Gefahr für das Grundwasser

Altmedikamente gehören nicht in den Mülleimer

Autor: 
red/js
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25. März 2020

Nicht mehr benötigte Medikamente sollten bei der Problemstoffsammlung abgegeben werden. ©Ulrich Marx

Das Landratsamt bittet darum, Altmedikamente nicht im Hausmüll zu entsorgen. Die Inhaltsstoffe könnten sonst in das Grundwasser gelangen. 

Altmedikamente wie abgelaufene Pillen, Zäpfchen, Kopfschmerztabletten oder Reste von Hustensaft können im Ortenaukreis bei der Problemstoffsammlung abgegeben werden. Außerdem bieten die meisten Apotheken einen Rücknahmeservice an. Darauf weist das Landratsamt hin.  Grund dieser speziellen Entsorgung im Ortenaukreis sei, dass der Inhalt der grauen Restmülltonne in einer Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) verarbeitet wird.

Behandelt und verwertet

„Abweichend von anderen Landkreisen wird in der Ortenau der Inhalt der grauen Restmülltonne nicht in Müllverbrennungsanlagen beseitigt, sondern in der MBA in Ringsheim behandelt und verwertet“, erklärt Michael Lehmann, Abfallberater des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Ortenaukreis. In der MBA wird der Abfall mechanisch vorbehandelt, wobei Wert- und Störstoffe aussortiert werden. Im Anschluss werden die Abfälle mit Wasser vermischt, heißt es weiter. 

Das im weiteren Verfahren abgepresste Prozesswasser werde dann einem Gärverfahren zur Biogaserzeugung unterzogen, welches zur Strom- und Wärmegewinnung genutzt wird. „Bei dieser hoch effizienten Verwertung des Hausmülls könnten Altmedikamente mit Wasser vermischt und deren Inhaltsstoffe darin gelöst werden“, so Lehmann. „Einmal im Wasser gelöst, können manche Medikamenteninhaltsstoffe in den Kläranlagen nur teilweise oder auch gar nicht aus dem Wasser entfernt werden und so zu Gewässer- und Bodenbelastungen führen. Aus diesem Grund dürfen Altmedikamente auch nicht in den Ausguss oder die Toilette gekippt werden“, betont der Abfallberater. 

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In den Problemstoffsammlungen

Aus Vorsorgegründen sei daher der beste Weg, Altmedikamente bei einer der vielen mobilen Problemstoffsammlungen im Ortenaukreis zu entsorgen. Normalerweise ist das unter anderem ganzjährig bei der Firma Remondis, Salmengrundstraße 4 in Rheinau-Freistett, kostenlos möglich. Die ist wegen der aktuellen allerdings voraussichtlich bis zum 9. April geschlossen. 

Lehmann informiert, dass auch fast alle Apotheken im Rahmen des Kundenservice Altmedikamente aus Privathaushalten zurücknehmen. Diese können die Altmedikamente ebenfalls über die Problemstoffsammlung kostenlos entsorgen. Die hierbei abgegebenen Altmedikamente werden in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt.

Die Termine der Problemstoffsammlung und die Annahmezeiten bei der Firma Remondis stehen auf der Rückseite des Abfallkalenders, auf der Internetseite des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Ortenaukreis www.abfallwirtschaft-ortenaukreis.de oder können bei den Abfallberatern unter • 0781 / 8 05 96 00 oder per E-Mail unter abfallwirtschaft@ortenaukreis.de erfragt werden.
 

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