Offenburg und Lahr
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300 Impfungen pro Woche: So läuft es in den Kreisimpfzentren

Autor: 
Redaktion
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22. Januar 2021

(Bild 1/2) Renate Kopf von der Intensiv-Notaufnahmewar mit die erste von 72 Personen, die im Kreisimpfzentrum Offenburg die 0,3 Milliliter Impfdosis von Biontech-Pfizer erhielt. ©Landratsamt Ortenaukreis

In den beiden Kreisimpfzentren (KIZ) des Ortenaukreises in Lahr und Offenburg sind am Freitagormittag die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus gestartet.

Krankenschwester Renate Kopf und Neurologe Andreas Wagner von der Intensiv-Notaufnahme des Ortenau Klinikums, die nach der Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums höchste Priorität für eine Impfung haben, waren am Freitag mit die ersten von 72 Personen, die in den Kreisimpfzentren in Lahr und Offenburg die 0,3 Milliliter Impfdosis von Biontech-Pfizer erhielten. Das teilt der Ortenaukreis mit.

„Ich freue mich sehr, dass wir nun starten und impfen konnten. Jetzt wollen wir so schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich gegen das Virus impfen“, erklärt Dezernentin Diana Kohlmann vom Landratsamt Ortenaukreis, Leiterin der Kreisimpfzentren. Der Start der KIZ sei überzeugend gewesen, so Kohlmann in der Pressemitteilung. „Alles hat reibungslos geklappt, es gab keine Probleme, die Impfungen wurden gut vertragen.“

An fünf Tagen wird geimpft

In der Anfangsphase seien aufgrund des begrenzten Impfstoffs 300 Impfungen pro Woche in den beiden KIZ vorgesehen, daneben starten mit weiteren Impfdosen vier zusätzliche Mobile Impfteams in die Pflegeheime des LandkreisesG, heißt es.

Geimpft wird in den KIZ an fünf Tagen und jeweils an zwei von je sechs verfügbaren Impfstraßen. „Wir können die Schlagzahl von jetzt auf gleich deutlich erhöhen, sobald das Land die Lieferung der Impfdosen entsprechend erhöht“, so Kohlmann, die erklärt, dass bei der derzeit noch herrschenden Impfstoffknappheit nicht alle gleichzeitig zum Zug kommen können.

Ausgelegt sind die zwöf Impfstraßen in den beiden KIZ auf jeweils rund 750 Impfungen pro Tag. Neben Personen in stationären Einrichtungen, die seit Anfang Januar durch die sogenannten Mobilen Impfteams geimpft werden, haben aktuell Anspruch auf eine Covid-19-Schutzimpfung nach der entsprechenden Verordnung des Bundes vor Menschen ab 80 Jahren, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen, das Personal in diesen Einrichtungen sowie medizinisches Personal, das auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, Rettungsdiensten, Corona-Impfzentren sowie in anderen infektionsrelevanten Bereichen arbeitet. Die endgültige Prüfung des Anspruchs auf eine Impfung findet vor Ort im jeweiligen Impfzentrum statt, heißt es weiter.

„Ich habe mich ausführlich über die Impfung informiert. Technologie, Studiendaten und Erfahrungswerte haben mich überzeugt. Neben dem Eigenschutz – in der Notaufnahme habe ich häufig längeren Kontakt zu Patienten, bei denen unklar ist, ob sie an Covid erkrankt sind – ist mir der Schutz der Risikopatienten sehr wichtig. Bei uns auf der Schlaganfallstation sind die meisten Patienten über 80 Jahre alt und wenn ich geimpft bin, ist das Risiko, das Virus weiterzugeben, wahrscheinlich geringer. Deswegen finde ich es auch wichtig, dass gerade auf solchen Stationen breit geimpft wird“, erklärt Neurologe Andreas Wagner vom Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim.

