Schutterwald

Bäckerei Armbruster: Haltbares Brot für die Supermärkte

Autor: 
Michael Hass
Lesezeit 3 Minuten
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22. Mai 2020

©Bäckerei Armbruster

In der Serie „Wir sind systemrelevant“ – geht es um Ortenauer Firmen, die in der Corona-Krise unverzichtbar sind. Diesmal: Die Bäckerei Armbruster aus Schutterwald backt verstärkt Toastbrote für Supermärkte.

Von Bruchsal über Villingen bis Rheinfelden: Die Bäckerei Armbruster sorgt mit 80 Back-Shop-Filialen für das tägliche Brot. Als systemrelevanter Betrieb darf die Bäckerei ihre Läden zwar weiterhin öffnen, doch die Pandemie geht nicht spurlos am Schutterwälder Unternehmen vorbei.

Zum ersten Mal in der 114-jährigen Firmengeschichte musste das Unternehmen Kurzarbeit anmelden. „Das hängt mit unserer ganz besonderen Kundenstruktur zusammen, die außerhalb des Filial- und Frischlieferbereichs liegt“, sagt Geschäftsführer Severin Oberdorfer und erklärt: „Wir beliefern in großem Umfang Fluggesellschaften. Dieser Vertriebszweig ist, wie auch die Betriebskantinen großer Unternehmen, komplett weggefallen.“ Zudem komme, dass auch Cafés geschlossen sind und die Kunden aus der Gastronomie als Abnehmer ausfallen.

Doch auch der normale Verkauf von Brot und Brötchen ist bei Bäckereien vom Coronavirus betroffen. Die Schutzmaßnahmen für Kunden und Mitarbeiter wie Abstandsregeln oder die Begrenzung der Zahl an Menschen, die sich gleichzeitig in den Läden aufhalten dürfen und dass in den Innenstädten fast alle anderen Geschäfte geschlossen sind, sorgen für Umsatzrückgänge. In der gleichen Zeit könnten nun weniger Kunden bedient werden als zuvor.

Während sich viele Supermarktkunden in den vergangenen Wochen mit leeren Mehl- und Heferegalen konfrontiert sahen, ist die Versorgung der Bäckereien aber weiterhin gesichert. „Derzeit haben wir keine Lieferengpässe bei den Rohstoffen. Wir können hier auf unsere langjährigen Lieferanten bauen und pflegen ein faires Miteinander in und außerhalb der Krise.“

Hamsterkäufe gibt’s in den Back-Shops der Bäckerei Armbruster nicht. „Es wird gezielter eingekauft. Brot wird stark nachgefragt, Snackartikel deutlich weniger.“ Das hänge damit zusammen, dass Schulen und Cafés geschlossen sind und viele Bürger zwangsläufig in Kurzarbeit geschickt wurden und Pausensnacks derzeit weniger gefragt sind. Um den Bedarf von Brot und Toastbrot in Supermärkten zu decken, haben Lebensmittelhändler die Bäckerei Armbruster gebeten, Toastbrot herzustellen, um Lieferengpässe der Industrie zu kompensieren. „Da haben wir schnell und flexibel drauf reagiert und backen verstärkt Toastbrote.“

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Eine Renaissance erlebt das haltbare Dosenbrot. „Das moderne Dosenbrot hat jedoch nur wenig gemein mit der als ‚Kommisbrot‘ bekannten Dosenware.“ Es seien moderne Brote, die genauso schmecken wie die normalen Brote, aber halt in der Dose gebacken sind. „Hierzu haben wir in den vergangenen Tagen vermehrt Anfragen.“

Severin Oberdorfer reagiert darauf und stellt in den nächsten Tagen eine Produktionslinie auf Dosenbrot um. Denn seit der Pandemie machen sich immer mehr Verbraucher Gedanken über Notfallvorräte. Hamsterkäufer nach haltbarem Brot haben die Regale leergeräumt, Onlineshops melden: „Zurzeit nicht lieferbar.“ Severin Obderdorfer ist gespannt, wie das Dosenbrot angenommen wird.

Mit Plexiglasscheiben und bargeldloser Zahlung wird in den Back-Shops das Risiko einer Infektion minimiert. „Da wir im Lebensmittelherstellungsprozess schon immer hohe Anforderungen an Hygiene haben, ist es uns relativ leicht gefallen, diese zu intensivieren.“ Für die Mitarbeiter sei eine gute Händehygiene Usus.

In der Produktion wurden Besuche von Handwerkern, Monteuren oder Lieferanten auf das Notwendigste reduziert. „Als zertifizierter Betrieb wird von uns ein hoher Hygienestandart gefordert, der regelmäßig von externen Instituten überprüft wird.“ Krisen, das lehrt die Geschichte, sind auch Wendepunkte. Momente, in denen der Bestehende gewogen und geprüft wird, Zeiten in und aus denen Neues entsteht. Severin Oberdorfer hofft, dass Lebensmittel in Zukunft eine bessere Wertschätzung erfahren.

Die Folge 18 unserer Serie „Wir sind systemrelevant“ erscheint kommenden Montag: Dann porträtieren wir die Hausacher Firma Streit Service & Solution, die Büroprodukte und -dienstleistungen liefert, damit Verwaltungsabläufe funktionieren.

 

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