Freizeithof wird dieses Jahr 40

Das stimmt die Verantwortlichen des Langenhard optimistisch

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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24. September 2018

Dieter Singler (links), stellvertretender Vorsitzender des Ortenauer Jugendwerks und der Vorsitzende Günter Evermann stehen vor dem Freizeithof Langenhard. ©Thorsten Mühl

Am Sonntag, 30. September, werden auf dem Langenhard mehrere Jubiläen gefeiert. Unter anderem begeht das Jugendwerk Ortenau 50-Jähriges, der Freizeithof 40-Jähriges. Beim Pressegespräch blickten die Verantwortlichen zurück, aber auch nach vorne.
 

Der Freizeithof Langenhard ist eine ganz eigene Welt. Hier, fernab der städtischen Hektik, haben über vier Jahrzehnte schon unterschiedlichste Gruppen ihre Freizeit verbracht. Früher buchten vor allem kirchliche und politische Jugendverbände, Vereine und soziale Einrichtungen den Freizeithof. Da Jugendverbände insgesamt rückläufig sind, hat sich das Bild stark gewandelt. »Heute werden wir von Kommunen (Stadtranderholung), Vereinen, Schulklassen und auch zu Familienfreizeiten frequentiert«, erzählt Günter Evermann, seit 2011 Vorsitzender des Jugendwerks Ortenau (siehe Kasten). 

9500 Übernachtungen

Bei jährlich konstant rund 9500 haben sich die Übernachtungen eingependelt. In der Spitze waren es Ende der 1990er-, Anfang der 2000er-Jahre bis zu 11 000. Das Einzugsgebiet sei breit, schildert Evermann. Zwei Drittel der Gäste kommen aus der Ortenau, ein Drittel aus dem restlichem Bundesgebiet und benachbartem Ausland. Zur Infrastruktur des Jugendwerks zählt noch das Ferienhaus Falkau (Feldberg). 

Das Hofareal bietet eine große Reihe von Betätigungsmöglichkeiten. Schulklassen sind heute in der Regel die typische Besucherklientel. Drei bis fünf Tage beträgt die Verweildauer im Durchschnitt, die Aktivitäten reichen von Wandern und Volleyballspielen über Nachtwanderungen bis hin zu Spielen mit sozialem Lernhintergrund. 

Nachhaltige Entwicklung

Aber auch die seit 25 Jahren bestehende Ökologiestation ist ein Mittelpunkt. »Wir wollen dabei Projekte zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung bieten«, erklärt Jörg Streib, zusammen mit Antje Kirsch seit 25 Jahren Projektleiter Ökologiestation. Kindern die Natur und alles, was damit einhergeht, näherzubringen, ist ein wesentliches Ziel. Aktuell steht der hiesige Apfel im Mittelpunkt. Die Klassen ernten und pressen Früchte gemeinsam. Anschließend wird der Saft verkostet, gemeinsam Kuchen gebacken. 

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Genächtigt werden kann im Tagungs- (42 Betten) und im Gruppenhaus (56 Betten). Zimmer mit vier bis sieben Betten, im Gruppenhaus etwas rustikaler, im Tagungshaus ein wenig komfortabler – Dieter Singler kann sich aus eigenem Erleben gut entsinnen. »Ich war damals mit der KJG Seelbach auf Sommerfreizeit hier. Das waren tolle Erlebnisse, an die ich mich bis heute gerne erinnere«, beschreibt Singler, zweiter stellvertretender Vorsitzender des Jugendwerks.

Die Verantwortlichen äußerten sich beim Pressegespräch zur heutigen Philosophie des Jugendwerks. Über die Jahre sei man neben den eigenen Projekten auch als Start- und Geburtshelfer verschiedener Projekte aktiv gewesen. Exemplarisch nennt Evermann die Bigband W, Circus Magic oder auch zirkus- und theaterpädagogische Ausbildungsangebote. 

Moderner Dienstleister

»Heute verstehen wir uns als modernen Dienstleister in Sachen Kinder- und Jugendarbeit«, erläutert der Vorsitzende. Nicht immer waren die Zeiten einfach, »gerade finanziell konnten wir uns nur dank engagierter Ehrenamtlicher und Spenden über Wasser halten«, resümiert Günter Evermann, seit 32 Jahren beim Jugendwerk engagiert. 

Jugendarbeit, aber auch die Jugendlichen selbst haben sich über die Jahre verändert. »Die Erwartungen sind größer geworden bei heutigen Gruppen. Aber man kann sie noch immer erreichen, trotz sozialer Netzwerke und Chill-Mentalität«, ist Singler überzeugt. Dazu sei aber enger Kontakt zu Schulen notwendig. Von alleine fänden Jugendliche eher selten den Weg zum Langenhard. 

Gerade bei Freizeiten könnten nicht selten Lehrer und Schüler ganz neue Seiten aneinander kennenlernen. »Schüchterne gehen aus sich heraus, eher schwierige Schüler blühen bei Aktivitäten in der Gruppe richtig auf. Solche Erfahrungen stärken die Persönlichkeitsentwicklung, schweißen zusammen«, weiß Evermann. Somit sei das Modell Freizeithof als Jugendfreizeit- und -bildungsstätte auch nach 40 Jahren längst nicht aus der Mode.
 

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