Krankenschwester Renate Kopf von der Intensiv-Notaufnahme des Ortenau Klinikums in Offenburg ergänzt: „Ich arbeite an einer Position mit hohem Expositionsrisiko und bin über 60 Jahre alt. Ich bin daher froh, dass ich die Möglichkeit habe, mich impfen zu lassen. Damit schütze ich mich selbst, meine Angehörigen und meine Patienten.“

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So hoch ist die Impfbereitschaft

Im Ortenau-Klinikum sei eine hohe Impfbereitschaft vorhanden, erklärt Peter Kraemer, Medizinischer Direktor des Ortenau Klinikums. „Mit den bislang verfügbaren Impfdosen werden derzeit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den prioritären Bereichen des Ortenau Klinikums über das ZIZ Offenburg und die KIZ Lahr und Offenburg geimpft.

Dabei können bei Weitem aktuell noch nicht alle impfbereiten Ärzte und Pflegekräfte berücksichtigt werden. Grundsätzlich gehen wir bei den Ärzten und Pflegekräften von einer hohen Bereitschaft zur Immunisierung aus, sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen wird“, sagt Kraemer.

Im Impfzentrum herrschen strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Während des gesamten Termins muss ein Mund-Nasenschutz getragen. Eine Begleitperson kann mitkommen. Um unnötige Kontakte zu vermeiden, wird darum gebeten, unbedingt pünktlich zum Termin zu erscheinen.

Die Verantwortlichen weisen darauf hin, dass es eine Impfung nur mit einem Termin möglich. „Es macht keinen Sinn, ohne Termin zu den Impfzentren zu kommen, denn die Zahl der dort vorhandenen Impfdosen ist genau auf die Zahl der Anmeldungen abgestimmt“, erklärt Kohlmann.

Im Impfzentrum selbst werden die Impflinge zunächst allgemein über die Impfung durch einen Informationsfilm sowie einen Arzt aufgeklärt, beispielsweise zu Risiken durch Allergien oder Vorerkrankungen. Danach erfolgt die Impfung in den Arm durch Mitarbeiter der Malteser in Offenburg und des DRK in Lahr, gefolgt von einer rund 30-minütigen Beobachtungsphase in einem gesonderten Wartebereich. Sollte es zu einer unwahrscheinlichen allergischen Reaktion kommen, kann dies direkt vor Ort behandelt werden. Wer auf Hilfe angewiesen ist, darf sich zum Impftermin auch begleiten lassen. Die Impfung selbst erhält nur die begleitete Person.

Hinweise zu den Kreisimpfzentren mit verschiedenen Informationen zur Impfung finden Sie auch unter www.ortenaukreis.de/kreisimpfzentren. Hier besteht auch die Möglichkeit zur Vorregistrierung, der Aufklärungsfilm ist ebenfalls hinterlegt.

 

Info

Impftermine

Für Impftermine anmelden kann man sich online unter www.impfterminservice.de, über die 116 117-App und telefonisch über die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung unter der Telefonnummer 116 117. „Das Landratsamt selbst vergibt keine Termine“, stellt Kohlmann dar.

Für die Impfungen in den beiden Kreisimpfzentren wurde bei der Buchung mit dem Ersttermin zeitlich auch die Möglichkeit zur Buchung des Zweittermins angeboten. Sofern kein Zweittermin gebucht werden, kann dies beim ersten Impftermin vor Ort bei der Registrierung mitgeteilt werden.

Die Impfung mit den zwei erforderlichen Impfdosen ist sichergestellt, heißt es.

Für einen wirksamen Schutz sind zwei Impf-Termine im Abstand von rund drei Wochen notwendig. Der vollständige Schutz tritt dann nach derzeitiger Kenntnis eine Woche nach der zweiten Impfung ein.

Was für die Impfung nötig ist

Am Tag der Impfung müssen Bürgerinnen und Bürger ihren Ausweis, die elektronische Gesundheitskarte, Impfpass sowie den entsprechenden Vermittlungscode mitbringen. Die Impfung selbst ist für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos.

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