Ortenau

Beratung von "Aufschrei" für Kita "Lahrer Pünktchen" eine Bereicherung

Christiane Agüera Oliver
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
19. Dezember 2023
Kinder lernen, Grenzen zu setzen und dafür einzustehen: Das ist das Ziel eines Elternabends in der Kita „Lahrer Pünktchen“ unter Beteiligung einer Fachberaterin des „Aufschrei“. 

Kinder lernen, Grenzen zu setzen und dafür einzustehen: Das ist das Ziel eines Elternabends in der Kita „Lahrer Pünktchen“ unter Beteiligung einer Fachberaterin des „Aufschrei“.  ©Verein Aufschrei

Die Benefizaktion "Leser helfen" unterstützt den Ortenauer Verein "Aufschrei" gegen sexuelle Gewalt, der Schutzkonzepte erstellt. Zum Beispiel für die Kita "Lahrer Pünktchen".

Wenn Janna Ruderisch von der Zusammenarbeit mit den Fachberatern vom „Aufschrei“ spricht, zeigt sich die stellvertretende Leiterin der Kita „Lahrer Pünktchen“ begeistert. „Das ist für unsere Einrichtung eine große Bereicherung.“ Dort hielt Sozialpädagogin und Sexualberaterin Carolin Heuwerth vom „Aufschrei“ erst vor Kurzem einen Elternabend ab.

In der Kita „Lahrer Pünktchen“ des Trägers Reha-Südwest Südbaden auf dem ehemaligen Areal des alten Kinos gibt es 42 Ganztagesplätze, davon zehn Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren in der Nestgruppe sowie 32 Plätze für Kinder ab drei Jahren. Die Aufnahme von Kindern mit besonderem Förderbedarf ist möglich. Zusätzlich ist eine Gruppe des Schulkindergartens Offenburg für sechs bis acht Kinder mit besonderem Förderbedarf, Entwicklungsverzögerungen und Körperbehinderungen integriert.

Anlass für die Einladung zum Elternabend hat es keinen konkreten gegeben, vielmehr war „typisch Mädchen/typisch Jungs – kindliche Sexualentwicklung“ eines der gewünschten Themen, wie sich vorab aus einer Eltern-Umfrage ergab. Am Elternabend selbst sei eine sehr vertraute Runde entstanden, „in der genug Raum für individuelle Themen war“, berichtet Janna Ruderisch. Die Anliegen der Eltern seien von Carolin Heuwerth wertschätzend aufgegriffen und hilfreich behandelt worden. „An der Offenheit und der Beteiligung aller Teilnehmenden konnte man den sicheren Rahmen dieser Veranstaltung gut erkennen.“ Auch in den anschließenden Elterngesprächen hätten sich Eltern auf Gehörtes oder Gesagtes von diesem Abend bezogen.

- Anzeige -

„Es ist nicht einfach Übergriffigkeiten einzuordnen und zu erkennen“, stellt die Erzieherin fest. In der Vergangenheit hätten Kinder zuhause von für sie unangenehmen Situationen berichtet, woraufhin die Eltern das Gespräch mit der Kita-Leitung oder den Bezugspersonen suchten. Um die Situationen richtig einschätzen und darauf reagieren zu können sei auch die Fachberatung von „Aufschrei“ in Anspruch genommen worden. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, mit den beteiligten Kindern einzeln und gemeinsam ins Gespräch zu gehen. Die Fachkraft vermittelt dabei Sicherheit und eine klare Nulltoleranzhaltung zur Übergriffigkeit, hört und vermittelt jedoch auch die Bedürfnisse der Kinder.“ Fachkraft und Familie würden bis zur Klärung eng zusammenarbeiten. „Die Zusammenarbeit mit ‚Aufschrei‘ war dabei sehr stärkend. Wir wurden zeit- und praxisnah beraten und hätten das Fachpersonal von der Beratungsstelle auch zu schwierigen Gesprächen jederzeit dazu holen können.“

„Unsere eigenen Fachkräfte sind zum Thema Kinderschutz sensibilisiert, geschult und kennen sich mit kindlicher Sexualentwicklung aus“, betont Janna Ruderisch. Dabei liege der Schwerpunkt sowohl auf der Wahrnehmung und Einschätzung von Anzeichen als auch auf der Präventionsarbeit. „Hier ist die Arbeit mit den Kindern ein zentraler Aspekt. Unsere Fachkräfte schaffen ein sicheres Umfeld, in dem gesunde Sexualentwicklung stattfinden kann. Kinder lernen, Grenzen zu setzen und dafür einzustehen. Gleichzeitig sind unsere Fachkräfte Vertrauenspersonen für Kinder und ihre Eltern, denen sie sich zu jeder Zeit anvertrauen können.“

Wie verhalte ich mich?

