Weier und Griesheim

Zwei Radwegkirchen in Offenburg laden zum Verweilen an

Autor: 
Barbara Puppe
Lesezeit 3 Minuten
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31. Juli 2021
Für die Teilnehmer der Tour „Vier Kirchen an der Kinzig“ mit Ulrich Sapel (Vierter von links) gab es einen freundlichen Empfang beim ökumenischen Gemeindezentrum mit der Kirchenältesten Barbara Felchner (Fünfte von links).

Für die Teilnehmer der Tour „Vier Kirchen an der Kinzig“ mit Ulrich Sapel (Vierter von links) gab es einen freundlichen Empfang beim ökumenischen Gemeindezentrum mit der Kirchenältesten Barbara Felchner (Fünfte von links). ©Barbara Puppe

Beim Fahrradfahren entlang der Kinzig kann man bei einer von sieben Radwegekirchen Pause machen. In Offenburg sind Kirchen in Weier und Griesheim Anlaufstelle für Interessierte.

Von Offenburg bis Willstätt laden vier besondere Kirchen zur Verschnaufpause ein: Das ökumenische Gemeindezentrum Weier, die Chorturmkirche Sankt Nikolaus Griesheim mit Rokokoausstattung, die Bartholomäus-Kirche Sand mit dem Kirchenfenster „Doppelter Christus“ sowie die Barockkirche Willstätt mit dem Bildnis von Adam und Eva in paradiesischer Nacktheit.

Das grüne Schild mit dem stilisierten Radfahrer, das die Radwegekirchen ausweist, wurde kürzlich beim ökumenischen Gemeindezentrum Weier angebracht. Das evangelische Gemeindehaus ist ein moderner Kirchenbau, der mit seiner offenen Architektur einen schönen Blick ins Grüne erlaubt. Unmittelbar daneben die katholische Kirche Sankt Johannes der Täufer, erbaut 1880. „Das ökumenische Zusammenleben klappt bestens und ist beiden Gemeinden sehr wichtig“, erklärt Barbara Felchner, Kirchenälteste in Weier, viele Veranstaltungen oder Feste werden gemeinsam organisiert. Zusammen mit anderen Gemeindemitgliedern heißt sie die Radler, die hier Station machen, willkommen, ein paar Flaschen Wasser zur Erfrischung stehen bereit, sie macht eine Kirchenführung und beantwortet Fragen. Auch für die katholische Kirche ist eine Führung vereinbart. Danach schwingen sich die Radfahrer wieder in den Sattel und weiter geht es zur nächsten Radwegekirche.

Nähe zum Radweg

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Ausführliche Leitlinien für die Verleihung des Titels Radwegekirche wurden im „Netzwerk Kirche in Freizeit und Tourismus“ der Evangelischen Landeskirche in Zusammenarbeit mit der „Landesarbeitsgemeinschaft Kirche und Tourismus in Baden-Württemberg“ erarbeitet, wie Ulrich Sapel, Gemeindediakon mit einem Auftrag für Radwegekirchen und Kirchenöffnungen, erläutert. Demnach müssen Kirchen, die diesen Titel tragen, in unmittelbarer Nähe zu einem Radwanderweg liegen und in der Zeit von Ostern bis Allerheiligen tagsüber frei zugänglich sein.

Das Netzwerk bietet zusammen mit der Tourismusabteilung des Landratsamts Ortenaukreis auch geführte Fahrten zu den Radwegekirchen an. Infos dazu gibt es unter www.ortenau-tourismus.de. „Wir arbeiten daran, dass möglichst viele Kirchen als sogenannte Radwegekirchen geöffnet sind, damit man nicht nur eine Rast hat für den Körper, sondern auch einen geistigen Impuls“, erzählt der Diakon.

Zunächst wurde mit den Chorturmkirchen begonnen, die für die Ortenau und speziell das Hanauerland eine Besonderheit darstellen. Die schlichten Ursprünge dieser Bauart, wo der Turm sich über dem Chorraum erhebt, reichen um die tausend Jahre zurück. 13 solche Kirchen sind im Flyer „Chorturmkirchen im Hanauerland“ ausführlich beschrieben, die Bekannteste ist das Heidenkirchel in Niederfreistett. Jetzt werden Kirchen zusammengetragen und beschrieben, die an touristischen Radwegen entlang der Flüsse im Ortenaukreis liegen, entlang der Rench, der Kinzig, der Acher und des Rheins.

Ulrich Sapel begleitet Gruppen und ist auch sonst gern und viel mit dem Fahrrad unterwegs, wie er verrät. Er besucht nicht unbedingt jede Kirche, an der er vorbeikommt, bei einigen legt er jedoch gerne einen Stopp ein. „Es ist interessant, weil Kirchen ein Stück weit die Geschichte und Kultur der jeweiligen Region widerspiegeln“ sagt er, „die religiöse Aussage wird durch die Architektur und die Kunst verdeutlicht, das finde ich spannend.“

Hintergrund

Landesarbeitsgemeinschaft Kirche und Tourismus in Baden-Württemberg

Die „Landesarbeitsgemeinschaft Kirche und Tourismus in Baden-Württemberg“ ist eine Arbeitsgemeinschaft der Erzdiözese Freiburg, der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Neben den Radwegekirchen werden auch die Kirche im Europapark in Rust, die Kirche im Nationalpark Schwarzwald, sowie Motoradfahrergottesdienste, Autobahnkirchen und Pilgern auf verschiedenen Wegen von der Gemeinschaft unterstützt.

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