Rund 100 Teilnehmer

Demo in Offenburg: Das halten die Gewerkschaften für eine Sackgasse - prev

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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12. Mai 2021
Rund 100 Personen nahmen an der 1. Mai Kundgebung des DGB in Offenburg teil. 

(Bild 1/2) Rund 100 Personen nahmen an der 1. Mai Kundgebung des DGB in Offenburg teil.  ©ULRICH MARX

Unter das Motto „Solidarität ist Zukunft“ stellten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und mehrere andere Organisationen die Kundgebung zum „Tag der Arbeit“. Trotz widriger Witterung und Corona-Auflagen kamen am Samstagmorgen in Offenburgs Fußgängerzone rund 100 Teilnehmer zusammen. „Wir hatten uns bereits auf deutlich geringere Teilnehmerzahlen eingestellt. In diesen Zeiten geht Gesundheitsschutz klar vor. Dennoch zeigen wir uns und gehen im erlaubten Rahmen auch auf die Straße“, sagte Gewerkschaftssekretär Jan Wieczorek (DGB-Bezirk Baden-Württemberg). Infolge der Pandemie fiel die zentrale Veranstaltung mit etwas mehr als anderthalb Stunden deutlich kürzer aus als in vergangenen Jahren.

Solidarität als Fundament

Die Verantwortlichen unterstrichen in Redebeiträgen, dass die aktuelle Krise nur im Verbund, gemeinsam und solidarisch durchzustehen sei. Solidarität sei das Fundament für ein stabiles Land, eine starke Demokratie. „Das gilt für Beschäftigte wie Unternehmen. Betriebe, die in erster Linie auf Profitmaximierung setzen, tragen zu gesellschaftlicher Spaltung bei. Und das wollen wir nicht“, betonte Wieczorek. Die Gewerkschaften versuchten, mit ihrer Intervention Teil der Krisenbewältigung zu sein. Dazu zähle zum Beispiel der Zukunftsdialog mit politisch Verantwortlichen, wobei Wohnungs- und Mietensituation sowie die Gesundheitskrise zentrale Themen für die Ortenau darstellten.

Guntram Stein (Vorsitz DGB-Kreisverband) hob die Bedeutung des Kurzarbeitergelds im ersten Corona-Jahr hervor. „Dieses moderne Krisen-Instrument“ habe dazu beigetragen, zahlreiche Arbeitnehmer über Wasser zu halten. Das gewerkschaftliche Engagement habe sich ebenso auf die Bereiche der Studierenden und der Arbeitsloser erstreckt. „Gerade für Arbeitslose hat sich in der Krise die Ausgangslage, jetzt einen Job zu finden, verschärft. Zudem dürfen junge Menschen nicht im Stich gelassen werden“, appellierte Stein.

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Einer „Welle der Solidarität“ schloss sich, ausgehend vom Fischmarkt und dorthin wieder zurückkehrend, eine Fahrrad-Demonstration an. Mit lautem Klingeln machten die Teilnehmer symbolisch auf ihre Kernthemen aufmerksam.

Gegen Klinikschließungen

Hauptrednerin der anschließenden Kundgebung war Mia Koch (DGB-Bezirk Baden-Württemberg). Sie legte wesentliche inhaltliche Schwerpunkte bei Klinikschließungen und der Wohnsituation in der Ortenau. „Eine gute medizinische Versorgung ist wichtig. Der nun eingeschlagene Weg des Profits führt in eine Sackgasse“, warnte sie. Kliniken müssten „nicht zwangsläufig wie Wirtschaftsunternehmen fungieren“, es sei „paradox, wenn ein reiches Land wie Baden-Württemberg die geringste Pro-Kopf-Anzahl von Betten aufweist“.

Bezahlbarer Wohnraum fehle, womit ein menschliches Grundbedürfnis nicht erfüllt werde. „16 der 30 Städte mit den höchsten Mieten befinden sich mittlerweile in Baden-Württemberg“, führte Koch aus. Das Land müsse wieder verstärkt selbst Wohnungen bauen. Zudem forderten die Gewerkschaften mit Blick auf die Bundestags-Wahlen einen bundesweiten Mieten-Stopp für die kommenden sechs Jahre. Für die Zukunft müsse sich die Regierung das Ziel setzen, „eine sozial gerechte Klimawende zu schaffen“, schloss Mia Koch. Weitere Grußworte sprachen Ahmet Karademir (IG Metall Offenburg), Vertreter der evangelischen Arbeitnehmerschaft (ean) und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB).

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