Offenburg

Bahn streicht IC-Verbindungen auf der Schwarzwaldbahn

18. April 2014
&copy Claudia Ramsteiner

Die Deutsche Bahn beint ihr Angebot auf der Schwarzwaldbahn aus: Gestern wurde bekannt, dass mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 das tägliche Intercity-Zugpaar Stralsund/Hamburg – Konstanz unter der Woche wegfällt. Die Bahn führt mangelnde Fahrgastzahlen an.

Hausach und Hornberg werden unter der Woche abgehängt: Wer von hier aus eine direkte Verbindung in den Norden will, muss erst auf den Interregio umsteigen. Für den Intercity aus Hamburg ist in Karlsruhe künftig Schluss.

»Reisende in den Schwarzwald bevorzugen stattdessen die schnellere und attraktivere Anreise mit dem Intercity-Express mit einmaligem Umsteigen in Offenburg oder Baden-Baden«, schreibt die Bahn in ihrer knappen Pressemitteilung. Damit sei die Schwarzwald- und Bodenseeregion weiter gut an das Fernverkehrsnetz angebunden.

Die IC-Wochenendverbindungen freitags und samstags sollen mit dem neuen Fahrplan bestehen bleiben. Warum die Bahn an den beiden IC-Tagen festhält? Diese seien besonders für Urlauber und Besucher des Schwarzwalds und des Bodensees attraktiv, schreibt der Betreiber und lässt vermuten, dass einheimische Reisende bei der Entscheidung kaum eine Rolle gespielt haben.

Für Frank-D. Paßlick, Mitglied der Gruppe »Pro Bahn«  und Bewohner eines Bahnwärterhäuschens in Triberg, ist der Erhalt ein Pyrrhussieg. Bei der regionalen Fahrplankonferenz Mitte März hatten alle IC-Verbindungen auf der Schwarzwaldbahn auf der Kippe gestanden (die Mittelbadische Presse berichtete). Paßlick hatte sich bei der regionalen Konferenz vehement für den Erhalt aller Verbindungen eingesetzt, die 2002 als Ersatz für acht wegfallende Interregios eingeführt worden waren.

Die Initiative »Pro Bahn« hatte vorgeschlagen, den Intercity ab Karlsruhe als Nahverkehrszug zu führen – somit würden sich die Fahrgastzahlen auf der Regionalbahn auch auf den IC verteilen.

Doch ganz so einfach scheint es nicht zu sein: Während die Bahn für das Fernverkehrsnetz zuständig ist, zeichnet das Land Baden-Württemberg für den Nahverkehr verantwortlich – und bezahlt ihn auch. Auch dort hatte sich Widerstand gegen die Bahn-Pläne geregt. Das Land wolle erreichen, dass die Bahn den IC-Verkehr belässt, hieß es Mitte März noch aus dem Stuttgarter Verkehrsministerium. In ihrer aktuellen Pressemitteilung verweist die Bahn indessen darauf, dass die Entscheidung nach »intensiven Gesprächen mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg« gefallen sei. Aus Stuttgart scheint das letzte Wort also gesprochen.

 

 

Autor:
Christine Marklewitz

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