Aufschwung mit Tücken

Das sagt die IHK über die aktuelle Lage der Unternehmen am Oberrhein

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red/hei
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22. Oktober 2021
Zwar ist allgemein in der Wirtschaft am Oberrhein ein Aufwärtstrend erkennbar, doch einzelne Branchen wie die Automobilindustrie oder das Gaststättengewerbe leiden stark unter Fachkräftemangel und geänderten Rahmenbedingungen.

Zwar ist allgemein in der Wirtschaft am Oberrhein ein Aufwärtstrend erkennbar, doch einzelne Branchen wie die Automobilindustrie oder das Gaststättengewerbe leiden stark unter Fachkräftemangel und geänderten Rahmenbedingungen. ©Progress-Werk Oberkirch

Der neue Konjunkturbericht der IHK Südlicher Oberrhein belegt zwar eine konjunkturelle Erholung. Doch die Industrie ist ohne neue Zuwächse. Auch das Hotel- und Gastgewerbe hat noch Probleme.

Die Wirtschaft am südlichen Oberrhein ist laut IHK auf dem Weg der konjunkturellen Erholung. 88 Prozent der von der IHK für den Herbst-Konjunkturbericht befragten Unternehmen geben an, eine gute oder befriedigende Geschäftslage zu haben. Störfeuer wie Energie- und Rohstoffpreise, Fachkräftemangel und Lieferengpässe verhindern jedoch noch, dass das Vorkrisenniveau schnell wieder erreicht werden kann.

Die vergangenen Monate standen im Zeichen der konjunkturellen Erholung. Insbesondere in jenen Branchen, die von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hart getroffen wurden, wie dem Hotel- und Gastgewerbe, zeichne sich langsam eine Normalisierung der Geschäfte ab, heißt es im Konjunkturbericht der IHK. In der Folge steige der Index der Geschäftslage im Vergleich zum Frühsommer um 17 kräftig auf 34 Punkte – erstmals wieder Vorkrisenniveau. Nur zwölf Prozent leiden weiterhin unter einer schlechten Geschäftslage, heißt es.

Hohe Energiepreise

Nichtsdestotrotz zeigten vor allem die letzten Wochen, dass die sehr optimistischen Prognosen vom Beginn des Jahres aktuell etwas nach unten korrigiert werden müssen. Zu viele Herausforderungen begleiten laut IHK den Aufschwung. Neben dem schon länger bestehenden Fachkräftemangel seien es nun vor allem die Energie- und Rohstoffpreise, die in Zeiten einer weltweit anziehenden Konjunktur kräftig steigen. „Als Bauzulieferer mit großem Fuhrpark merkt man es deutlich, wenn der Diesel von 1,05 auf 1,55 Euro pro Liter steigt“, erklärt Eberhard Liebherr, Präsident der IHK Südlicher Oberrhein und Geschäftsführer von Ketterer&Liebherr in Freiburg.

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Hinzu kämen Engpässe bei der Verfügbarkeit von Vorprodukten sowie mangelnde Transportkapazitäten im Seehandel. Wegen dieser Ungewissheiten verbessert sich der Index der Geschäftserwartungen nur noch leicht. 34 Prozent der Unternehmen gehen von einer Verbesserung der Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten aus, zwölf Prozent sind vom Gegenteil überzeugt. „Hier zeigt sich eine Diskrepanz zwischen der Industrie und den übrigen Branchen – nur in der Industrie wird der Ausblick aktuell negativer bewertet als im Frühsommer“, berichtet IHK-Geschäftsführer Dieter Salomon.

Auf dem Arbeitsmarkt mache sich die konjunkturelle Erholung bereits bemerkbar. Die Arbeitslosenquote lag im IHK-Bezirk im September 2021 bei 3,5 Prozent und damit wieder deutlich niedriger als vor einem Jahr (4,3 Prozent) und bereits fast wieder auf Vorkrisenniveau (3,2 Prozent, September 2019). Jene Unternehmen, die Einstellungen planen, seien wieder in der Mehrzahl.

Zu viele abgewandert

„Als größten Risikofaktor nennen die Betriebe den Fachkräftemangel“, sagt Salomon. 60 Prozent der Unternehmen könnten offene Stellen aktuell nicht besetzen, nur 17 Prozent hätten keine Probleme. Im Hotel- und Gastgewerbe sowie in der Bauwirtschaft könnten jeweils 74 Prozent der Betriebe offene Stellen aktuell nicht besetzen. „Das Personal ist während des Lockdowns abgewandert in andere Branchen, in denen oft bessere Arbeitsbedingungen vorhanden sind. Dieses Personal kommt daher nun auch nicht wieder zurück, was für die Unternehmen zu einem riesigen Problem wird“, erklärt Salomon.

Von der neuen Bundesregierung fordert die IHK deshalb, die Erwerbsquote von Frauen zu erhöhen, indem für eine verbesserte Kinderbetreuung gesorgt wird. Zudem brauche es ein moderneres Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das stark nach Qualifikation sortiert, sagt Salomon. „Auch bei der Digitalisierung habe Deutschland massiven Aufholbedarf.

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