Multimedia-Reportage

Das Bier in der Ortenau

23. April 2016
&copy Pixabay

Das Deutsche Reinheitsgebot für Bier wird 500 Jahre alt. Die Mittelbadische Presse hat sich zu diesem Anlass die Bierlandschaft in der Ortenau angesehen und mit Bierbrauern und Biertrinkern gesprochen. Das Ergebnis sehen Sie in einer Multimedia-Reportage.

Mit einem Klick geht es los:

 

 

Ein halbes Jahrtausend gelebtes Biergesetz

Hopfen, Malz, Hefe und Wasser – gut ausgewogen machen allein diese vier Zutaten ein schmackhaftes Bier aus. Doch im Jubiläumsjahr der deutschen Bierbranche ist aus Sicht der Brauer eindeutig zu viel Wasser im Bier. Eigentlich machen die jüngsten Zahlen Mut: Der Absatz stieg 2015 leicht, es gab wieder mehr Brauereien und Beschäftigte, die Vielfalt ist größer denn je. Und nicht zuletzt die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft lässt die Brauereien auf einen großen Schluck hoffen.

In der Ortenau sind noch vier mittelständische Privatbrauereien aktiv: die Kronenbrauerei in Offenburg, die Familienbrauerei Bauhöfer in Renchen-Ulm, die Familienbrauerei M. Ketterer in Hornberg und die Schlossbrauerei Stöckle in Kippenheim-Schmieheim. Auch sie profitieren vom Trend zu regional gebrautem Gerstensaft und nehmen dafür auch Geld in die Hand. Die Kronenbrauerei beispielsweise investiert derzeit in eine neue Betriebsstätte samt Erlebnisgastronomie am Rand von Offenburg und setzt wie auch die Kollegen in der Ortenau auf den sogenannten Craftbier-Trend. Dabei geht es um die steigende Nachfrage nach handwerklich hergestellten Brauprodukten mit dem gewissen Etwas. Heraus kommen meist hopfenbetont-fruchtige Sorten, die mit ganz neuen Aromen spielen und viele Biertrinker neugierig gemacht haben. Dafür sind Feinschmecker dann auch bereit, zwei Euro pro Flasche zu zahlen.  Die Welle schwappte von den USA – dort dominieren eigentlich wenige Großbrauereien den Markt – nach Deutschland, wo seit jeher individuelle Brauprodukte Tradition haben.

Dass die Zahl der Brauereien in Deutschland im vergangenen Jahr um weitere 31 auf 1388 stieg, liegt an neuen Gasthof- und Mikrobrauereien – sie produzieren keine 1000 Hektoliter im Jahr, machen aber inzwischen die Hälfte aller Brauereien aus. In Offenburg beispielsweise hat Markus Kühnhanss seinen Traum von der eigenen Brauerei in seinem umgebauten Privatkeller verwirklicht. Dort stellt er wechselnde Sorten, beispielsweise Rauchbier, Badisch-Alt oder Klosterbier her. Und in der Schwanauer Brauerei Kleines Bierhaus von Benjamin Herr entstehen Weizen, naturtrübes Gullerbier (Export) oder ein mit Honig vergorenes Spezialbier.

Autor:
Redaktion/Bastian André/Tobias Symanski

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