Gengenbach/Offenburg

Zwei kulturell beglückte Schwestern

Autor: 
Marc Faltin
Lesezeit 3 Minuten
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30. September 2016

Katja Schneider (links) und Doris Suhm in ihrem Gengenbacher Atelier mit »Bollenhutmädels« (hinten) aus Keramik und der »Schwarzwald Anni« (oben rechts). ©Marc Faltin

Die Ideenwerkstatt Lahr stellt derzeit Kreatives auf der Oberrheinmesse in Offenburg aus. Auch Werke mit Schwarzwald-Motiven von Doris Suhm und Katja Schneider, die ein gemeinsames Atelier in Gengenbach haben, sind zu sehen. Die beiden Schwestern machen zudem in der Rockmusik gemeinsame Sache.

Bei der vom Kultus-Ministerium Baden-Württemberg geförderten Ausstellung »Kosmos Schwarzwald« zeigen auf der Offenburger Oberrheinmesse bis 3. Oktober insgesamt 26 Künstler ihre Sicht des Schwarzwalds. Zu sehen sind rund 160 Werke aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Grafik, Literatur, Film, Musik und Kunsthandwerk. »Wir schreiben die Ausstellung stetig fort, setzen Impulse, entdecken neue Leute«, so Uwe Baumann von der Ideenwerkstatt. Entdeckt wurden auch Doris Suhm und Katja Schneider. Die beiden Schwestern sind seit gut zwei Jahrzehnten gemeinsam auf Kunsthandwerkermärkten und singen schon ähnlich lange in Musik-Bands, früher unter anderem 15 Jahre in der Gruppe »Fun Formation«.

2012 sei ein »Knackpunktjahr« gewesen, sagt Katja Schneider lächelnd. Die 46-Jährige aus Elgersweier stieg damals aus dem Berufsleben als Technische Beraterin aus, weil im Unternehmen »die Menschlichkeit verloren ging«. Mit »der Anni« hatte sie dafür ein »herzliches Schwarzwaldmädel« im Kopf, das sie dann zu Papier brachte als Hauptdarstellerin eines selbst konzipierten Malbuchs. Doris Suhm wiederum hatte in Reichenbach eine Praxis als Heilpraktikerin, aber doch das Bedürfnis, ihrer kreativen Ader noch deutlich mehr Zeit und Raum zu widmen. Ebenfalls 2012 richtete sie ein Atelier mit Schwerpunkt Töpfern ein, das seit diesem Juli im Kellergeschoss des Eigenheims in Gengenbach besteht. Ihr Atelier »s`FrolleinARTig« bestücken beide leidenschaftlich mit immer neuen Kreationen. »Bollenhutmädels« aus Keramik in abstrakter Form sind das jüngste Werk und derzeit auf der Oberrheinmesse zu sehen. Beide sind stolz und beglückt, in die Ideenwerkstatt Lahr aufgenommen worden zu sein, die den Messeauftritt ermöglicht.

Im "Kosmos Schwarzwald" dabei

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Und beide freuen sich bereits auf ein weiteres »besonderes Kulturereignis«. Mit der Offenburger Rock-Band »Remoods«, die auch eigene Songs schreibt, geht es 2017 nach Los Angeles zu einem Festival – im Zuge der Teilnahme am erfolgreichen Charityprojekt »Music for Senegal« zu Gunsten der Kinderhilfe Senegal. »Und wir machen auch Musik zuhause mit unseren Männern und Kindern«, freut sich die 60-jährige Doris Suhm. Ihr Ehemann Karl spielt Schlagzeug und Tochter Laura (16) Geige, Andreas Schneider ist Gitarrist bei »Remoods«, Sohn Julian (14) liebt aktive Jazzmusik. 

Das kreative Erbgut erhielten beide Sängerinnen wohl von Opa Leo Dold, der unter anderem große Leidenschaft fürs Töpfern hatte und in Offenburg sehr bekannt war, und von Elmar Dold, ihrem heute 85-jährigen Vater, der inzwischen in Ohlsbach zuhause ist, wie seine dritte Tochter Cornelia Bohnert.

Durch das eigene Atelier »machen wir nun endgültig das, was wir wirklich wollen«, sind sich Doris Suhm und Katja Schneider einig, die immer wieder mal nach Irland reisen, »weil man dort geerdet wird.« Die grüne Insel sei eine ideale Zugabe zu »unserer Heimat, in der es uns gut geht.«

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