In Ortenauer Psychiatrie

33-Jähriger soll Mitpatienten ins Koma geprügelt haben

Autor: 
red/maj
Lesezeit 2 Minuten
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11. Juni 2018

Symbolbild ©Ulrich Marx

Ein 33-Jähriger soll einen 60-jährigen Mitpatienten eines psychiatrischen Krankenhauses in der Ortenau Anfang des Jahres bis ins Koma geprügelt haben. Deshalb muss er sich Anfang August vor dem Landgericht Offenburg verantwortlichen. Dieses muss klären, ob der Anfang 30-Jährige die Tat erstens begangen hat und ob er zweitens schuldfähig war. Ein Sachverständiger diagnostizierte nämlich Schizophrenie.

Weil ein 33-jähriger Patient eines psychiatrischen Krankenhauses in der Ortenau einen 60-Jährigen, der ebenfalls in der Klinik untergebracht war,  so schwer verletzt haben soll, dass dieser ins künstliche Koma versetzt werden musste, muss sich der Anfang 30-Jährige ab August dafür vor dem Landgericht Offenburg verantworten.

Wie die Staatsanwaltschaft Offenburg am Montagmorgen mitteilte, soll der Jüngere der beiden Anfang des Jahres plötzlich mehrfach mit einem Gegenstand auf den 60-Jährigen eingeschlagen haben, um ihn zu töten. Das Opfer habe so schwerwiegende Verletzungen erlitten - unter anderem am Kopf - dass es in ein künstliches Koma versetzt werden musste. Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber Baden Online mitteilte, liegt der Mann mittlerweile nicht mehr im Koma, er muss aber weiterhin medizinisch behandelt werden.

Manisch-schizoaffektive Störung

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Nach Einschätzung eines Sachverständigen war der 33-Jährige zum Tatzeitpunkt schuldunfähig. Er soll sich in einem psychotischen Ausnahmezustand befunden haben, da er an einer manisch-schizoaffektiven Störung leiden soll. Aus diesem Grund sei der 33-Jährige nicht in der Lage gewesen, das Unrecht seiner mutmaßlichen Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Aus dieser Sicht hätte er nicht schuldhaft gehandelt, was die Verhängung einer Strafe nicht möglich macht.

Die Staatsanwaltschaft hat die zwangsweise Unterbringung des 33-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragt - aktuell ist der Mann dort nur vorläufig untergebracht. Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat waren die beiden Beteiligten wegen akuter psychiatrischer Erkrankungen zur Behandlung in einer Ortenauer Psychiatrie. Nun also soll der Anfang 30-Jährige dauerhaft in einer solchen untergebracht werden.

Schuldunfähig?

Das Landgericht muss im Rahmen eines sogenannten Sicherungsverfahrens prüfen, ob der 33-Jährige die Tat begangen hat und ob wegen seiner Erkrankung weitere schwerwiegende Taten folgen könnten. Die Verhandlung vor dem Landgericht Offenburg beginnt am 1. August. Wie viele Verhandlungstage es gibt, muss das das Landgericht entscheiden.

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