Keine Frühjahresbelebung

Arbeitslosenquote in der Ortenau sinkt im März leicht ab

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Von unserer Redaktion
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01. April 2021
Die Arbeitslosenquote in der Ortenau ist im März zwar auf 3,9 Prozent gesunken. Damit liegt sie aber über dem Wert vom März 2020 (3,2 Prozent).

Die Arbeitslosenquote in der Ortenau ist im März zwar auf 3,9 Prozent gesunken. Damit liegt sie aber über dem Wert vom März 2020 (3,2 Prozent). ©Karl Kovacs

Die Arbeitslosenquote ist in der Ortenau im März auf 3,9 Prozent gesunken. Knapp über 10 000 Menschen im Kreis waren arbeitslos. Die Kurzarbeit ist weiterhin ein effektives Instrument.

Im März waren bei der Arbeitsagentur Offenburg und der Kommunalen Arbeitsförderung 10 050 Menschen ohne Arbeit gemeldet – das sind 277 weniger als im Vormonat, aber 2082 mehr als im März 2020. Die Arbeitslosenquote für beide Rechtskreise zusammen sinkt damit im Vergleich zum Februar 2021 leicht ab, auf jetzt 3,9 Prozent (März 2020: 3,2 Prozent). In ganz Baden-Württemberg liegt die Arbeitslosenquote momentan bei 4,3 Prozent. Das schreibt die Arbeitsagentur Offenburg in ihrem aktuellem Statistikreport.

Robuster Arbeitsmarkt in der Ortenau

Die Corona-Pandemie hat damit wieder deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Der Arbeitsmarkt in der Ortenau erweise sich zwar als robust, die Entwicklung der Arbeitslosigkeit verlaufe allerdings in den beiden Rechtskreisen unterschiedlich. Im Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung (SGB III) sind 6180 Menschen arbeitslos gemeldet – 350 weniger als im Februar, aber 1645 mehr als vor einem Jahr. Die Kommunale Arbeitsförderung Ortenaukreis (KOA, Grundsicherung SGB II) betreut aktuell 3870 Personen ohne Arbeit, das sind 73 mehr als vor vier Wochen und 437 mehr als im März 2020.

Pandemie wirkt sich aus

„Seit über einem Jahr begleitet uns die Covid-19-Pandemie und hat erhebliche Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt. Erfreulicherweise ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im März gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen, liegt aber weiterhin deutlich über dem Niveau des Vorjahres“, kommentiert Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg, die aktuelle Entwicklung. Die sonst übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt sei pandemiebedingt ausgeblieben, da viele Unternehmen der Hotel-, Gaststätten-, Freizeit- und Tourismusbranche weiterhin ihren Geschäftsbetrieb nicht aufnehmen konnten. Von großer Bedeutung sei daher weiterhin die Kurzarbeit, die viele Firmen in der Ortenau nutzen würden, um Entlassungen zu vermeiden, sagt Sahrbacher.

Bei der Arbeitsagentur Offenburg meldeten sich in den vergangenen vier Wochen 1137 Personen arbeitslos, das waren 102 Personen weniger als im Vormonat. Gleichzeitig hätten 1434 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden können – 65 mehr als im Februar, heißt es in dem Statistikreport weiter.

4364 Menschen meldeten sich seit Jahresbeginn arbeitslos

Seit Jahresbeginn hätten sich 4364 Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 318 Personen im Vergleich zum Vorjahr. „Gleichzeitig konnten seit Januar 3837 Menschen ihre Zeit der Arbeitslosigkeit beenden, das sind 49 weniger als im Vorjahreszeitraum.“
Die sinkende Arbeitslosenquote hat sich im März bei allen Personengruppen bemerkbar gemacht, besonders aber bei den 50-Jährigen und Älteren. Aktuell seien 2445 Personen, welche 50 Jahre oder älter sind, ohne Arbeit – das entspricht einem Rückgang um 74 zum Vormonat, aber einem Anstieg um 626 im Vorjahresvergleich.

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Sorgen insbesondere um diese Gruppe

Bei den Jugendlichen liege die Zahl der Arbeitslosen bei 708 und somit um 82 geringer als vor vier Wochen. Im März 2020 waren es noch 549 arbeitslose Jugendliche. Sorgen würden die Menschen bereiten, die schon länger als ein Jahr arbeitslos sind. Denn: „Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 397 auf 777 langzeitarbeitslose Menschen an, was fast einer Verdoppelung entspricht.“ Der Bestand an schwerbehinderten Arbeitslosen sei dagegen nahezu unverändert geblieben.

Bei der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis (KOA) sind die Fallzahlen im März zum vierten Mal in Folge angestiegen. Aktuell beziehen 7796 Familien beziehungsweise Haushalte Hartz IV-Leistungen. Das sind 78 mehr als im Februar 2021, was einer Zunahme von einem Prozent entspricht, meldet das Landrats­amt Ortenaukreis. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist dabei um 1,3 Prozent, die Arbeitslosenzahl im SGB II-Bereich um 1,9 Prozent gestiegen.

Nur moderater Anstieg 

„Der März ist traditionell ein Monat, in dem aufgrund saisonaler Effekte viele Integrationen in den Arbeitsmarkt stattfinden, was wir durch eine kräftige Zunahme der Beschäftigungsaufnahmen auch in diesem Jahr wieder feststellen konnten“, berichtet Armin Mittelstädt, der Leiter des Ortenauer Jobcenters. „Dennoch schlagen sich die negativen Auswirkungen des coronabedingten Lockdowns weiter in der Entwicklung der Fallzahlen nieder, auch wenn der Anstieg diesen Monat erfreulicherweise recht moderat ausfällt“. Auch die Folgemonate April und Mai würden normalerweise zum „Frühjahrsaufschwung“ beitragen. Dieser werde dieses Jahr aber wohl zu keinem Rückgang der Fallzahlen führen.

112 fanden eine Stelle

Aktuell erhalten 16 564 Menschen Leistungen der KOA. Im vergangenen Monat haben 112 Arbeitssuchende eine sozialversicherungspflichtige oder selbständige Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt aufgenommen, schreibt das Landratsamt weiter.

Hinzu würden elf Arbeitsaufnahmen auf dem sogenannten „zweiten“ Arbeitsmarkt kommen. Dabei handele es sich überwiegend um gemeinnützige Beschäftigungsverhältnisse, die durch staatliche Zuschüsse geschaffen worden seien. Zusammengenommen haben bei der KOA im vergangenen Monat 123 Arbeits­marktintegrationen stattgefunden.

Info

Die Situation in den einzelnen Bezirken

Die Arbeitslosenzahlen sind im März in allen Bezirken der Agentur für Arbeit Offenburg zurückgegangen. Die Behörde meldet Folgendes:

◼ Im Bezirk Lahr sind demnach momentan 2182 Menschen ohne Arbeit, 128 weniger als vor vier Wochen.
◼ In der Hauptagentur Offenburg hat sich die Ar-beitslosenzahl im Vormonatsvergleich um 70 auf 1559 reduziert.
◼ Die Geschäftsstelle Kehl meldet einen Rückgang auf 909 Personen –das sind 69 arbeitslose Menschen weniger als im Vormonat.
◼ In der Geschäftsstelle Hausach ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Februar um 30 Personen gesunken. Damit würden in Hausach derzeit 534 Personen eine Arbeitsstelle suchen.
◼ Achern verzeichnet ein Minus von 29 Arbeitslosen auf 593, in Oberkirch sind 403 Menschen ohne Beschäftigung, 24 weniger als im Februar 2021.

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