Ortenau

Deshalb machen Schäuble die Flüchtlinge keine Sorgen

Autor: 
Jens Sikeler
Lesezeit 4 Minuten
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13. September 2017

Wolfgang Schäuble, der Bundestagskandidat der CDU im Wahlkreis Offenburg. ©Peter Heck

Wer sind die Menschen, die Ihren Wahlkreis in den kommenden vier Jahren im Bundestag vertreten wollen? Die Mittelbadische Presse hat mit 18 Kandidaten der sechs wichtigsten Parteien in den Wahlkreisen Offenburg, Emmendingen-Lahr und Schwarzwald-Baar gesprochen, um das herauszufinden. Heute stellen wir Wolfgang Schäuble vor, der für die CDU im Wahlkreis Offenburg sein Direktmandat verteidigen will. 

Warum kandidieren Sie für den Bundestag?

Wolfgang Schäuble: Ich bin mit Leib und Seele Parlamentarier. Im Deutschen Bundestag kann ich mit meinen Möglichkeiten und auf meine Weise mithelfen, in diesen unruhigen Zeiten unser Land zu stärken, unsere Demokratie zukunftsfest zu machen und Europa voranzubringen. Aber auch ganz einfach: Politik fasziniert mich! 

Machen Sie sich Sorgen wegen der vielen Flüchtlinge? Wie hat sich Ihr Leben dadurch verändert?

Schäuble: Ich mache mir keine Sorgen, aber viele Gedanken. Die Herausforderungen des starken Flüchtlingszuzugs 2015 waren enorm, und Deutschland hat sie bisher ganz gut gemeistert. Wir können aber nicht noch einmal so viele Menschen aufnehmen. Jetzt muss Europa beim Schutz seiner Außengrenzen, beim Kampf gegen Schlepper und bei der Aufnahme von Menschen in Not noch viel stärker zusammenarbeiten. Und wir müssen in den Herkunftsregionen der Flüchtlinge und Migranten mehr für bessere Perspektiven tun. 

Wie wollen Sie Ihren Lebensabend verbringen?

Schäuble: Wir sind in der Ortenau zuhause – und das bleibt so. 

Die Mieten steigen auch in der Ortenau. Was wollen Sie dagegen tun?

Schäuble: Unser Ziel für die nächste Legislaturperiode sind 1,5 Millionen neue Wohnungen. Dazu wollen wir im ersten Halbjahr 2018 mit allen Beteiligten verbindliche Vereinbarungen treffen. Schon jetzt hilft der Bund den Ländern mit Milliardenbeträgen beim sozialen Wohnungsbau. Wir werden einen neuen Anlauf machen, den Bau von Mietwohnungen steuerlich zu fördern. Auch wollen wir verstärkt Wohneigentum fördern. Familien unterstützen wir durch ein Baukindergeld. 

Ist Deutschland für Sie ein gerechtes Land? 

Schäuble: Ja! Unser Rechtsstaat funktioniert, unsere Demokratie ist stabil, unsere Wirtschaft bietet Arbeit für so viele Menschen wie noch nie und unser Sozialstaat ist einer der stärksten in der Welt.!

Welche Schlagzeile wollten Sie schon immer in der Mittelbadischen Presse lesen?

Schäuble: Der SC Freiburg gewinnt das Finale des DFB-Pokals!. 

Mit welchen Kandidaten aus dem Wahlkreis würden Sie gerne mal ein Bier trinken gehen und warum?

Schäuble: Da habe ich keine Präferenzen, wir begegnen einander mit Respekt und Achtung, ob bei Apfelschorle oder Spätburgunder. 

Wie machen Sie Ihrer Parteivorsitzenden einen Besuch in der Ortenau schmackhaft?

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Schäuble: Angela Merkel war schon mehrfach da und schwärmt von unserer schönen Landschaft, da muss ich gar keine Überredungskünste anwenden. 

Welches Auto fahren Sie privat und warum?

Schäuble: Privat eigentlich eher mit dem Handbike, aber ich habe nach dem Attentat einen Mercedes angeschafft, den auch ein Rollstuhlfahrer steuern kann. 

Wo kaufen Sie Ihre Lebensmittel?

Schäuble: Da wird mir zum Glück viel geholfen, das ist für mich aus verschiedenen Gründen nicht so einfach. 

Welchen Wahlkreis in Europa würden Sie außer Ihrem eigenen sonst noch gerne vertreten.

Schäuble: Es gibt keinen schöneren als diesen. Ich denke, es macht Europa auch aus, dass jeder Parlamentarier mit Leidenschaft für seinen Wahlkreis spricht. 

Was halten Sie von einer Herabsetzung des Wahlalters?

Schäuble: Bei Kommunalwahlen in Baden-Württemberg ist das Wahlalter ja schon gesenkt auf 16 Jahre. Ich finde grundsätzlich, dass Volljährigkeit und Wahlrecht zusammenpassen, gerade bei der Bundestagswahl. Aber junge Leute engagieren sich in der Politik ja ohnehin schon deutlich früher, zum Beispiel in der Jungen Union ab 14 Jahren. 

An der Erreichung welcher Ziele sollen Sie Ihre Wähler messen?

Schäuble: Ein ganz gut messbares Ziel ist die Vermeidung neuer Schulden im Bundeshaushalt. Das haben wir jetzt vier Jahre hintereinander geschafft. Und das werden wir im Blick auf die Zukunftschancen der jungen Generation weiter ganz oben auf unserer Agenda haben. Wir haben diese Solidität vor vier Jahren versprochen; und wir haben das Versprechen gehalten. Wenn die Union erneut den Regierungsauftrag erhält, werde ich mich auch in der kommenden Legislaturperiode dafür einsetzen, dass wir tun, was wir ankündigen. Das Wichtigste ist, dass man sich als Wahlkreisabgeordneter und Politiker durch Integrität und Einsatzbereitschaft das Vertrauen seiner Mitbürger erwirbt. Das will ich mir weiter verdienen. 

Was twittern Sie am Abend der Bundestagswahl?

Schäuble: Das Twittern überlasse ich gern anderen, wie unserem sehr aktiven Kabinettsmitglied Peter Altmaier oder auch meinem Parlamentarischen Staatssekretär Jens Spahn. Ich würde mich am Wahlabend jedenfalls gern über eine besonders hohe Wahlbeteiligung freuen. 

 

 

Zur Person

Wolfgang Schäuble

Daten: Geboren am 18. September 1942 in Freiburg, lebt heute in Offenburg.  
Privates: Schäuble ist verheiratet und hat vier Kinder. 
Beruf: Der Bundesminister der Finanzen ist promovierter Jurist. 
Hobbys: Handbike fahren, ein gutes Buch lesen.

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