Ortenau

68 neue Referendare in der Ortenau offiziell begrüßt

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 3 Minuten
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03. Februar 2019

Zum letzten Mal hat Nicole Kränkel-Schwarz in ihrer Eigenschaft als Leiterin des Seminars für Didaktik und Lehrerbildung die neuen Referendare begrüßt. ©Iris Rothe

Zum letzten Mal hat Nicole Kränkel-Schwarz in ihrer Eigenschaft als Leiterin des Seminars für Didaktik und Lehrerbildung die neuen Referendare begrüßt. Wohl ab März soll die Lehreraus- und fortbildung dann dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) unterstehen. 
 

Es war alles wie immer bei der Begrüßung der neuen Referendare: Am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Offenburg gab es am Freitag einen Gottesdienst, nachmittags begrüßte Seminarleiterin Nicole Kränkel-Schwarz die Neuen und weitere Gäste. Aber wahrscheinlich zum letzten Mal, denn ab März soll das Haus dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) unterstehen.

In ihrem Grußwort sprach Christiane von Zahn als Vertreterin des Regierungspräsidiums Freiburg die Qualitätsoffensive der Ministerin an, die ein zentral gesteuertes Ausbildungs-, Fortbildungs- und Unterstützungssystem vorsieht. Die abschließende Beratung soll laut Zeitplan von Kultusministerin Susanne Eisenmann am 18. Februar stattfinden. Von Zahn wolle die neue Struktur, deren Ziel es ist, die Unterrichtsergebnisse zu verbessern, »offen und interessiert beobachten«, erläuterte sie. Sie hoffe, dass mit dem ZSL und dem Institut für Bildungsanalysen Bedingungen geschaffen werden, »unter denen Bildungsprozesse besser voranschreiten«.

Geisterhaus?

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Bisher habe man die Referendare individuell begleitet und mit ihnen jeweils persönliche Ziele vereinbart, sagte Kränkel-Schwarz auf Nachfrage am Rande der Begrüßungsfeier. In wieweit das ZSL solche Unterstützung noch zulasse, wisse sie derzeit ebenso wenig, wie das, was sie persönlich erwartet. Wenn sich ihre Befürchtungen bewahrheiten, dass auch die Dozenten ans Institut einpendeln, könnte Offenburg bald eine Art Geisterhaus werden. Dann sind vor allem die Lehramtsanwärter im Haus, die 395 Ausbildungsstunden erhalten.

Doch aller Reformen zum Trotz standen am Freitagnachmittag die 68 neuen Referendarinnen und ihre neun Kollegen sowie zwölf Teilnehmer vom Studiengang bilingual Französisch im Mittelpunkt. Seminarleiterin Kränkel-Schwarz stellte ihre Begrüßungsrede unter das Motto »Meine Zeit«. Sie wies darauf hin, dass das Lernen Zeit braucht. Das heiße aber nicht nur dem Schülern Zeit zu lassen, sondern auch sich: »Haben Sie Geduld mit sich.« Sie ermutigte die angehenden Lehrer, den Druck rauszunehmen und sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. 
Von Zahn ermutigte ihre Zuhörer, bei den Unterrichtsbesuchen nicht auf eine »bombensichere, lehrerzentrierte Stunde« zu setzen. Vielmehr gehe es für die (künftigen) Lehrer immer darum, die Kinder zu erreichen – »ohne Bindung keine Bildung«. 

»Jedem Chance geben«

Das ist unter anderem die Motivation von Eva Kose, die in Freiburg-Herdern unterrichten wird. Die 30-Jährige will Wege finden, den Kindern etwas zu vermitteln, auch wenn sie es nicht von Zuhause mitbringen: »Ich will jedem eine Chance geben.«
Für Benedikt Klenk heißt die erste Station Appenweier. Was ihn erwartet, weiß er: »Ich habe Erfahrung in der kirchlichen Jugendarbeit gesammel.« Die ehrenamtliche Arbeit mit den Kinder- und Jugendgruppen habe ihm immer viel Spaß bereitet. »Jetzt ist es nur eine andere Altersklasse«, sagt er.

Hintergrund

35 000 Lehrer fehlen bis 2025.

Die kommende Struktur mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerausbildung (ZSL) ist nicht die erste Veränderung für das Offenburger Seminar für Didaktik und Lehrerausbildung: Bereits seit 2016 werden in Offenburg nur noch Grundschullehrer ausgebildet werden. Aktuell sind Medienbildung, Inklusion, Globales Lernen und Interkulturalität die Schwerpunktthemen bei der Ausbildung. Sobald das Referendariat geschafft ist, blicken die Lehramtsanwärter dan auf gute Aussichten: Insbesondere im ländlichen Raum gibt es einen Lehrkräftemangel. Bis 2025 sollen bundesweit rund 35.000 Lehrer fehlen.

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