Offenburg

30-Jähriger kommt nach Macheten-Angriff aus Psychiatrie

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14. Januar 2020
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©Land BW/Archiv

Gegen den 30 Jahre alten Flüchtling aus Gambia, der im Juli einen Mann in Offenburg mit einer Machete angegriffen haben soll, ist am Montag der Unterbringungsbefehl in einer Psychiatrie aufgehoben worden. Ein Urteil wurde gegen den Mann noch nicht gesprochen – ein wichtiger Zeuge ist abgetaucht.

Das Landgericht Offenburg hat am Montag den Unterbringungsbefehl gegen einen 30 Jahre alte Flüchtling aus Gambia mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die zweite Schwurgerichtskammer folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese wirft dem Angeklagten vor, am 2. Juli vergangenen Jahres einen Radfahrer vor der Flüchtlingsunterkunft „Am Sägeteich“ in Offenburg mit einer Machete angegriffen zu haben.

Der Geschädigte hatte in der polizeilichen Vernehmung angegeben, er habe zwei vor der Flüchtlingsunterkunft abgestellte herrenlose Rucksäcke dem Sicherheitsdienst melden wollen. Nachdem deren Besitzer ihn zunächst auf Englisch angesprochen hatte, habe dieser unvermittelt die Machete gezogen und versucht auf ihn einzuschlagen. Den Angriff habe er mit seinem Fahrrad abwehren können, das dabei beschädigt wurde.

Zuletzt hatten sich Zweifel an der Darstellung ergeben, dass der Angeklagte den Geschädigten habe verletzen oder gar töten wollen. Vielmehr habe er lediglich sein Eigentum verteidigen wollen, sagte ein psychiatrischer Gutachter vor Gericht aus. Zum Zeitpunkt der Tat sei der Angeklagte zudem besonders reizbar gewesen, da er seine Medikamente, mit denen seine psychische Störung behandelt wurde, nicht erhalten hatte. Mit den als Depotgabe per Spritze verabreichten Medikamenten habe sich der Angeklagte in der Psychiatrie äußerst kooperativ verhalten und sei positiv aufgefallen, weshalb der Gutachter die Unterbringung in einer Anschlussunterbringung für Flüchtlinge befürwortete.

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Zeuge ist abgetaucht

Mit Hilfe der Polizei sollte am Montag erneut versucht werden, den Geschädigten zum Vorfall am 2. Juli zu hören. Wieder erfolglos, wie Richter Heinz Walter erklärte. Ein Mitbewohner des Geschädigten habe erklärt, dieser habe die Wohnung seit dem 7. August nicht mehr betreten und befinde sich in der JVA Offenburg. „Das stimmt aber nicht“, betonte Richter Walter. Aktuell läuft jedoch laut Staatsanwaltschaft ein weiteres Strafverfahren gegen den Geschädigten, dessen Bundeszentralregister 22 Eintragungen aufweist, unter anderem wegen Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung und Hehlerei.

Die Staatsanwaltschaft will noch einmal versuchen, den Geschädigten als Zeuge vorführen zu lassen, am 10. Februar soll dann das Urteil gegen den Angeklagten verkündet werden.

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