Mehr als 50 Helfer

Landesweite Aktionwoche gegen Armut

Autor: 
Antonia Höft
Lesezeit 2 Minuten
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14. Oktober 2016

Beim Benefizessen des Caritasverbands Kinzigtal zur "Woche der Armut" im Jahr 2014 im katholischen Gemeindehaus Wolfach. Auch in diesem Jahr gibt es wieder zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema Armut. ©Tobias Lupfer

»Bildung, Wohnen,Arbeit und Teilhabe«: In der landesweiten Aktionswoche gegen Armut, die am Montag, 17. Oktober, startet, finden in Offenburg zahlreiche Veranstaltungen zu dem Thema statt. Ob nun Workshops oder Stadtführungen – die Bürger sollen über »Armut« aufgeklärt werden und sich vor allem begegnen.

Wer auf der Straße lebt, gilt als arm. »Doch Armut fängt schon viel früher an«, sagte Eva Christoph, Leiterin des St. Ursulaheims in Offenburg, am Donnerstag bei einem Pressegespräch auf. 

Mehr als 50 Helfer

Um Bürger über das Thema Armut aufzuklären, beteiligen sich 14 Institutionen aus der Ortenau an der landesweiten Aktionswoche gegen Armut, die am Montag, 17. Oktober, startet. Mehr als 50 Helfer gestalten die Woche zum Thema Bildung, Wohnen, Arbeit und Teilhabe. Von Workshops über Gottesdienste bis hin zu Vorträgen – Bürger können kostenlos an den Veranstaltungen in Offenburg teilnehmen. Am Montag, 17. Oktober, gegen 18.40 Uhr, können Interessierte zur Podiumsdiskussion mit Georg Benz (Sozialdezernent des Landratsamts Offenburg), Hans-Peter Kopp (Finanzbürgermeister), Alfred Schleimer (Bündnis 90/Die Grünen) und Volker Schebesta (CDU-Landtagsabgeordneter) dazustoßen – »Zwei Stühle bleiben leer, wer will kann mitdiskutieren«, erklärte Andreas Hillebrandt, Leiter des Caritasverbandes Offenburg-Kehl Hillenbrandt. 

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Ob nun Alleinerziehende, ältere Menschen, junge Mütter, Menschen ohne Wohnung oder mit Migrationshintergrund: »Oftmals ist es nicht nur ein Problem, das zur Armut führt«, betonte Hillebrandt und sprach von einer »muliplen Problemlage«. »Altersarmut wird in den nächsten Jahren zu einem großen Thema werden«, ist er überzeugt. Rund 15 Prozent der Bevölkerung in Baden-Württemberg seien armutsgefährdet, erläuterte Mario Herrmann, Leiter des Diakonischen Werks der Ortenau und bezog sich dabei auf den Armutsbericht 2015. 

Sich aufklären lassen

Doch wie lautet der Appell der Institutionen an die Bürger? »Sich aufklären lassen und offen sein«, wünscht sich Stephanie Ströble, stellvertretende Leiterin der Wohneinrichtungen der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch, in dieser Woche. Das Sozialversicherungssystem in Deutschland sei zwar sehr differenziert, dennoch bemängelten einige Vertreter der sozialen Einrichtungen bei der Pressekonferenz die Transparenz für Betroffene.

Fragen rund um die Existenz, so wie »Wie viel Geld steht mir zu?« werden zu komplex beantwortet. »Für einfach gestrickte Menschen ist das nicht verständlich«, ist Ströble überzeugt. Im Fokus der Woche der Armut steht die Aufklärung. »Wer arm ist, trägt meist nicht selbst Schuld daran«, betonte Eva Christoph und wollte auch mit diesem Vorurteil aufräumen. 

Hintergrund

Offenburger Veranstaltungen in der Armutswoche

◼ Sonntag, 16. Oktober, 11.30 Uhr, Ökumenischer Krabbelgottesdienst, St. Martin, Zähringerstraße 38.
◼ Montag, 17. Oktober, 12.15 bis 12.30 Uhr, Mittagsgebet in der evangelischen Stadtkirche. Ab 16.30 bis 19.30 Uhr findet die Aktion »Von Mensch zu Mensch«, bei der es kostenlose Workshops und Vorträge gibt, statt. Die Veranstaltungen finden im Gemeindezentrum, Zähringerstraße 38, statt. 
◼ Dienstag, 18. Oktober, 9 bis 11 Uhr, Stromsparcheck bei den Pagoden.
◼ Mittwoch, 19. Oktober,  12.15 bis 12.30 Uhr, Mittagsgebet in der Heilig-Kreuz-Kirch. Von 18 bis 20.30 Uhr, eine Stadtführung durch die Stadt, um vier soziale Einrichtungen zu besuchen. Treffpunkt: Kesselstraße 10. Um 19 Uhr gibt es im Salmen einen Vortrag zum Thema »Ein Mann ist keine Altersvorsorge«.
◼ Freitag, 21.Oktober, 12 bis 14 Uhr, Diskussion, Musikeinlagen und Infos zum Thema »Es ist genug! – Genug für alle!« in der Innenstadt bei den Pagoden.

Mehr Infos unter www.caritas-offenburg-kehl.de 

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