Radweg eingeweiht

Auf römischen Spuren: Fahrradweg in Lahr eingeweiht

Endrik Baublies
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22. Juni 2018

Der Lahrer Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller (Mitte) hat stilecht in Toga den letzten Abschnitt des Römerradwegs zwischen Grenzach-Wyhlen und Offenburg eingeweiht. ©Endrik Baublies

Der südliche Oberrhein ist im ersten Jahrhundert unserer Zeit durch die Römer erschlossen worden. Es gibt daher viele Relikte und etliche Museen zu dem Thema in Südbaden. Die verbindet seit Sonntag ein Radwanderweg auf den Spuren der römischen Geschichte.

Am Sonntag ist das letzte Teilstück des Römerradwegs zwischen Grenzach-Wyhlen und Offenburg offiziell eingeweiht worden. Am Vicus, dem nachgebauten römischen Streifenhaus auf der Lahrer Landesgartenschau, begrüßte Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller – standesgemäß in einer Toga – die Gäste. 

Historischer Weg
Im ersten Jahrhundert haben die Römer die Rheinebene mittels einer Straße zwischen den Kastellen Augusta Raurica (Basel) und Mogontiacum (Mainz) und etlichen Siedlungen dazwischen erschlossen und besiedelt. Im Bürgerpark sind der Vicus und die Erhe-bungen entlang der Via Ceramica als moderne Gedenkstätten eine Erinnerung unter vielen. Der neue Radwanderweg wird ab Oktober, wenn die Landesgartenschau ihre Pforten schließt, entlang dieser nachgebauten Siedlung führen (siehe Stichwort). 

Ökonomischer Wert

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Müller sprach bei der Begrüßung der Gäste, darunter etlichen Kollegen aus der Ortenau, dem Markgräflerland und vom Kaiserstuhl, von einem bedeutenden ökonomischen Wert des Weges. Es gibt, informierte der Lahrer Rathauschef, etwas mehr als zehn Millionen Fahrräder im Land, was statistisch etwa einem Fahrrad pro Haushalt entspreche. Es gebe, auch das wüssten die Statistiker, im Schnitt 14 Millionen Tagesausflüge mit dem Rad im Land pro Jahr. Diese würden mit 3,2 Millionen Übernachtungen einen Umsatz von einer Milliarde Euro generieren. 

Die Idee, die bedeutende Vergangenheit und etliche Museen am Oberrhein, die sich gerade dieser Epoche angenommen haben, mittels eines Radwanderweges zu erschlißen, ist eine Gemeinschaftsaufgabe von vielen Gemeinden. Martin Löffler, Bürgermeister der Gemeinde Heitersheim, hatte die erste Idee dazu bereits 2010. Die erste Strecke war ein Wanderweg von Badenweiler nach Heitersheim, der aufgrund der Länge von 15 Kilometern auch regelmäßig von Radfahrern genutzt wurde. 
Da es in Heitersheim ein Museum für Relikte der Römerzeit gibt, entstand die Idee, die Museen der Region über einen ausgebauten Radwanderweg zu verbinden. Die eine Richtung ging gegen Süden, Richtung Grenzach-Wyhlen und das alte Augusta Raurica (Kaiseraugst bei Basel). Später erfolgte die Erschließung für Radwanderer Richtung Riegel und jetzt im dritten Abschnitt die Fertigstellung via Lahr nach Offenburg. Insgesamt hat die Strecke eine Länge von 200 Kilometern. Da würden sich Übernachtungen entlang der Strecke sicher anbieten.

Christel Bücher und Michael Höper stellten die Strecke vor und sie dachten bei der Gelegenheit auch weiter. Ein neuer Abschnitt nach Baden-Baden (ein Bad aus der Zeit der Römer) wäre ein möglicher neuer Abschnitt. Letztendlich wäre das Ziel Mainz, das auf das römische Kastell Mogontiacum zurückgeht. 
 

Stichwort

Hinweise

Der ausgeschilderte Radwanderweg auf den Spuren der Römer beginnt in Grenzach-Wyhlen und endet im Offenburger Stadtteil Rammersweier, wo ein Kastell, das allerdings zum Straßenbau diente, ausgegraben worden ist. Es gibt auf der gesamten Strecke immer wieder Hinweise auf Denkmäler entlang der Strecke und Museen in den Gemeinden auf dem Weg. Entlang des Radwanderweges erklären dazu Infotafeln die Geschichte der Römer entlang des Oberrheins.

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