Ortenau

Abfall-Tausch zwischen Ringsheim und Straßburg

Autor: 
Reinhard Reck
Lesezeit 3 Minuten
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26. September 2008
Foto: Landratsamt - Die Abfallbehandlungsanlage auf dem Kahlenberg.

Foto: Landratsamt - Die Abfallbehandlungsanlage auf dem Kahlenberg.

Ein neuer Kooperationsvertrag zwischen dem Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) und der Stadtgemeinschaft Straßburg ist die Basis für eine bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Verarbeitung von Hausmüll.
Ortenau/Straßburg. Die Abfallbehandlungsanlage auf dem Kahlenberg bei Ringsheim und der Straßburger Müllofen Rohrschollen am Rhein sind nur 50 Kilometer voneinander entfernt. Jetzt wurde nach Ablauf eines ersten Kooperationsvertrages ein neues derartiges Dokument unterzeichnet, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Hausmüllbehandlung zu erweitern. Träger der Ringsheimer Anlage ist der Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) mit dem Ortenaukreis und dem Landkreis Emmendingen. Der Rohrschollen wird von der Straßburger Stadtgemeinschaft (CUS) betrieben. Ziel des vorerst auf drei Jahre befristeten Vertrages ist es nicht nur, dass sich der ZAK und die CUS gegenseitig unterstützen, wenn eine Anlage stillstehen muss oder wenn es Kapazitätsengpässe gibt. Nach Angaben von Martin Roll, Geschäftsführer des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Ortenaukreis, soll es der neue Vertrag auch ermöglichen, durch den Austausch von geeigneten Abfällen die Energieeffizienz beider Anlagen zu erhöhen. So sollen – zunächst in einer Versuchsphase –  von Ringsheim pro Jahr etwa 10 000 bis 15 000 Tonnen heizwertreiche Abfälle wie holz- oder textilhaltige Reste nach Straßburg geliefert werden. Vorteil für die Elsässer: Bei der Behandlung dieses Mülls könnten sie die sogenannte Stützfeuerung, die beim Betrieb dieser klassischen Verbrennungsanlage notwendig ist, reduzieren. Beide Seiten profitieren Im Gegenzug sollen Bio-Abfälle wie Küchenreste in gleicher Menge vom Rohrschollen zum Kahlenberg transportiert werden. Diese organikreichen Stoffe sind wiederum für die Verantwortlichen von der ZAK-Anlage interessant. Denn mit dem bei der Behandlung entstehenden Biogas können beispielsweise Strom und Abwärme erzeugt werden. Fazit unterm Strich: Bei beiden Anlagen profitiert man von dem Kooperationsvertrag, wobei nach Auskunft von Martin Roll der »Abfall-Tausch« noch von den zuständigen Instanzen beider Länder formell gebilligt werden muss. Vierstufiges Verfahren Die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage auf dem Kahlenberg wurde im Mai 2006 in Betrieb genommen. Der angelieferte Müll – rund 100 000 Tonnen im Jahr – kommt aus der grauen Tonne. Die Abfälle werden in einem vierstufigen Verfahren mechanisch-biologisch behandelt, in ihre Bestandteile zerlegt und wenn irgend möglich einer weiteren Verwendung zugeführt. So wird die Gemeinde Ringsheim mit Wärme versorgt, manche Reststoffe werden auch an Kraftwerke und andere Einrichtungen verkauft. Nach den Zielvorgaben sollen nur fünf Prozent des Mülls, die nicht mehr behandelt werden können, übrig bleiben. Beim Rohschollen, nahe am Rhein gegenüber Kehl gelegen, hat die CUS in den vergangenen Jahren enorme Anstrengungen gemacht, um die Menge des Schadstoffsausstoßes zu reduzieren.

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