Unabhängig von Extrem-Situationen sei die Zusammenarbeit mit Anlaufstellen wie „Aufschrei“ stärkend für Fachkräfte, „da sie so im Allgemeinen an Sicherheit mit dem Thema kindliche Sexualität gewinnen“, findet sie. Allgemeine Themen seien mittlerweile Bestandteil im Alltag, bei Morgenkreisen oder Angeboten. Da werde unter anderem besprochen: „Wie verhalte ich mich auf der Toilette oder an welchen Körperstellen darf ich berühren und berührt werden?“

Zudem seien Infoveranstaltungen mit externen Referenten sehr wertvoll. „Wir haben so viele verschiedene Familien und dadurch viele verschiedene Themen in unserer Kita. Hier braucht es Experten, die auf die zum Teil sehr spezifischen Fragen fundiert antworten können.“ Des Weiteren würden thematische Elternabende die Möglichkeit bieten, sich zu informieren, ohne jemanden direkt auf solche Themen anzusprechen, die persönlich vielleicht als unangenehm empfunden werden. „Ebenso lernen Eltern so Anlaufstellen kennen, an die sie sich bei Bedarf auch privat wenden können.“

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

Die geplante PV-Anlage in Kippenheim über der Parkplatzanlage sollte den Europa-Park mit Strom versorgen. 
vor 2 Stunden
Kippenheim
Der Europa-Park steigt aus dem Großprojekt für Parkplatz-Photovoltaik aus. Medienberichten zufolge hat der Park die Kooperation mit der Firma Mosolf aus verschiedenen Gründen beendet.
vor 2 Stunden
Ortenau
2023 haben weniger Flüchtlinge in den vorläufigen Unterbringungen der Ortenau Obhut gesucht als ein Jahr davor. Diese Tendenz zeichnet sich auch für 2024 ab.
„Klientel, die keiner haben will“: Martin Adam, Leiter einer Ortenauer Jugendhilfe-Einrichtung, und Eva Scholz, Schulleiterin eines Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ), sprechen Klartext.
vor 5 Stunden
Ortenau
Ortenauer Schule und Jugendhilfe-Einrichtung schlagen Alarm: Für "Systemsprenger" fehle es an Kapazitäten. Es gebe Kinder und Jugendliche ohne Schulplatz und Perspektive. Das Schulsystem ignoriere die Realität. Schulamt und Regierungspräsidium weisen Vorwürfe zurück.
Das Besteigen der Boote war mitunter eine wackelige Angelegenheit, aber das gehört sich so. 
vor 19 Stunden
Neuried - Altenheim
Hängepartie am Forum: Der Altenheimer Wassersportclub will seine Bootssteganlage erweitern, muss aber warten, weil der Wassersportclub „Forum an Rhein“ einen Bootssteg beantragt hat. Was die Besucher begeisterte.
Ein in Offenburg lebender Franzose soll in großen Mengen Kokain aus Frankreich nach Deutschland gebracht und hierzulande verkauft haben.
vor 19 Stunden
Rocker, Pistolen und Koks-Kilos
In Kilo-Paketen soll ein 67-Jähriger aus Offenburg im Elsass Kokain gekauft und über die Grenze geschmuggelt haben. Vor dem Landgericht geht es um die Frage, wie viel Gewinn er dabei erzielte.
vor 19 Stunden
Ortenau
Die Polizei ist am Donnerstagnachmittag gegen 14 Uhr darüber verständigt worden, dass eine ältere Frau mit ihrem Rollator in die Rench in der Schwarzwaldstraße in Bad-Peterstal gefallen sei.
Im Sommer sind auf der Zugstrecke von Offenburg über die französische Grenze nach Straßburg besonders viele Touristen unterwegs. Dann wird es in den Waggons oft voll.
18.07.2024
Ortenau
Zugausfälle oder überfüllte Wagen sind im Sommer auf der Bahnstrecke von Offenburg nach Straßburg keine Seltenheit – und das seit vielen Jahren. Trotzdem hat sich daran nichts geändert.
