500 Jahre Reinheitsgebot

2. Ortenauer Bürgerfest in Offenburg

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 3 Minuten
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22. April 2016

Seit 500 Jahren besteht das Reinheitsgebot – Grund genug, in Offenburg den Gerstensaft beim Bürgerfest fließen zu lassen. Das Bierzelt auf dem Marktplatz steht – Fassanstich ist am Samstag, 23. April, um 16 Uhr. Die ersten Gläser vorab zapften Offenburgs OB Edith Schreiner und Landrat Frank Scherer bei der Pressekonferenz für die Vertreter der fünf beteiligten Ortenauer Brauereien. ©Ulrich Marx

Das zweite Ortenauer Bürgerfest steht ganz im Zeichen des Bieres: Es wird am Samstag, dem Tag des Bieres, und am Sonntag auf dem Offenburger Marktplatz gefeiert. Regionale Brauereien bieten ihre Spezialitäten zur Verkostung an. Am Samstagabend spielen die »Wilden Engel«.

Am Samstag um 16 Uhr gilt’s: Dann schlagen Landrat Frank Scherer und Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner das Fass an. Damit ist das Bürgerfest offiziell eröffnet, bei dem der Gerstensaft fließt. Umrahmt wird die Eröffnung vom Blasmusikorchester des Landratsamts. Geöffnet hat das Festzelt bereits ab 11 Uhr.

Probieren ist laut Scherer angesagt, der das Fest am Tag des Bieres als »größte Bierprobe, die die Ortenau je gesehen hat« bezeichnete. Insgesamt stehen 50 verschiedene Bierspezialitäten – auch alkoholfreie – zur Auswahl. Was zählt, sei aber »nicht Masse, sondern Qualität«.

Spezielles Bierglas

Dafür gibt es ein spezielles Bierglas, auf dem sich die fünf teilnehmenden Brauereien jeweils mit ihrem Logo platziert haben. Es hat einen Maßstrich bei 0,1 Liter, der bei der Abgabe des Glases zu zwei Euro mit einem Bier der Wahl gefüllt wird. 
Wer weitere Sorten probieren möchte, bekommt für jeweils einen Euro das nächste Versucherle. Wer schon entschieden hat, kann sich das Glas bis zum Eichstrich von 0,3 Liter für 2,50 Euro füllen lassen. Von den Gläsern werden 5000 Stück ausgegeben.

Mit dabei sind die Schlossbrauerei Stöckle Schmieheim, die Brauerei Kleines Bierhaus Schwanau, die Familienbrauerei Ketterer Hornberg, die Kronenbrauerei Offenburg sowie die Familienbrauerei Bauhöfer Renchen-Ulm.

Festzelt für 1000 Gäste 

Übrigens: Das 20 auf 60 Meter messende Festzelt auf dem Marktplatz fasst 1000 Personen. »Wenn es voll ist, läuft es wie in jeder Disko: Die nächsten können erst rein, wenn jemand gegangen ist«, sagte Scherer. Der Unterschied: Der Eintritt ist frei – auch am Samstagabend, wenn ab 20 Uhr die »Wilden Engel« auf der Bühne stehen. Und da könnte es tatsächlich voll werden. Laut Scherer gab es eine Anfrage aus Freiburg, von wo aus schon zwei Busse das Bierfest ansteuern wollen.

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Wer es lieber gemütlicher möchte, ist vermutlich am Sonntag richtig: Dann spielen die Kapellen und Musikvereine der Ortschaften auf, aus denen die Brauereien stammen.

Weinstadt/Bierstadt

OB Edith Schreiner äußerte sich gespannt, denn bislang präsentiert sich Offenburg ja als Weinstadt: »Ein Bierfest ist etwas ganz anderes.« Dabei handelt es sich um das zweite Ortenauer Bürgerfest. Im vergangenen Jahr gab es die erste Auflage in Ortenberg auf dem Weingut. 

Das Fest soll laut Scherer zur Identitätsstiftung beitragen: »Wir zeigen, dass wir nicht nur zusammen schaffen, sondern auch mal feiern können.« Der Landrat legt den Festbesuchern ans Herz, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen: So kommt man sicher zur größten Bierprobe und wieder zurück.

Wilhelm IV. von Bayern​

Bei der Vorstellung des Festprogramms am Donnerstag wurde auch noch einmal der Anlass verdeutlicht: Thomas Tröndle, Biersommélier bei der Brauerei Ketterer, verlas das Reinheitsgebot, das seit 500 Jahren besteht. Wilhelm IV. von Bayern hatte im Jahr 1516 nicht nur den Preis fürs Bier, sondern auch die Zutaten festgelegt: Gerste, Hopfen, Malz – sonst nichts. Wurde jemand beim Tricksen erwischt, wurde das ganze Fass weggeschüttet. 

Eine gestaltete Urkunde mit dem Text des Reinheitsgebots wurde von den Vertretern der Brauereien bei der Pressekonferenz unterschrieben. Sie soll nun im Landratsamt aufgehängt werden. 

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  • Multimedia-Reportage: Das Bier in der Ortenau

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