Bald ist Bewerbungsschluss

Deshalb beginnen junge Menschen ein Studium in Offenburg

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 5 Minuten
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04. Dezember 2018

Hochschule Offenburg. ©Ulrich Marx

Die Nähe zur Heimat, die individuellen Betreuungsangebote und die innovativen Studienangebote locken Studierende an die Offenburger Hochschule. Bei Studiengängen, bei denen der NC ausschlaggebend ist, ist im Januar Bewerbungsschluss. Bis März kann man sich für alle anderen Fächer anmelden.

Sechs junge Studierende verraten, warum sie sich für ein Studium an der Hochschule Offenburg entschieden haben – und was sie nun an ihrem Studiengang begeistert.

Keine Angst

»Keine Angst vor dem Numerus clausus«, sagt Santiago Fischer, der BWL am Campus Gengenbach studiert. Ein ordentliches Zeugnis sei Voraussetzung, aber man könne auch auf anderem Wege zum Studienplatz kommen. »Ich bin anfangs mit zwei Kommilitonen gependelt, die über ihren Meisterbrief die Zulassung erhielten«, sagt der 27-Jährige. Er selbst hat nach dem Abitur eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht und im Vertrieb gearbeitet. Entsprechend liegt sein Schwerpunkt auf  »Marketing & Vertrieb«.  »Ich will weiterhin mit Menschen zu tun haben und nicht nur mit Zahlen, deshalb hat diese Spezialisierung gut gepasst«, sagt er.

Am Campus im Gengenbacher Bildungszentrum gefällt ihm die gute Technik und Ausstattung, in den Hörsälen im ehemaligen Barockkloster in der Innenstadt schätzt er das Flair. »Die Atmosphäre ist einfach familiär: Man ist nicht nur eine Matrikelnummer, sondern kennt Professoren und Kommilitonen – eigentlich einfach alle.«

Gute Möglichkeiten

Den persönlichen Kontakt schätzt auch Annika Schweizer aus Sasbach im Kaiserstuhl, die im sechsten Semester Maschinenbau studiert: »Dadurch ergeben sich gute Möglichkeiten, Fragen zu stellen oder sich zu den Themen zu informieren.« Vor einem Semester ist sie nach Offenburg gezogen und spielt nun im Hochschulorchester mit. Man könne sich einfach integrieren und engagieren, findet sie. Und man lerne auch ganz einfach Studierende aus anderen Semestern kennen, etwa durch gemeinsame Vorlesungen mit den Biomechanikern oder in den Sprachkursen, die die Hochschule anbietet. Die 21-Jährige hat sich da nochmals in Englisch fit gemacht, um die Angebote der Hochschule nutzen zu können, sobald es sich ergibt: »Es werden Vorlesungen auf Englisch oder Auslandsaufenthalte angeboten.« Besonders wohl fühlt sie sich, weil kein Aufhebens darum gemacht wird, dass sie in ihrem Semester die einzige junge Frau ist: Das ist als völlig selbstverständlich akzeptiert.

»Man fühlt sich wohl, und das macht das Lernen für Prüfungen deutlich angenehmer«, sagt Philipp Ell, der im dritten Semester Handel & Logistik am Campus Gengenbach studiert. Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann war der 24-Jährige im Versandbereich eingesetzt: »Das Zusammenspiel von logistischen Prozessen im Unternehmen finde ich sehr spannend, so war es naheliegend, zu den betriebswirtschaftlichen Grundlagen auch gleich die Fachrichtung Logistik zu wählen.« Dass er seine bisherigen Erfahrungen nun auch ins Studium einbringen kann, bereitet ihm Spaß.

Guter Ruf

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Er kommt aus Oberkirch-Stadelhofen und hat sich für die Heimat entschieden, damit er seine Hobbys hier weiter pflegen kann. »Außerdem genießt die Hochschule einen guten Ruf, und einige aus meinem Bekanntenkreis waren auch schon in Gengenbach und konnten durchweg nur positive Erfahrungen erzählen«, sagt er.

David Wußler hat sich ebenfalls im Bekanntenkreis umgehört. Zwar hatte er sich auch über andere Hochschulen informiert, »aber letztendlich war die Zufriedenheit der anderen ausschlaggebend, dafür, dass ich mich in Gengenbach eingeschrieben habe«, sagt der 21-Jährige. Bei seiner Studienfachwahl – er studiert im vierten Semester Wirtschaftsingenieurwesen – achtete er auf die Vielfalt, die sich nach dem Studienabschluss für seine beruflichen Chancen ergibt. »Man kann sich generell zwischen dem wirtschaftlichen und technischen Schwerpunkt entscheiden«, sagt er. Er hat sich für den technischen Zweig entschieden und will sich Richtung IT entwickeln.

Trotzdem sind dann mit dem Abschluss noch alle Türen offen. Das ist auch der Grund, weshalb er seinerseits den Studiengang empfehlen wird: »Es gibt eine sehr breite Palette von Jobs.«

Eine der Ersten

Für den Studiengang Biomechanik hat Denise Weiß ihr Mathestudium in Freiburg aufgegeben. Damit gehörte sie zu den Ersten, die sich für den einzigen Solostudiengang in diesem Bereich eingeschrieben haben. »Es ist ein technischer Studiengang, aber man ihn auf den Menschen übertragen: Mit Bewegung hat man immer zu tun«, sagt die 23-Jährige aus Kippenheim. Sport, Anatomie und Berechnungen – das ist für die Sportlerin sehr viel sinnvoller und lebensnaher als abstrakte mathematische Probleme. Sie joggt gerne und spielt Fußball, über die Hochschule ist sie noch zum Klettern gekommen. »An der Hochschule gibt es ein umfangreiches Programm für alle, die mitmachen wollen«, sagt sie.

Inzwischen sei ihr Studiengang sehr gefragt, es gibt einen NC. Bewerben kann man sich bis Mitte Januar. Wer dann weitermachen möchte, kann ohne Probleme in den Masterstudiengang Medizintechnik wechseln.

»Ich habe mich bundesweit umgesehen, aber so viel Wert auf Interdisziplinarität wie in Offenburg legt man kaum irgendwo«, sagt Max Erb. Dass er medienaffin ist und deshalb gerne Medien und Informationswesen studieren möchte, war ihm bereits nach dem Abitur klar. »Aber das Abschlusszeugnis war nicht besonders«, sagt er. Da das Fach einen NC hat, bekam er nicht sofort seine Zulassung. Also hat Erb ein freiwilliges soziales Jahr absolviert, anschließend eine Ausbildung zum Systeminformatiker. »Da hatte ich eine Basis, auf die ich aufbauen kann«, sagt er. Tatsächlich helfen ihm seine Kenntnisse im Studium nun weiter.

Aufgrund der Vielfalt konnte er sich bereits entscheiden, welche Richtung er einschlagen möchte: »Ich will mich im Hauptstudium auf Visuelle Effekte spezialisieren«, sagt der 25-Jährige, der auch die praktische Erfahrung schätzt, die die Professoren im kreativen Bereich mitbringen.
 

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