Tiroler Einwanderer

Ausstellung über Lahrer Wimperfledermäuse auf der LGS

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 2 Minuten
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29. August 2018
Die Lahrer Wimperfledermauskolonie jagt nachts rund drei Kilogramm Insekten.

Die Lahrer Wimperfledermauskolonie jagt nachts rund drei Kilogramm Insekten. ©Andreas Braun

Noch bis Freitag ist eine Ausstellung zur Wimperfledermaus auf der Landesgartenschau zu sehen. Die Tiroler Einwanderer sind in Lahr heimisch geworden, wie Texte, Bilder und Videos im Landkreis-Pavillon zeigen.

Der Ortenaukreis bietet durch seine Landschaft Raum für viele Tier- und Pflanzenarten. Eine zoologische Rarität ist das Vorkommen der Wimperfledermaus. »Die Vorkommen der sonst eher südlich der Alpen lebenden Tiere in Deutschland sind fast ausschließlich auf die badische Rheinebene beschränkt«, sagt Martin Straube, Amtstierarzt beim Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt Ortenaukreis.

Der Fachtierarzt für Zoo- und Wildtiere ist Fledermausexperte und kennt das größte deutsche Quartier der nachtaktiven Tiere. »Auf dem Dachboden der Kapelle des Lahrer Bergfriedhofs finden sich jeden Sommer rund 800 Wimperfledermaus-Weibchen ein, um gemeinsam ihre Jungen aufzuziehen. Hier haben sie eine Bleibe mit angenehmem Mikroklima gefunden«, so Straube. Wenn es dunkel wird, starten die Tiere in Richtung der Jagdreviere, die in einem Umkreis von über 20 Kilometern um ihr Tagesquartier herum liegen.

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Dort erbeuten die Fledermäuse Insekten, Spinnen und Weberknechte in einer Menge, die zwei Dritteln ihres eigenen Körpergewichts entspricht. »Der Nahrungsbedarf aller Lahrer Wimperfledermäuse liegt also etwa bei drei Kilogramm pro Nacht«, sagt der Amtstierarzt. Wie bei der Quartierwahl erweisen sich Wimperfledermäuse auch dabei als Kulturfolger. Denn ihre Beute suchen sie nicht nur in Wäldern und Obstwiesen, sondern in erheblichem Umfang in Viehställen. »Vor allem die vielen Fliegen in Kuhställen locken die geschickten Flugakrobaten hierher«, sagt Straube. 

Detaillierte Einblicke

Seit mehreren Jahren werden die Tiere in ihrem Lahrer Quartier bei jedem Ein- und Ausflug automatisch gezählt, Biologen haben dort Lichtschranken angebracht. »So kann die Entwicklung des Bestands im Auge behalten werden, ohne die Tiere zu stören. Auch eine Infrarotkamera ist auf dem Dachboden installiert, sodass von den Tieren unbemerkt detaillierte Einblicke möglich sind«, so Straube.

  • Noch bis Freitag, 31. August, gewähren Mitarbeiter des Amts für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung und der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz einen besonderen Blick ins Leben der außergewöhnlichen Lahrer Fledermauskolonie. Im Landkreis-Pavillon am Treffpunkt Ortenau auf dem Lahrer Gartenschau-Gelände vermitteln sie – unterstützt durch eine Ausstellung und einen Infofilm – aus dem Lahrer Quartier Wissenswertes zur »badischen« Wimperfledermaus.

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