Arbeitsagentur

Arbeitslosenquote in der Ortenau reduziert sich minimal

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red/bek
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01. Mai 2021
Leichter Aufwärtstrend: Die Frühjahrskonjunktur beschert der Ortenau einen minimalen Rückgang der Arbeitslosenzahlen.

Leichter Aufwärtstrend: Die Frühjahrskonjunktur beschert der Ortenau einen minimalen Rückgang der Arbeitslosenzahlen. ©dpa

Im April waren 9806 Frauen und Männer im Ortenaukreis ohne Arbeit – 244 weniger als im März. Laut Arbeitsagentur sichert die Kurzarbeit auch weiterhin erfolgreich Arbeitsplätze und verhindert Arbeitslosigkeit. Doch auch deren Anmeldung ging zurück.

Der Ortenauer Arbeitsmarkt hält dem Lockdown weiter stand und verzeichnet leicht sinkende Arbeitslosenzahlen im Vormonatsvergleich. Im April waren bei der Arbeitsagentur und der Kommunalen Arbeitsförderung 9806 Personen ohne Arbeit gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der arbeitslosen Menschen im Vergleich zum Vormonat um 244 Personen gesunken. Im April 2020 waren 9158 Menschen ohne Arbeit – die ersten Auswirkungen des Corona-Effekts wurden sichtbar. Aus diesem Grund wird im Arbeitsmarktbericht auch das Jahr 2019 einbezogen. Im April 2019 waren 7153 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, 2653 weniger als der aktuelle Stand.

Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken und liegt für beide Rechtskreise zusammen bei 3,8 Prozent (April 2020 - 3,6 Prozent, April 2019 – 2,9 Prozent). Die Regionaldirektion in Stuttgart gab für Baden-Württemberg eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent bekannt.

„Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen liegt nach wie vor deutlich über der Vor-Corona-Zeit. 13 Monate nach Beginn der Covid-19-Pandemie erweist sich der Arbeitsmarkt im Ortenaukreis allerdings robuster als zu erwarten war. Durch massiven Einsatz von Kurzarbeit konnte der Arbeitsmarkt stabilisiert werden, Entlassungen wurden verhindert. Die Firmen im Ortenaukreis versuchen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten, auch wenn der aktuelle Lockdown weiterhin große Einschränkungen für viele Unternehmen bedeutet“, sagt Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg.
Bei der Arbeitsagentur Offenburg meldeten sich in den vergangenen vier Wochen 1202 Personen arbeitslos, 65 mehr als im März. Zugleich konnten 1520 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 86 mehr als im März. Seit Jahresbeginn meldeten sich 5566 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 933 weniger als im 2020.

Seit Januar 2021 meldeten sich 3681 Personen aus der Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos. Von Januar bis April 2020 waren dies 4322, im gleichen Zeitraum 2019 3871 Menschen. Lässt man das Krisenjahr 2020 außer Acht, sind aktuell weniger Menschen aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit eingetreten als vor zwei Jahren.
Im ersten Quartal konnten 5357 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 551 mehr als im 2020. Eine Erwerbstätigkeit konnten 2827 aufnehmen. Von Januar bis April 2020 waren es 2319, im gleichen Zeitraum 2019 waren es 2964 Menschen. Dies zeigt, dass 2021 deutlich mehr Menschen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten als 2020, ein ermutigendes Zeichen, allerdings konnte das Niveau vor Beginn der Krise noch nicht erreicht werden.

Der Arbeitgeber-Service konnte im April 683 Arbeitsstellen akquirieren, 375 mehr als 2020, allerdings 112 Angebote weniger als im April 2019.

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Im ersten Quartal 2021 konnte der Arbeitgeber-Service 2970 Arbeitsstellen akquirieren. Im gleichen Zeitraum 2020 waren es 2360 Stellen, 2019 sogar 340. Die Nachfrage nach Arbeitnehmern hat noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht, aber der Arbeitsmarkt ist aufnahmefähiger als vor einem Jahr. Die Unternehmen in der Region suchen trotz der aktuell schwierigen Lage in vielen Bereichen Fachkräfte. Aktuell sind kreisweit 3624 Stellen zu besetzen (April 2020: 3214 Arbeitsstellen; April 2019: 4132).
Im Agenturbezirk Offenburg haben im April 50 Unternehmen für 412 betroffene Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt. Im April 2020 waren es 3258 Anzeigen von Ortenauer Firmen für 47 326 betroffene Arbeitnehmer. Die Neuanzeigen ging deutlich zurück.
Im April 2021 konnte die Kommunale Arbeitsförderung Ortenaukreis (KOA) mit 149 Arbeitsmarktintegrationen erneut einen Anstieg verzeichnen. Nachdem fürs erste Quartal ein historischer Tiefststand vermeldet wurde, hat die Zahl der in Arbeit vermittelten SGB II-Leistungsempfänger zugenommen: über 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat, über 60 Prozent zum Vorjahresmonat.

Gesunkene Zahlen

Aktuell beziehen 7745 Familien oder Haushalte „Hartz IV“-Leistungen; trotz des Lockdowns 51 weniger als im März (-0,7 Prozent). Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sankt um 0,6 Prozent. Insgesamt 16 463 Personen erhalten Leistungen der KOA. Dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen 7932 Leistungsberechtigte.

Im ersten Quartal stieg die Zahl der Haushalte/Familien, die im Ortenaukreis „Hartz IV“-Leistungen beziehen, um 419 auf 7796 angestiegen – ein Plus um 5,7 Prozent gegenüber Dezember 2020. Mit dem Fallzahlanstieg liege der Kreis verglichen zum Vorjahresquartal deutlich über dem Bundesdurchschnitt, aber besser als im Land. Zur Entwicklung beigetragen hat der Anstieg an Antragstellern, die zuvor als selbständig waren oder Arbeitslosengeld I von der Agentur bezogen haben.

Mit 266 Arbeitsvermittlungen im ersten Quartal befindet sich die Zahl der Arbeitsmarktintegrationen auf historischem Tiefststand. Der Rückgang beruht auf den in den letzten Jahren gesunkenen Fallzahlen.

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