Auge dauerhaft wegen Splitter verletzt

12-Jährige verklagt Firma wegen explodierter Plastikflasche

Autor: 
red/sb
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06. Februar 2018

Eine Trinkflasche aus Plastik zerspringt beim Befüllen mit kohlesäurehaltigem Wasser und verletzt das Auge dauerhaft. Was nach einem Horrorszenario klingt, ist einer heute 12-Jährigen passiert. Nun klagt sie vor dem Offenburger Landgericht gegen die Vertriebsgesellschaft der Flaschen und fordert ein Schmerzensgeld.

Weil eine Plastikflasche in ihren Händen geborsten ist und dabei ihr Auge verletzt wurde, klagt eine 12-Jährige vor dem Offenburger Landgericht gegen eine Vertriebsgesellschaft. Sie verlangt die Zahlung eines Schmerzensgeldes und Schadensersatz wegen Produkthaftung. 

Die Mutter der Klägerin hatte 2014 eine wiederbefüllbare Trinkflasche (Typ E.) aus Plastik bei der Gesellschaft gekauft. Das Mädchen behauptet, sie habe in diese Flasche im Dezember 2015 Wasser gefüllt und danach an einen Trinkwassesprudler geschraubt. Beim Hinzugeben der Kohlensäure sei die Plastikflasche explosionsartig geborsten. 

Linkes Auge geschädigt

Ein oder mehrere Splitter hätten ihr linkes Auge getroffen und erheblich verletzt. Bis heute sehe sie auf diesem Auge schlecht. Sie leide seitdem unter erhöhter Lichtempfindlichkeit und Angstzuständen, alltäglichen und sportlichen Aktivitäten könne sie nicht oder nur unter größter Vorsicht nachgehen. Das Mädchen verlangt Entschädigung, da die Vertriebsgesellschaft nicht darauf hingewiesen habe, dass die Flasche nicht an einen Trinkwassersprudler angeschlossen werden dürfe. Da die Öffnung der Flasche auf das Gewinde des Sprudlers gepasst habe, sei dies aber notwendig gewesen. 

Die beklagte Gesellschaft ist der Meinung, dass sie die »falsche Beklagte« sei, zumal sie die Flasche nicht herstelle, sondern nur vertreibe. Bei Verkaufsveranstaltungen werde besprochen, dass die Flasche nicht für kohlensäurehaltige oder heiße Getränke verwendet werden solle. Dass die Flaschenöffnung auf das Gewinde eines gängigen Wassersprudlers eines anderen Unternehmens passe, löse keine Instruktionspflicht aus. Mit einem solchen Fehlgebrauch sei nicht zu rechnen gewesen. Schließlich warne der Hersteller des Wassersprudlers selbst davor, sein Produkt mit anderen Flaschen zu nutzen.

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Die 2. Zivilkammer verhandelt über die Klage. Die Verhandlung findet am 5. März um 11 Uhr im Amts- und Landgericht Offenburg statt. 

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