Leser helfen 2014/15

14 Operationen bis zur Einschulung

Autor: 
Thomas Reizel
Lesezeit 3 Minuten
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10. November 2014

Christian und Christine Amann aus Gengenbach freuen sich mit ihrem Sohn Hannes (16), dass er trotz schwerer Nierenerkrankung ein aktives Leben führen kann. ©Ulrich Marx

Hannes Amann aus Gengenbach (16) spielt Fußball, ist bei den Narren aktiv und macht eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer. Dabei war es um ihn sehr ernst. Er kam mit nur einer Niere zur Welt, und die drohte am Tag nach der Geburt zu versagen.

Christine Amann ringt manchmal noch mit den Tränen, wenn sie sich an die Leidensgeschichte ihres Sohnes Hannes erinnert. »Bei einer Routineuntersuchung in der 23. Schwangerschafts­woche hat der Frauenarzt festgestellt, dass mit seinen Nieren etwas nicht stimmt.«

Der Frauenarzt schickte die werdende Mutter an die Uni-Kinderklinik nach Freiburg. »Dort wurde festgestellt, dass die rechte  Niere fehlt und sich in der linken der Harn staut«, erinnert sich Christine Amann. Die Ärzte dort rieten ihr, das Kind ganz normal in Offenburg zur Welt zu bringen.

»Kaum war Hannes in der St. Josefsklinik geboren, ging alles Schlag auf Schlag«, erinnert sich der Vater und erzählt: »Hannes musste mit dem Kinder-Intensiv-Krankenwagen ans Klinikum verlegt werden. Die Blutwerte waren schlecht, es drohte akutes Nierenversagen.  Der kleine Hannes war gerade zwei Tage alt, als er die erste Operation unter Vollnarkose bekam.« Direkt in die Niere musste ein Kateder verlegt werden, damit der Urin abfließt. Zehn Wochen musste das neugeborgene Kind in der Klinik verbringen, bevor es das erste Mal nach Hause durfte.

Doch dann ging alles wieder von vorne los. »Hannes bekam nach nur zwei Tagen hohes Fieber. Das ist immer ein Alarmzeichen bei Nierenkranken. Er musste wieder in die Klinik«, erklärt Christine Amann. Dort blieb er ein paar Tage, durfte heim, doch er musste immer wieder zurück: »Vom dritten bis zum fünften Lebensjahr lag unser Hannes fast nur noch im Krankenhaus. Montag bis Freitag habe ich bei ihm übernachtet, am Wochenende mein Mann«, erinnert sich die Gengenbacherin.

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Die einzige Niere funktionierte nicht so, wie sie sollte. »Bis Hannes in die erste Klasse kam, hatte er 14 Operationen hinter sich«, erklärt Christian Amann. Hinzu kam, dass der Sohn starke Medikamente einnehmen musste. Ab der ersten Klasse wurden Hannes Probleme so groß, dass die Offenburger Klinikärzte empfahlen, Hannes an die Uni-Kinderklinik in Freiburg zu bringen. Im Gegensatz zu Offenburg gab es dort eine Kinder-Nephrologie, also eine spezielle Nierenklinik für Kinder.

Dort wurde eine weitere Diagnose gestellt: Wegen einer Engstelle einer Arterie, die zur Niere führt, kam für Hannes ein gefährlicher Bluthochdruck hinzu. Das Blutgefäß könnte man zwar operieren, doch gebe Martin Pohl, Oberarzt und Leiter der Kinder-Dialyse in Freiburg, kein grünes Licht. Die Gefahr, die Niere noch mehr zu schädigen, sei zu groß, berichten die Eltern.

Jetzt lebt Hannes zwar mit vielen Medikamenten, aber  doch ein gutes Leben: »Ich spiele in der B-Jugend in Reichenbach Fußball, bin in der Narrenzunft Höllteufel und mache eine Lehre.« Er ist im ersten Jahr und wird Maschinen- und Anlagenführer. Hannes braucht wegen seiner Krankheit besondere Betreuung.

Dreimal im Jahr muss der junge Ortenauer nach Freiburg zur Kontrolluntersuchungen (Blutdruck, Herz, Augen und Niere). Dazu gehört auch der Ultraschall. »Leser helfen« bittet um Spenden für ein mobiles Gerät. Denn: »Es ist oft besetzt, weil andere Fälle wichtiger sind. Wir sind schon von Gengenbach nach Freiburg gefahren, mussten stundenlang warten und wieder heim.« Deshalb hofft Familie Amann auf einen Erfolg der »Leser-helfen«-Aktion der Mittelbadischen Presse. Denn der Preis für das Gerät – es kostet 80 000 Euro – ist für die Gengenbacher Familie Amann ein sehr hoher Betrag.

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