18.07.2024
Die Möbel- und Deko-Kette hat Insolvenz beantragt
Die Deko-Kette Depot, bundesweit gibt es rund 300 Filialen, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Was bedeutet das für die Filialen in der Ortenau?
17.07.2024
Ortenau
Vor einem Jahr blickte das Team von Schwarzwaldradio und Hitradio Ohr noch auf schlechte Hörerzahlen, heißt es in einer Mitteilung des Funkhauses Ortenau. Das hat sich nun geändert.
Der Blick von Seebach auf die Hornisgrinde: Die Zahl der Windräder soll in den nächsten Jahren wachsen. Im Umfeld des Mummelsees haben die Planer jetzt zwei von vier angedachten Standorten fallen lassen. 
17.07.2024
Ortenau
Das E-Werk Mittelbaden plant an der Schwarzwaldhochstraße weniger Windräder als ursprünglich gedacht. Vor allem der Tourismus am Mummelsee sei wichtiger als die Stromgewinnung.
Drei weitere Bewerber sind für das Amt des Landrats aufgetaucht.
17.07.2024
Ortenau
Drei weitere Bewerber, die ihre Ambitionen bislang nicht öffentlich gemacht haben, sind aufgetaucht. Kommenden Dienstag werden die Kandidaten festgelegt, die zur Wahl antreten dürfen.
17.07.2024
Ortenau
Früher habe ich über die Deutsche Bahn selten ein schlechtes Wort verloren. Bis ich vor fünf Jahren zur Pendlerin wurde: Jeden Tag – Freiburg nach Offenburg und Offenburg zurück nach Freiburg. Knapp 30 Minuten Fahrt. Theoretisch.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Spitze in Sache Beratung und Service: Geschäftsführer Emanuel Seifert und Küchenfachberaterin Fabienne Röll, freuen sich über die Auszeichnungen zum 1a-Küchen und Möbel Fachhändler.
    14.07.2024
    Möbel und Küchen Seifert heimst zwei Auszeichnungen ein
    Kunden bestätigen erneut ihre Zufriedenheit:: Möbel und Küchen Seifert in Achern zum 5. Mal in Folge als 1a-Küchen und Möbel Fachhändler ausgezeichnet. Geschäftsführer Emanuel Seifert und Küchenfachberaterin Fabienne Röll sind sehr stolz auf die Auszeichnungen.
  • Mehr als 300 Gäste feierten in festlichem Ambiente bis in die frühen Morgenstunden gemeinsam mit den Familien Benz. @ST-Benz
    26.06.2024
    400 Jahre „Firmengeschichte“ in Berghaupten
    Stimmungsvolles Ambiente, bewegende Reden, atemberaubende Akrobatik, edles Menü und viel gute Laune – 300 Gäste feierten den Erfolg des traditionsreichen Unternehmens, das bereits in der vierten Generation Fortbestand hat.
  • Die Geschwister Paul (von links) und Anna Seebacher führen das Geschäft expert oehler derzeit gemeinsam mit ihren Eltern Dagmar und Ralf Seebacher.
    07.06.2024
    Neueröffnung in Offenburg-Bühl
    Expert oehler in Offenburg-Bühl eröffnet am Montag, 10. Juni, nach umfangreichen Renovierungsarbeiten die neue Miele-Welt. Das gesamte oehler-Team freut sich die Kunden im Gespräch persönlich zu beraten. Wer will, kann die neuesten Geräte direkt vor Ort ausprobieren.
  • Das Kenzinger Bauunternehmen FREYLER überträgt den Nachhaltigkeitsgedanken in individuelle Baukonzepte 
    04.06.2024
    FREYLER Unternehmensgruppe Partner für nachhaltiges Bauen
    Mehr Nachhaltigkeit in der Branche: Darum geht es bei der Veranstaltungsreihe „Bauen für Morgen“ für Architekten aus der Region. Gastgeber ist das Kenzinger Bauunternehmen FREYLER, das sich auf zukunftsfähige Lösungen spezialisiert hat.