Märkte in der Oberpfalz, im Allgäu, in Kärnten und Südtirol. Auch Kirchengemeinden, wie die in Offenburg, sind nach ihr benannt worden und haben somit die Legenden um die heilige Ursula und ihre Begleiterinnen über all die Jahrhunderte lebendig erhalten.

In Offenburg und in Köln wird sie als Schutzpatronin verehrt. Der Legende nach hat sie in Offenburg in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1638 durch Erscheinen auf der Stadtmauer einen feindlichen Angriff der Truppen des Herzogs Bernhard von Weimar abgewehrt und so die Stadt vor großem Unheil bewahrt. Gelebt haben soll die heilige Ursula im 4. Jahrhundert in der Bretagne. Der heidnische König von Anglia hat sie für seinen Sohn Aetherius als Frau vorgesehen. Da sie jedoch ihr Leben Christus geweiht und Jungfräulichkeit gelobt hat, geht sie zwar zum Schein auf den Antrag ein, stellt jedoch die Bedingung, dass der Bräutigam zum Christentum übertreten muss und ihr bis zur Hochzeit eine dreijährige Frist gewährt wird.

Sie begibt sich auf eine Schiffsreise mit ihren zahlreichen Begleiterinnen. In Köln macht Ursula Station und dort hat sie auch eine Erscheinung, denn ein Engel bittet sie, nach Rom zu pilgern und prophezeit ihr aber auch, dass sie das Martyrium erleiden wird. Auf der Heimreise landen sie wieder in Köln. Da die Stadt seit längerer Zeit unter der Belagerung der Hunnen leidet, werden ihre Begleiterinnen dort ermordet. Auch Ursula muss sterben, weil sie sich dem Hunnenfürst verweigert. Daraufhin erschien eine Schar von 11 000 Engeln an der Stadtmauer, die die Hunnen in die Flucht schlugen. Zum Dank errichteten die Bürger Kölns der heiligen Ursula eine prachtvolle Basilika an dem Ort des Martyriums und machten sie zu ihrer Schutzpatronin. Noch heute wird in Köln der 21. Oktober als liturgisch gebotener Gedächtnistag der Schutzpatronin begangen. Das Stadtwappen von Köln symbolisiert das Ereignis mit elf schwarzen Flämmchen oder Blutstropfen auf weißem Grund.

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Richtiger Kult

Auch wird Ursula gerne in Abbildungen mit einem Pfeil, Schiffchen und ihrem Schutzmantel gezeigt. Ab dem 8. Jahrhundert wurde ein richtiger Ursulakult verbreitet, wobei dadurch der historische Kern der Geschichte mehr und mehr ausgeschmückt wurde. Auch ab dem 11. Jahrhundert gibt es weitere Legendenfassungen. Bei der Erweiterung der Kölner Stadtmauer Anfang des 12. Jahrhunderts ist in der Nähe der Basilika St. Ursula ein römisches Gräberfeld entdeckt worden, das man Ursula und den Begleiterinnen zurechnete.
Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit gab es wiederum eine Blütezeit um die heilige Ursula, und auch die Orden der Benediktiner, Zisterzienser und Jesuiten sowie sogenannte Bruderschaften, die Ursula-Schiffchen, entstanden zur Verehrung der Heiligen.

Im Jahr 1535 gründete die heilige Angela Merici in Brescia mit der Compagnia di S’Orsola die Vorgängerstation des Ordens der Ursulinen. Heute gibt es im deutschsprachigen Raum noch 49 Niederlassungen. Der Name Ursula leitet sich von der Verkleinerungsform des Lateinischen „ursa“, die Bärin, ab und nimmt Bezug auf ihre Tapferkeit beim Martyrium.
Die Vita der heiligen Ursula wurde auch in der bildenden Kunst von verschiedenen Künstlern dargestellt, häufig als Zyklus mit den wichtigen Stationen der Heiligen. Auch in der Musik wird in der von Arnim und Clemens Brentano zusammengestellten Volksliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ in der letzten Strophe des Bayerischen Volksliedes „Der Himmel hängt voller Geigen“ die Ursula-Legende aufgegriffen. Die Verehrung der Heiligen und ihrer Jungfrauen im 15. Jahrhundert hat wohl auch Christoph Kolumbus, ob der Schönheit der Inseln, bewogen, nach ihr die Jungfraueninseln in der Karibik „Santa Ursula“, zu benennen.
So ist im Wappen der britischen Jungfraueninseln die heilige Ursula mit elf Schiffchen zu sehen. Auch die deutsche Stadt Oberursel führt ihren Namen auf Ursula zurück und feiert sie auch in ihrem Wappen. Und nicht zuletzt gibt es auch Bauernregeln: „Zu Ursula muss das Kraut herein, sonst wird’s noch lange draußen sein“ oder „Lacht Ursula mit Sonnenschein, wird wenig Schnee vorm Christfest sein“.

Und die Offenburger dürfen sich auch immer wieder an der Ursulasäule vom Offenburger Bildhauer Emil Sutor erfreuen, die der Offenburger Ehrenbürger und Verleger, Senator Franz Burda, im Jahr 1961 seiner Heimatstadt gestiftet hat.

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