Ortenau

Aus Müll Wertstoffe gewinnen

Autor: 
Reinhard Reck
Lesezeit 2 Minuten
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08. Oktober 2004
Mit der Einführung des so genannten ZAK-Verfahrens beginnt bald für die Landkreise Ortenau und Emmendingen eine neue Zeit der Müllentsorgung. Gestern wurde für die Anlage auf der Deponie Kahlenberg bei Ringsheim der Grundstein gelegt.
Ortenau. 40 Millionen Euro werden in die neue mechanisch-biologische Abfallbehandlungs-Anlage nach dem ZAK-Verfahren investiert. Bei der Grundsteinlegung betonte der Ortenauer Landrat Klaus Brodbeck gestern, man sei mit diesem Projekt »auf dem richtigen Weg in eine zukunftsweisende Abfallbehandlung«. Die Anlage auf dem Gelände der Deponie Kahlenberg bei Ringsheim soll gegen Ende 2005 fertig sein, wobei die volle Betriebsfähigkeit wohl erst Mitte 2006 gewährleistet sein wird. In dem ZAK-Verfahren, benannt nach dem Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg, wird der Müll nicht einfach gelagert, sondern in einem vierstufigen System sortiert, vergoren und kompostiert, so dass letztendlich nur noch ein nicht weiter verwertbarer Restmüll-Anteil von rund fünf Prozent bleibt (siehe Grafik). Der Einsatz eines derartigen Verfahrens ist notwendig, weil ab Mitte 2005 auf den deutschen Deponien nur noch vorbehandelte Abfälle mit geringen organischen Anteilen gelagert werden dürfen. In einer mechanischen Aufbereitung erfolgt die Abtrennung vergärbarer Bestandteile vom Müll sowie die Trennung von verwertbaren Anteilen wie Metallen oder bestimmten Kunststoffen. Bei der biologischen Umsetzung werden mineralische und organische Feinsubstanzen ausgewaschen. Das dabei entstehende Biogas wird zur Energiegewinnung über das schon bestehende Blockheizkraftwerk verwertet, die Abwärme wird in das Netz von Ringsheim eingeleitet. Bei der Behandlung mit dem europaweit patentierten Verfahren folgen noch eine biologische Trocknung und als letzte Stufe eine mechanische Stofftrennung, bei der das Material in nichtbrennbare Stoffe und Substanzen mit hohem Heizwert getrennt wird. Ökologische und wirtschaftliche Gründe würden für das ZAK-Verfahren sprechen, betonte Brodbeck, der gleichzeitig Vorsitzender des Zweckverbandes ist. Die Trennung der Abfälle in verwertbare Stoffgruppen sei sinnvoll. Es habe sich gezeigt, dass ein Teil der gewonnenen Brennstoffe in der Region verwertet werden könnten. Die Geruchsbelästigung, die bisher die Anlieger aufgrund der Lagerung von Rohmüll zu erdulden hatten, werde bald nicht mehr spürbar sein. Lob aus Freiburg Die unverwertbaren Reste und Abfälle, die nicht mit der ZAK-Anlage behandelt werden können, kommen nach Bremgarten. Dorthin soll ab Juni 2005 auch der meiste Ortenauer Müll gebracht werden, solange die ZAK-Anlage noch nicht funktioniert. Der Freiburger Regierungspräsident Sven von Ungern-Sternberg würdigte gestern die Initiative der Landkreise Ortenau und Emmendingen, deren Vertreter im Zweckverband sitzen. Die in einer Testphase schon erprobte mechanisch-biologische Anlage wird eine Jahreskapazität von rund 100 000 Tonnen haben. Es gibt einen EU-Zuschuss von 1,3 Millionen Euro.

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