Deutlich über Vorjahresniveau

Arbeitslosenquote bleibt im Juni in der Ortenau konstant

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red/js
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03. Juli 2020

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Die Zahl der Arbeitslosen in der Ortenau ist im Juni im Vergleich zum Mai konstant geblieben. Trotzdem sind deutlich mehr Menschen ohne Arbeit als noch ein Jahr zuvor.

Der Arbeitsmarkt in der Ortenau hat sich im Juni stabilisiert. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert bei 3,8 Prozent. Damit sind jetzt 9738  Menschen ohne Arbeit, wie aus einer Pressemitteilung der Arbeitsagentur hervorgeht. 

Nachfrage zurückgegangen

Dramatisch ist allerdings der Anstieg im Vergleich zum Juni 2019. Die Zahl der Arbeitslosen stieg seitdem um 2754. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei aufgrund der Pandemie deutlich zurückgegangen. Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Offenburg konnte im Juni 485 neue Arbeitsstellen akquirieren, 315 Angebote weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 

Einen deutlichen Rückgang  der Arbeitslosenzahlen im Juni um 257 auf 1813 gab es in der Geschäftsstelle Lahr. Hier ist ein Großteil des Rückgangs auf Einstellungen in der Freizeitbranche und in der Gastronomie zurückzuführen, so die Arbeitsagentur. Bei allen anderen Geschäftsstellen gab es keine großen Ausschläge nach oben oder unten. 

Mehr Saisonbeschäftigung

„Die Lockerungen bezüglich der Corona-Einschränkungen machen sich auf dem Arbeitsmarkt im Ortenaukreis bemerkbar. Erfreulicherweise ist im Berichtsmonat, mit Stichtag 15. Juni, die Arbeitslosenzahl leicht zurückgegangen. Die Saisonbeschäftigung in der Freizeitbranche und in der Gastronomie hat eingesetzt – viele Arbeitslose konnte nach dem Corona-Beschäftigungsverbot ihre Arbeit wieder aufnehmen“, erläuterte Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. „Er freue sich, dass viele Unternehmen seit Beginn der Corona-Pandemie auf das Förderinstrument Kurzarbeitergeld zurückgreifen, dadurch hätten viele Entlassungen vermieden werden können.“ 

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Besonders betroffen von der Zunahme der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr sind laut Arbeitsagentur 15- bis 25-Jährige. Im Juni seien mehr als doppelt so viele junge Menschen ohne Arbeit wie vor einem Jahr. Aktuell sind demzufolge 726 Jugendliche ohne Arbeit, davon viele mit abgeschlossener Berufsausbildung in nahezu allen Berufen.

Bei der Personengruppe der Menschen über 50 Jahre, liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 2076, das waren 50,5 Prozent (plus 697) mehr als im Vorjahresmonat, teilt die Arbeitsagentur mit. Mit einem Anteil von 36,3 Prozent stelle diese Personengruppe den größten Anteil am Bestand der Arbeitslosen im Ortenaukreis dar. Ältere Menschen bringen viel Lebens-, aber vor allem viel Berufserfahrung mit, betont die Einrichtung.

Noch einmal erhöht

Bei der Kommunalen Arbeitsförderung, die sich vor allem um Hartz-IV-Empfänger und deren Angehörige kümmert, haben sich nach eigenen Angaben die Fallzahlen im Vergleich zum Mai noch einmal erhöht. So beziehen aktuell 7 921 Familien beziehungsweise Haushalte die Hartz-IV-Leistungen. Dies sind 59 mehr als im Vormonat, was einer Zunahme von 0,8 Prozent entspricht.

Da die Coronakrise noch längst nicht überwunden ist, war zu erwarten, dass die Fallzahlen der KOA weiter ansteigen. Die aktuell überraschend moderate Zunahme von weniger als einem Prozent nährt natürlich die Hoffnung, dass wir das Schlimmste bereits überstanden haben. Hier ist aber Vorsicht angebracht“, sagt Armin Mittelstädt, der Leiter des Ortenauer Jobcenters. „Die kurzfristigen Wirkungen mögen wir hinter uns haben, aber auf mittlere Sicht wird uns die große Zahl an Personen, die derzeit Arbeitslosengeld I oder Kurzarbeitergeld erhalten, noch stark beschäftigen“, dämpft Mittelstädt eine allzu optimistische Erwartungshaltung.

Derzeit erhalten insgesamt 16 985 Personen Leistungen der KOA, heißt es in der Pressemitteilung weiter.  Die Gesamtzahl der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Leistungsberechtigten betrage 7878. Hinzu kommen  demzufolge 4972 nichterwerbsfähige Sozialgeld-Empfänger, 3946 reine Arbeitslosengeld II-Leistungsbezieher, die etwa als Alleinerziehende Kinder unter drei Jahren betreuen, sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befinden oder als über 58-Jährige nicht mehr vermittelt werden möchten, sowie 969 sonstige Leistungsberechtigte, die keine Regelleistungen beziehen.

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