Gengenbach

Hubschrauber-Landeplatz der Firma Junker nicht genehmungsfähig

Marc Faltin
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25. Februar 2016
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Ein Protestschild in der Nähe des geplanten Hubschrauber-Landeplatzes am L99-Kreisel in Gengenbach. ©Marc Faltin

Gegen den Hubschrauber-Landeplatz auf dem geplanten Neubau der Nordracher Firma Junker am L99-Kreisel, für dessen Ansiedelung sich wiederum eine Bürgerinitiative »Pro Gengenbach« stark macht,  setzt sich nicht nur die Anwohnerinitiative »Fluglärm Junker Gengenbach« zur Wehr. Wie das OT ebenfalls berichtete, haben die Rechtsanwälte Gregor Strempel und Jürgen Zimmer aus Offenburg Einwendungen für Mandanten aus dem Gewerbegebiet erhoben. »Unsere Mandantin ist Eigentümerin mehrerer Grundstücke/Gebäude, die sich keine 200 Meter entfernt vom geplanten Hubschrauberlandeplatz direkt in der vorgesehenen An- und Abflugschneise befinden«, erklärt Strempel. 

In seinem ­Schreiben – gestern ans Regierungspräsidium Freiburg als entscheidende Behörde abgeschickt – geht es vor allem um Lärm-, Licht- und Windbelästigung. »Wir halten unter diesen Voraussetzungen den Hubschrauber-Landeplatz der Firma Junker für nicht genehmigungsfähig«. Dazu Auszüge aus dem Schreiben:

◼ »Nach dem Immissionsgutachten des Ingenieurbüros Riedel vom 23. Oktober 2015 entwickelt der bei der Firma Junker zum Einsatz kommende achtsitzige und über 13 Meter lange Hubschrauber vom Typ Augusta A 109 S bei Starts und Landungen in Gengenbach einen Emissionspegel von 133,7 dB(A).

Beim Überflug der Grundstücke/Gebäude unserer Mandantin ist laut Gutachten mit Lärmwerten von knapp 90 dB(A) zu rechnen. Bekanntlich können schon  Lärm­einwirkungen ab 80 db(A) zu erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen führen. Zwar soll der vom Gutachter ermittelte äquivalente Dauerschallpegel bei nur etwa 50 dB(A) liegen; diese Berechnung beruht indes auf der Annahme des Gutachters, dass der Landeplatz in Gengenbach lediglich tagsüber und nur ein einziges Mal pro Tag angeflogen wird.

Das steht aber eindeutig in Widerspruch zu der von der Junker Grinding Technology a.s. beantragten ›Rund-um-die-Uhr-Genehmigung‹ für zwei Hubschrauber. Bei der Vielzahl der in Gengenbach geplanten Einsätze ist daher mit einem äquivalenten Dauerschallpegel von deutlich über 65 dB(A) zu rechnen. Damit wird die vom Gutachter genannte Zumutbarkeitsschwelle eindeutig überschritten.«

◼ »Laut Gutachten der AOM GmbH vom 23. Oktober 2015 muss der Flugplatz in Gengenbach mit einem strahlenden Leuchtfeuer ausgestattet werden, das nachts in kurzen zeitlichen Abständen weiße Blitze in alle Himmelsrichtungen ausstrahlt.

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Weiterhin soll der Landeplatz mit 28 in grüner Farbe strahlenden Niederleistungsfeuern und einem Anflugfeuer gekennzeichnet und für Grenzwetterlagen und Nachteinsätze zusätzlich von vier Tiefstrahlern mit weißem Licht beleuchtet werden. Es ist daher mit erheblichen Lichtemissionen zu rechnen, wobei auch noch die Positionsbeleuchtung und Scheinwerfer der Hubschrauber bei Starts und Landungen zu berücksichtigen sind.«

◼ »Nach dem AOM-Gutachten entstehen im Umfeld des Flugplatzes erhebliche Windlasten und Sogwirkungen beim An- und Schwebeflug der Hubschrauber, durch die die Grundstücke/Gebäude unserer Mandantin zusätzlich beeinträchtigt würden. Es ist schließlich auch noch damit zu rechnen, dass besonders bei den Starts und Landungen der Hubschrauber im unmittelbaren Umfeld des Landeplatzes beträchtliche Belastungen durch Abgase entstehen, worauf in den Unterlagen der Junker Grinding Technology a.s. allerdings nicht eingegangen wird.

Zu den Abgasbelastungen und den sich daraus ergebenden ernsten Gesundheitsgefahren für die Anlieger verweise ich auf die beigefügte gutachterliche Stellungnahme. Ob die Fa. Junker Grinding Technology a.s., die an ihrem Sitz in Mélnik bereits über einen Hubschrauber samt Landeplatz verfügt, tatsächlich einen weiteren Hubschrauberflugplatz in Gengenbach benötigt, ist zu bezweifeln.«

Nicht alternativlos

Zudem, so Strempel in seinem Schreiben, »kann keine Rede davon sein, dass ein weiterer Hubschrauberlandeplatz in Gengenbach für das Unternehmen ›alternativlos‹ ist, wie von Herrn Junker behauptet wird.« Strempel schreibt dazu: »So trifft es nicht zu, dass Gengenbach verkehrstechnisch schwer zu erreichen wäre, denn über die A5 und die B33, den ICE-Halt in Offenburg und die nahen Flugplätze in Offenburg, Straßburg und Baden-Baden ist Gengenbach hervorragend an das nationale und internationale Verkehrsnetz angebunden.

Die Firma Junker verfügt außerdem bereits über einen genehmigten Hubschrauberflugplatz in Nordrach und betreibt obendrein am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden zwei Passagierflugzeuge. Selbst wenn aus zeitlichen Gründen ein Transport per Hubschrauber/Flugzeug erforderlich sein sollte, wären diese beiden Flugplätze innerhalb kürzester Zeit von Gengenbach aus zu erreichen.«

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