Ortenau

356 Menschen in der Ortenau werden Deutsche

Autor: 
Herbert Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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11. Mai 2017

Unser Bild zeigt von links die Beteiligten am Ehrenamtspreis: Rita Böcherer (Sparkasse Offenburg/Ortenau), Günter Pfundstein (Bürgermeister Zell a.H.), Helmut und Nicola Kiefer (Projekt Fahrradwerkstatt), Landrat Frank Scherer, Yaya Singateh (»The Worlderers«), Suliman Abu Ghaida (Projekt »Sprachvermittlung«) und Siegfried Eckert (Bürgermeister Gutach ©Iris Rothe

Landrat Frank Scherer hat in einer Feierstunde Menschen begrüßt, die 2016 durch Einbürgerung die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten haben und Projekte ausgezeichnet, die vorbildlich der Integration dienen.

Mit Stolz konnte Landrat Frank Scherer zu Beginn der Feierstunde berichten, dass die 356 Frauen und Männer, die 2016 in der Ortenau die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten haben, eine neue Rekordmarke darstellten. Von ihnen kommen 30 Prozent aus Ländern der Europäischen Union, der Türkei, dem Kosovo und Rumänien stellen den Großteil der insgesamt 60 Nationen, aus denen die Neubürger kommen.

Rechte und Pflichten

Die Staatsbürgerschaft bringe nicht nur Rechte wie die Wahrnehmung des Wahlrechts mit sich, sie lege auch Pflichten auf, betonte der Landrat. »So sind wir gemeinsam für die Zukunft unseres Landes und all ihrer Bürger verantwortlich.«

Das setze der Landkreis mit der Gesamtstrategie Zuwanderung um, so Scherer. Dabei handle es sich um ein fachübergreifendes und kreisweites Konzept, in das alle Kommunen im Kreis mit den Institutionen und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern einbezogen sind. Ergebnis ist ein Strategiepapier mit über 60 Projekten und Maßnahmen, das auf die verschiedensten Lebensbereiche eingeht und bisher in dieser Form einzigartig im Land ist.

Wurzeln nicht vergessen

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In Deutschland habe jeder Fünfte einen Migrationshintergrund, im Ortenaukreis laut Scherer sogar jeder Vierte. Sie bereicherten die Kultur und seien wie die mehr als 3000 freiwilligen Flüchtlingshelfer auch ein Segen, sagte Scherer. Aber trotz aller Freude über das nun Erreichte dürften die Neubürger ihre Herkunft und Wurzeln nicht vergessen. Gleichermaßen seien sie aber verpflichtet, sich als Teil des Gemeinwesens einzubringen.

Das hat Leonie Bayer praktiziert, als sie sich an ihrem Wohnort im Kirchenchor engagierte, nachdem sie aus den Niederlanden in die Ortenau kam. »Ich wollte lediglich Berufserfahrung sammeln«, erinnerte sie sich. Mittlerweile hat sie eine Familie mit zwei Kindern gegründet. Aber Gedanken an eine Einbürgerung hat sie sich nach eigenen Angaben nie gemacht.Was sie allerdings doch zu diesem Schritt bewog war, dass sie kein Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen hatte und deshalb die Staatsbürgerschaft beantragte.

Kein Garant für Integration

Sie mahnte aber an, dass die Urkunde über die Einbürgerung kein Garant für Integration sei. »Man muss sie wollen«, so ihre Überzeugung. Und was ebenso wichtig ist: »Man muss zeigen, dass man dazugehört«. Tradition bei der Einbürgerungsfeier hat die Auszeichnung herausragender Projekte, die der Integration dienen und Vorbildcharakter haben. So sind drei Projekte von den Organisatoren aus vielen ausgewählt worden und mit Geldpreisen der Sparkasse Offenburg/Ortenau honoriert worden.

Den ersten Preis und 1500 Euro erhielten Nicola und Helmut Kiefer aus Offenburg-Bühl. Mit ihrem Projekt Fahrradwerkstatt wird die Hilfe zur Selbsthilfe, Mobilität und Sprachvermittlung gefördert. Der zweite Preis mit 1000 Euro geht an Herbert Wickertsheim aus Lahr und sein Projekt »The Worlderers-Musikband«. Hier werden durch gemeinsames Musizieren Sprache und Kultur vermittelt und gegenseitige Akzeptanz gefördert.

Den dritten Preis und 500 Euro ist Suliman Abu Ghaida zugesprochen worden. Der aus Syrien stammende Mann eröffnet mit dem Projekt Sprachvermittlung und der Möglichkeit des Spracherwerbs auf verschiedenen Internetplattformen jungen Geflüchteten den  Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe.

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