Hohberg

Zwei Waldgebiete bestimmen Heimatabend thematisch

Autor: 
Stefanie Müller
Lesezeit 3 Minuten
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14. August 2017

Für zünftige Blasmusik sorgten die »Fidelen Oldies«, die den Wunsch geäußert hatten, mit böhmischer Blasmusik im Weingut aufzutreten. ©Stefanie Müller

Böhmerwald und Schwarzwald bildeten die thematische Klammer, zwischen der sich das Geschehen des Heimatabends im Diersburger Weingut Freiherr Roeder von Diersburg ereignete.
 

Wissenswertes und Unterhaltsames über den Schwarzwald und den Böhmerwald erfuhren am Samstag die Besucher des Heimatabends, zu dem das Weingut Freiherr Roeder von Diersburg und der Heimatverein Hohberg eingeladen haben. Dies war die fünfte Auflage der Veranstaltung, die das Thema Heimat stets unter einem anderen Gesichtspunkt beleuchtet. In den vergangenen Jahren standen etwa der Wald, die Mundart und das Zigeunerleben in der Region auf dem Programm. 
Was die beiden Mittelgebirge miteinander zu tun haben, mag sich der ein oder andere Gast sicher gefragt haben. Gastgeberin Stefani von Roeder gab die Antwort. Die »Fidelen Oldies« hatten den Wunsch geäußert, mit böhmischer Blasmusik im Weingut aufzutreten. Dies wurde nun möglich gemacht. 
Verbunden mit Texten über die beiden Mittelgebirge wurde aus dem Auftritt ein geselliger Heimatabend. Wussten Sie, dass der Schwarzwald sein typisches Gesicht mit den dichten Fichtenwäldern erst Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt? Nachdem der Wald intensiv für den Holzhandel, Bergbau und die Glasverhüttung genutzt wurde, war vor etwa 170 Jahren fast nur noch Buschland übrig. Es wurde mit Fichten aufgeforstet.

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Böhmische Dörfer
Und wussten Sie, dass der Begriff »böhmische Dörfer« auf die sprachlichen Unterschiede in der Gegend zurückgeht? Während in den Randgebieten Deutsch gesprochen wurde, herrschte im Kernland das Tschechische vor, was für Reisende aus dem Westen unverständlich war. 
Neben geographischen, historischen und kulturellen Gegebenheiten wurde das Publikum in dem lauschigen Innenhof des Weingutes mit allerlei amüsanten Fakten versorgt.
Die von Stefani von Roeder vorgetragenen Tatsachen, Gedichte und Anekdoten machten deutlich, dass es zwischen den beiden Regionen einige Verbindungen gibt. Sie selbst fühlt sich mit dem Böhmerwald persönlich verbunden, da ihre Urgroßmutter von dort stammte. »Bei der Recherche habe ich mich in die Gegend verliebt. In meinem nächsten Urlaub werde ich dorthin fahren – falls ich mal wieder Urlaub habe«, meinte sie augenzwinkernd. Eine weitere Verbindung: Als in Diersburg noch Bergbau betrieben wurde, kamen auch böhmische Grubenarbeiter dorthin. 
Neben vielen Besonderheiten, wie etwa der Bollenhut im Schwarzwald und die musikalische Tradition im Böhmerwald, gibt es auch viele Gemeinsamkeiten. In beiden Regionen nutzten die Menschen das große Holzvorkommen reichlich. Flößerei und Glashütten wurde hier und dort betrieben. 
Neben der passenden Musik, die »Fidelen Oldies« spielten nicht nur Egerländer Musik, sondern auch Weisen aus dem Schwarzwald, und den Texten wurde der Abend mit kulinarischen Köstlichkeiten abgerundet. Zum Dessert gab es ganz passend Buchteln mit Powidel (Zwetschgenmus), eine Spezialität aus Böhmen.

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