Ortenau

Bei der Pferdenacht steht der Tierschutz im Vordergrund

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 3 Minuten
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17. Juli 2017

©Iris Rothe

Eine glanzvolle Pferdenacht krönte die 30. Ausgabe der Baden-Württembergischen Landesmeisterschaften im Spring- und Dressureiten in Schutterwald. Aus Rücksicht auf die Tiere gab es bei der Jubiläumsgala kein Feuerwerk mehr, aber dafür eine spektakuläre Motocross-Show.

Eine Entscheidung, ein Pferd, eine Show – Wegweisendes erlebten die Besucher der Pferdenacht am Samstagabend in Schutterwald: Die große Jubiläumsgala zur 30. Ausgabe der Baden-Württembergischen Landesmeisterschaften im Spring- und Dressurreiten in Schutterwald hielt so manche Überraschung parat.

Zu Gunsten des Tierschutzes

Mit zum Wichtigsten dürfte die Entscheidung zugunsten des Tierschutzes zählen: Der veranstaltende Reitsportverein Schutterwald hat entschieden, künftig auf das Feuerwerk zum Abschluss des Abends zu verzichten. Moderator Hendrik Schulze Rückamp sprach von den zitternden Pferden in den Boxen und führte den Begriff »Horsemanship« als Argument ein. Kurzum: Nervenkitzel gab es dieses Mal ausschließlich für die Zuschauer, nicht für die Tiere. Die Roadshow mit Sprüngen von einer haushohen Schanze – das Monster passte schier nicht durch die Zufahrt zum Platz. Die Zuschauer wurden für das entgangene Feuerwerk mehr als entschädigt. Dieser Ansatz dürfte Vorbildcharakter haben. 

Ein Stern geht auf

Großartiges erlebten die Zuschauer aber auch in Punkto Pferdesport. Vermutlich konnten sie einen ganz Großen am Anfang seiner Karriere sehen: Topas. Der Totilas-Sohn aus dem Gestüt Birkhof zeigte unterm Sattel ausgesprochen geschmeidige Bewegungen. Der erst Sechsjährige präsentierte unter Nicole Casper schön verschränkte Traversalen und federnde Schritte – die Aufmerksamkeit immer nur bei seiner Reiterin. »Er will einfach nur gefallen und es richtig machen«, beschrieb Casper seine besondere Rittigkeit. Applaus gab es auch für das Fohlen des Dressurtalents; erst im Mai geboren, drehte es zusammen mit seiner Mutter ein paar fröhliche Runden im Ring.

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Auf den Rücken der Pferde

Drei Mal präsentierte sich die Troupe Jehol mit ganz unterschiedlichen Nummern. Zunächst gab es »Zirkus« in einer Manegenrunde. Die Akrobatik reichte so weit, dass die »Artisten« auf dem Pferderücken standen und hüpften. Präzision und Akribie waren auch bei der dritten Darbietung vonnöten: In halsbrecherischem Galopp fegten die vier »Kosaken« über den Platz, sprangen ab und wieder auf, standen auf dem Pferd oder hingen darunter. Eine kleine Schrecksekunde, als Marie abging, aber die Amazone schwang sich gleich wieder auf den Pferderücken. Eine poetische Freiheitsdressur rundete das Portfolio der französischen Kunstreiter ab.

Chance für den Nachwuchs

Eine Chance zur Präsentation bietet Schutterwald auch immer dem reiterlichen Nachwuchs. Heinz Bürk kam mit dem Kader der Ponyvielseitigkeitsreiter. Die Elf- bis 15-Jährigen galoppierten sich mit ihren Sprüngen im Parcours in die Herzen der Zuschauer. Die erfolgreichen Voltigiererinnen des RV Kehl-Sundheim zeigten ihre Kür zu »Bibi Blocksberg« – auch hier mit spektakulärer Akrobatik mit bis zu drei Kindern auf dem Pferderücken. Dass eine Auszeichnung mit dem goldenen Reitabzeichen eine aufregende Sache ist, spiegelten auch die Pferde wieder: Die Tiere zappelten herum, als Marcel Wolf das Abzeichen angesteckt bekam.

Armbruster gewürdigt

Mit dem Abend dürfte gelungen sein, was Beate Armbruster-Grünberger bei ihrem Rückblick auf 30 Jahre Pferdesport in Schutterwald als wichtig empfand: »Wir wollen die Idee unseres Vaters weitertragen.« Hermann Armbruster war es 1987 gelungen, die Meisterschaft auf den Rasenplatz nach Schutterwald zu holen. Seitdem findet sie hier statt.

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